Hurra, es regnet

Regen in den australischen Brandregionen verschafft Feuerwehren und Bewohnern eine Atempause. Die Debatten über die Rolle des Klimawandels gehen aber weiter. 


In einer ebenen Wüstenlandschaft ziehen in der Dämmerung Regenwolken, am Horizont regnet es.
Regen bremst die Brände, aber nicht die Debatten in Australien. (Foto: Greg Nadot/​Pixabay)

Es regnet. Endlich. Selten haben das Menschen so erhofft wie die Australier in den Brandregionen im Südosten des Landes. Immerhin gibt es nun zumindest eine Atempause für die Feuerwehrleute und, im wahrsten Sinne des Wortes, eine Chance zum Durchatmen für die Bewohner der Städte und Gemeinden, die vom Rauch eingenebelt wurden.

Doch noch ist die Gefahr nicht gebannt, Dutzende Feuer brennen weiter. Wie lange die Katastrophe noch weitergeht, ist offen, in Australien ist schließlich gerade Hochsommer.

Und die Debatte, ob der Klimawandel hier seine verheerenden Spuren hinterlässt oder nicht, ist längst nicht ausgestanden.

In Down Under geht der Streit darüber in Politik und Medien weiter. Klimaforscher sind sich zwar weitgehend einig, dass die globale Erwärmung die Bedingungen für Buschbrände erhöht.

Der Weltklimarat IPCC hat schon 2007 davor gewarnt, dass die Häufigkeit von Tagen mit extremem Feuer-Risiko im dicht besiedelten Südosten Australiens bis 2020 deutlich ansteigen werde. Trotzdem, die Skeptiker sterben nicht aus.

Eine Debatte betrifft das Ausmaß der Brände. Tatsächlich hat es in Australien schon Jahre mit größeren Brandflächen gegeben. Im Sommer 1974/75 waren über 100 Millionen Hektar betroffen, allerdings in Zentralaustralien, 2002 waren es 40 Millionen, und zwar im Northern Territory. Diesmal sind bisher "nur" gut zehn Millionen Hektar in Flammen aufgegangen, vor allem im Südosten.

Doch das ist dort Rekord. Zudem sind die Folgen weit gravierender, denn bei den früheren Megabränden handelte es sich meist um Gras- und Buschland, in dem Feuer zur Normalität gehören.

Bei den aktuellen Bränden gingen in großem Stil auch viele Wälder in Flammen auf, und zwar mit einer ungeahnten Intensität. Mit Feuerfronten, die 50, 60 Meter hoch waren – und entsprechend schwer zu bekämpfen.

Joachim Wille ist Chefredakteur des Onlinemagazins Klimareporter°.

Die aktuellen Feuer sind in der Tat für Australien "ohne Beispiel", wie der Chef des Feuer-Zentrums an der Universität Tasmanien David Bowman sagte.

Sie passen in das Muster, auf das australische Forscher hingewiesen haben. Vor der Industrialisierung traten in der Region extreme Dürren alle 500 Jahre auf, inzwischen muss alle 50 Jahre damit gerechnet werden. Zudem war 2019 das wärmste und trockenste Jahr seit Beginn der Messungen 1910.

Den Einfluss des Klimawandels abzustreiten, wie es konservative australische Politiker und Medien bisher systematisch getan haben, ist angesichts solcher Erkenntnisse grotesk.

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