Anzeige
GeoTherm Offenburg, Messe 2+3 Juni

Was auf den Teller kommt

Weil sich landwirtschaftlich genutzte Flächen immer weiter ausdehnen, sind die verbleibenden Naturgebiete weltweit unter Druck – mit gravierenden Konsequenzen für die Artenvielfalt. Was hilft: pflanzenbasierte Ernährung.


Ein Teller voller Salatgemüse.
Lokales Gemüse ist gesund für Mensch und Natur. (Foto: Mirka Vargof/​Pixabay)

Wie und was wir essen, hat einen Einfluss, etwa aufs Klima. Essen wir weniger Fleisch, werden weniger Tiere gehalten. Das Ergebnis: Unsere Treibhausgas-Bilanz verbessert sich.

Doch unsere Ernährung hat nicht nur einen Klimaeffekt, wie Forschende der Universität Hamburg in einer aktuellen Studie zeigen. Sie beeinflusst auch die Artenvielfalt.

Weltweit gibt es 35 sogenannte Hotspots der Biodiversität. In diesen Regionen leben besonders viele und seltene Arten, die häufig stark gefährdet sind.

Etwa im Atlantischen Regenwald in Brasilien. Der Artenreichtum hier ist höher als im Amazonasbecken, doch von der ursprünglichen Fläche dieses Waldes ist nur noch ein kleiner Teil erhalten, vermutlich sind es weniger als zehn Prozent. Jeder der 35 Hotspots ist schon heute mindestens um zwei Drittel geschrumpft.

Problem ist dabei dieses Prinzip: Wir wandeln weltweit Pflanzen durch Tiere in Hühnchenbrust oder Rumpsteak um – leider ist das sehr ineffizient. Daher brauchen wir immer mehr Fläche. Und das geht auf Kosten der Natur.

Somit ist auch das letzte Drittel der Biodiversitäts-Hotspots gefährdet. Wir zerstören im großen Maßstab ökologisch wertvolle und abwechslungsreiche Lebensräume, um Tierfutter anzubauen.

Wir können etwas tun

Zum Glück ist das nicht die Nachricht, mit der uns die Forschenden zurücklassen. Wir können etwas dagegen tun, zeigen sie. Ernähren wir uns hauptsächlich pflanzlich, tragen wir maßgeblich zum Schutz der verbleibenden Hotspots bei.

Das Ganze verdeutlicht einmal mehr: Wie wir uns die Natur aneignen, beeinflusst auch das Klima. Und wenn wir pfleglich mit ihr umgehen, sinkt der CO2-Fußabdruck.

Eine Studie in der Fachzeitschrift Global Change Biology zeigte vor Kurzem, dass Maßnahmen, die eigentlich gezielt die Biodiversität schützen sollen, auch gut für das Klima sind. Dadurch, dass sie Kohlendioxid speichern, haben reichhaltige Ökosysteme einen positiven Klimaeffekt.

Das macht Hoffnung. Zwei der größten Krisen, auf die wir zusteuern, nein, in denen wir uns schon längst befinden, lassen sich zusammen lösen. Klimaschutz erhält auch die Biodiversität, und umgekehrt hilft auch der Schutz der Biodiversität dem Klima.

Das ist die positive Botschaft: Wir können selbst mithelfen, beide Bereiche zu stabilisieren. Ein erster Schritt: darüber nachdenken, was wir auf den Teller tun.

Unterstützen Sie unabhängigen Journalismus!

klimareporter° wird herausgegeben vom gemeinnützigen Klimawissen e.V. – Ihre Spende macht unabhängigen Journalismus zu Energiewende und Klimawandel möglich.

Spenden Sie hier