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Die Akzeptanzprobleme der großen Koalition

Um für den Bau neuer Mobilfunkmasten zu werben, will die Bundesregierung nun eine Kommunikationsoffensive starten. Warum tut sie das nicht auch für den Bau neuer Windräder?


Zwei sehr große Mobilfunkmasten an einer Straße in Wetzlar
Mobilfunkmasten, hier in Wetzlar. (Foto: Christoph Schäfer/​Wikimedia Commons)

Wussten Sie eigentlich, dass es in Deutschland starke Widerstände gegen Mobilfunkmasten gibt? Sie sind hässlich, stehen überall in der Gegend rum und verhunzen manch schöne Aussicht, oft sogar mitten in den Wohngebieten.

Von einigen Bürgern werden sie gar verdächtigt, der Gesundheit zu schaden oder der Ausforschung der Bevölkerung zu dienen.

Diese ungute Entwicklung beobachtet die Bundesregierung offenbar mit großer Sorge. Schließlich ist die Mobilfunkversorgung in Deutschland bislang alles andere als optimal.

Es gibt zu wenig Masten und mehr Funklöcher als in Albanien. Für die Digitalisierung, die von der großen Koalition als großes Zukunftsding angesehen wird, ist das alles andere als förderlich.

Die Sorge ist so groß, dass die Bundesregierung nun handelt. Damit die wachsende Ablehnung gegen den Bau neuer Masten nicht noch weiter wächst, hat sie an diesem Wochenende eine Kommunikationsoffensive beschlossen.

Die Kampagne pro Mobilfunkmast soll für Akzeptanz und Verständnis werben, die Bedenken der Bürger zerstreuen. Und, aufgepasst: Die Offensive soll gleich mehrere Jahre laufen. Überzeugungsarbeit klappt bekanntlich nicht über Nacht.

Verena Kern ist stellvertretende Chefredakteurin von klimareporter°.

Ich würde gerne wissen, warum die Bundesregierung dasselbe nicht auch für den Windkraft-Ausbau tut. Auch hier gibt es wachsende Widerstände, auch hier finden viele Bürger die Anlagen hässlich und wollen sie nicht in ihrer Nähe herumstehen haben.

Und auch hier, beim Ausbau der Windenergie, ist der Bedarf längst nicht gedeckt. Im Gegenteil. Die vielen neuen E-Autos, die nach dem Willen der Groko bald auf Deutschlands Straßen rollen sollen, brauchen Strom, der möglichst grün sein sollte, damit der Verkehrssektor seine Emissionen endlich reduzieren kann.

Und auch die Digitalisierung, die der Bundesregierung so am Herzen liegt, führt zu einem steigenden Strombedarf, der von Windrädern und nicht von Kohle- oder Gaskraftwerken gedeckt werden muss, falls Deutschland es ernst meint mit seinen Klimazielen für 2030 und später.

Ich finde, dafür sollte die große Koalition sofort eine mehrjährige Kommunikationsoffensive starten und um die Akzeptanz der Bürger für Windenergie werben.

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