"Black Summer" noch klimaschädlicher als gedacht

Die extremen Brände der vergangenen Monate in Australien haben nach Schätzungen des unabhängigen Klimarats des Landes noch mehr CO2 freigesetzt als bislang angenommen.


Von Rauch und Feuer erfüllter Himmel am Rand von Australiens Hauptstadt Canberra
Bis an den Stadtrand von Canberra, der Hauptstadt Australiens, breiteten sich die Feuer aus. Aufnahme vom Januar. (Foto: Nick Dowling/​Wikimedia Commons)

Nach der extremsten Brandsaison, die Australien je erlebt hat, hat der Klimarat des Landes eine Bilanz der "katastrophalen Feuer" vorgelegt. Demnach waren die Brände der vergangenen Monate – die in Australien "Black Summer" genannt werden – "beispiellos", was Ausmaß und Schäden betrifft.

Fast 80 Prozent der Bevölkerung waren laut dem Report "Summer of Crisis", den das Team unabhängiger Wissenschaftler:innen vorgelegt hat, direkt oder indirekt von den Bränden betroffen. Eine Milliarde Tiere kamen in den Flammen um. 21 Prozent der Wälder des Landes verbrannten, deutlich mehr als sonst.

Ähnliche Zahlen waren bereits in anderen Veröffentlichungen zu lesen. Was wirklich hervorsticht, sind die Schätzungen des Klimarats über die Höhe der CO2-Emissionen, die von den Bränden verursacht wurden.

Zwischen 650 Millionen und 1,2 Milliarden Tonnen Kohlendioxid sind demnach durch die Feuer in die Atmosphäre gelangt. Die mittlere Schätzung des Climate Council liegt bei 900 Millionen Tonnen.

Dies entspreche, so der Klimarat, den jährlichen Emissionen der gesamten globalen Luftfahrt und sei deutlich höher als Australiens gesamter Jahresausstoß an CO2. Dieser lag 2018 bei rund 530 Millionen Tonnen.

Bisherige Schätzungen waren von sehr viel niedrigeren Zahlen ausgegangen. So bezifferte der europäische Copernicus-Atmosphärenüberwachungsdienst Cams die CO2-Emissionen durch die Feuer von September 2019 bis Mitte Februar dieses Jahres auf 434 Millionen Tonnen.

Falls Australiens Klimarat mit seiner Schätzung richtig liegt, wären die Emissionen durch die Feuer rund doppelt so hoch wie bislang angenommen.

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