Liebe schützt die Umwelt

Weihnachten bedeutet hierzulande immer auch eine Verpackungsorgie. Ein Sinnbild für die Gesamtsituation: Die Deutschen liegen mit ihrem Konsum 100 Prozent über dem weltweiten Durchschnitt, wie eine neue Studie zeigt.


Weihnachtsgeschenke
Unter den deutschen Weihnachtsbäumen türmt sich der Verpackungsmüll. (Foto: Mark Michaelis/​Flickr)

Weihnachten steht vor der Tür. Das Fest der Liebe. Und des Konsums. Nüchterner gesagt: des Ressourcenverbrauchs. Schon nerven Umweltschützer wieder damit, es diesmal beim Geschenkekauf nicht so zu übertreiben, wenn schon, dann Produkte mit kleinem Öko-Fußabdruck zu wählen, und das Verpacken zu minimieren. Überquellende Altpapiertonnen passen ja in der Tat nicht recht in die besinnliche Zeit zwischen den Jahren, zumal viele Geschenkpapiere nicht oder nur schlecht recycelbar sind. 

Natürlich ist was dran an diesen Mahnungen, das Fest nicht zur Geschenkorgie werden zu lassen. Den übermäßigen Ressourcenbrauch von uns Deutschen auf diese Weise auf verträgliche Werte zu drücken, wird aber leider trotzdem nicht funktionieren.

Wie groß der Öko-Fußabdruck ist, zeigt der neue Ressourcenbericht des Umweltbundesamtes (UBA). Jeder Deutsche konsumiert danach im Jahr 16,1 Tonnen Rohstoffe – und liegt damit zehn Prozent über dem EU- und sogar 100 Prozent über dem globalen Durchschnitt. Und leider setzt sich das "ressourcenleichte" Leben nicht so recht durch. Der Rohstoffverbrauch ist laut UBA seit 2000 zwar um 17 Prozent gesunken. In den vergangenen Jahren stieg er jedoch wieder an.

Die Zahlen sind gigantisch. Insgesamt werden pro Jahr 1,3 Milliarden Tonnen fossile Energieträger, Mineralien, Metallerze und Biomasse benötigt. Und mehr als die Hälfte der Rohstoffe, die zur Güter-Herstellung verwendet werden, stammen aus dem Ausland.

Das UBA meldet zwar auch Positives. So wird die Rohstoffnutzung hierzulande dank der Anstrengungen in der Wirtschaft immer effizienter. Die sogenannte Rohstoffproduktivität hat sich seit 2000 um 26 Prozent erhöht. Trotzdem, keine Frage, Deutschland hat nach wie vor einen zu hohen Rohstoffkonsum, und daran muss gearbeitet werden.

Joachim Wille ist Chefredakteur des Onlinemagazins Klimareporter°.

Das Umweltamt fordert: "Was Ressourcen schont, muss billiger werden." So sollten etwa rohstoffsparende Dienstleistungen wie Reparaturen und Produkte, die das Umweltzeichen "Blauer Engel" tragen, generell nur mit dem ermäßigten Mehrwertsteuer-Satz belegt und Steuervergünstigungen für besonders ressourcenintensive Güter abgeschafft werden.

Natürlich gibt es noch viele weitere Hebel, die hier angepackt werden müssen. Im Falle Weihnachten jedenfalls gilt: Wer tonnenweise Liebe statt Ressourcen schenkt, ist sowieso der Größte.

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