EEG-Umlage sinkt erneut

Zum zweiten Mal in Folge sinkt die EEG-Umlage. Im kommenden Jahr wird sie nur noch 6,4 Cent pro Kilowattstunde betragen, gut fünf Prozent weniger als in diesem Jahr. Dafür wird aber eine neue Offshore-Netzumlage erhoben.


Solarwind
Solarwind. (Foto: Australian Greens MPs/Flickr)

Die EEG-Umlage wird im kommenden Jahr auf 6,405 Cent pro Kilowattstunde sinken. Das haben die vier Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, Tennet und Transnet BW am heutigen Montag mitgeteilt.

Das ist ein Rückgang um 5,7 Prozent gegenüber 2018. Derzeit beträgt die EEG-Umlage 6,79 Cent pro Kilowattstunde.

Es ist bereits der zweite Rückgang in Folge. Schon im laufenden Jahr war die Umlage gesunken, wenn auch nur sehr leicht. Im Jahr 2017 hatte sie 6,88 Cent betragen.

Der jetzige Rückgang ist etwas höher als prognostiziert. Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) war davon ausgegangen, dass die EEG-Umlage 2019 auf 6,51 Cent sinken wird.

Dass die Umlage erneut sinkt, liegt an dem höheren Börsenstrompreis durch ein zuletzt deutliches Ansteigen der CO2-Preise. Die Übertragungsnetzbetreiber geben den Anstieg bei den Emissionszertifikaten gegenüber dem Vorjahr mit 37 Prozent an.

Auch die hohen Rücklagen auf dem EEG-Konto von gut vier Milliarden Euro spielen eine Rolle. Nach Angaben der Übertragungsnetzbetreiber führt die positive Deckung des Kontos zu einer Senkung der Umlage um gut einen Cent pro Kilowattstunde.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) sieht hingegen das neu eingeführte Ausschreibungsmodell als den ausschlaggebenden Faktor. "Diese Entwicklung bestätigt, dass die Einführung von Auktionen bei der Erneuerbaren-Förderung ein richtiger und kostendämpfender Schritt war", kommentierte Holger Lösch vom BDI die heutige Bekanntgabe der neuen EEG-Umlage.

Die Übertragungsnetzbetreiber berechnen die EEG-Umlage für das kommende Jahr jeweils danach, wie viel Ökostrom nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz voraussichtlich eingespeist wird und wie hoch der Stromverbrauch ausfallen dürfte. Für 2019 prognostizieren sie, dass rund 217 Milliarden Kilowattstunden Ökostrom erzeugt werden, 13 Milliarden mehr als in diesem Jahr. Dazu trägt vor allem der Ausbau der Windenergie an Land und auf See bei.

Netzbeiträge steigen

Für die Verbraucher wird das neuerliche Sinken der EEG-Umlage aber nicht zu einer Entlastung führen. Gleichzeitig sind nämlich auch höhere Netzentgelte zu erwarten.

Laut dem Ökostromanbieter Lichtblick belaufen sich die Kosten für das Stromnetz 2019 auf durchschnittlich acht Cent pro Kilowattstunde. Der Betrag setzt sich aus den Netzentgelten und der neuen Offshore-Umlage zusammen. Mit letzterer sollen Stromleitungen für Offshore-Windparks finanziert werden.

"Wir brauchen effiziente Kostenkontrollen und weniger Bürokratie beim Netzbetrieb", sagte Lichtblick-Geschäftsführer Gero Lücking. "So könnten die Verbraucher um Milliardenbeträge entlastet werden." Um die Netzentgelte zu senken, fordert Lichtblick beispielsweise geringere Garantierenditen für Netzbetreiber.

Auch an der Offshore-Umlage übt der Energiemanager Kritik: "Mit der Auslagerung von Netzkosten in eine eigene Umlage werden die Verbraucher getäuscht", so Lücking. Denn sonst wären die Netzentgelte noch stärker gestiegen.

Redaktioneller Hinweis: Gero Lücking ist Mitherausgeber von Klimareporter°.

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