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Zahl der klimabedingten Katastrophen verdoppelt

Die Verwüstungen in Florida durch Hurrikan Michael und die sintflutartigen Regenfälle auf Mallorca sind die jüngsten Beispiele für immer häufiger auftretende klimabedingte Katastrophen. Ihre Zahl hat sich in den letzten 20 Jahren gegenüber den beiden vorangegangenen Dekaden verdoppelt, zeigt eine UN-Studie.


Mexico Beach, Florida, nach Hurrikan Michael.
Die Touristenstadt Mexico Beach in Florida nach dem Hurrikan Michael. (Foto: NOAA)

Schwere Unwetter haben in dieser Woche erneut viele Opfer gekostet. Auf der Urlaubsinsel Mallorca im Mittelmeer starben mindestens zehn Menschen, nachdem es am Dienstag zu sintflutartigen Regenfällen gekommen war. In dem Ort Sant Llorenç gingen innerhalb von nur zwei Stunden rund 230 Liter Wasser pro Quadratmeter nieder.

Zwar ist der Oktober der regenreichste Monat auf Mallorca, doch solche Wassermassen sind außerordentlich. Im Durchschnitt fallen im gesamten Jahr 530 Liter Regen pro Quadratmeter. In Deutschland sind es rund 850 Liter.

Am Donnerstag traf der Hurrikan "Michael" mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 Stundenkilometern im Nordwesten Floridas auf die US-Küste. Die Touristenstadt Mexico Beach wurde verwüstet, nach neuesten Zahlen starben 18 Menschen.

Durch den Klimawandel treten solche extremen Wetterereignisse häufer und heftiger auf, warnen Klimaforscher seit Langem. Eine Studie des UN-Büros für Katastrophenvorsorge UNISDR in Genf hat dies nun genauer beziffert, bezogen auf den Zeitraum 1998 bis 2017.

Nach dem Report, der am heutigen Internationalen Tag der Katastrophenvorsorge vorgestellt wird, hat sich die Zahl der klimabedingten Katastrophen – also Überschwemmungen, Stürme, Hitzewellen, Dürren und Waldbrände – in den letzten 20 Jahren im Vergleich zu den beiden vorangegangenen Dekaden (1978 bis 1997) verdoppelt, und zwar von durchschnittlich 165 Ereignissen pro Jahr auf 329 jährlich.

Insgesamt kam es in dem Zeitraum weltweit zu 7.255 Katastrophen. 43 Prozent davon waren Überschwemmungen und 28 Prozent Stürme. Insgesamt 1,3 Millionen Menschen verloren dabei ihr Leben. Betroffen waren aber noch sehr viel mehr, nämlich 4,4 Milliarden. Sie erlitten Verletzungen, wurden obdachlos oder verloren ganz ihre Heimat oder benötigten irgendeine Form von Nothilfe.

Kosten sind in die Höhe geschnellt

56 Prozent der 1,3 Millionen Todesopfer kamen durch andere, nicht klimabedingte Naturkatastrophen ums Leben, wie Erdbeben, Tsunamis oder Vulkanausbrüche. Bei den 4,4 Milliarden Menschen, die verletzt wurden oder ihre Häuser und ihren Lebensunterhalt verloren, waren 94 Prozent von klimabedingten Phänomenen wie Überschwemmungen, Dürren und Stürmen betroffen.

Auch die Schadenssummen schnellten in extreme Höhen. In den 20 Jahren, die der Bericht untersucht, summierten sich die Schäden ("direct economic losses") auf 2,9 Billionen US-Dollar. Klimabedingte Katastrophen machten davon 77 Prozent oder 2,2 Billionen Dollar aus.

Das ist zweieinhalb Mal so viel wie noch in den zwei Dekaden zuvor. Damals waren es "erst" 1,3 Billionen Dollar an Schäden insgesamt, wobei 895 Milliarden auf klimabedingte Katastrophen entfielen. Zu beachten ist, dass die höheren Schadensmeldungen zum Teil mit den höheren Werten zusammenhängen, die in den betroffenen Gebieten vorhanden sind.

Mexico Beach, Florida, vor Hurrikan Michael.
... und dasselbe Viertel vor dem Hurrikan. (Foto: NOAA)

"Der Klimawandel führt zu immer mehr und immer größeren Katastrophen", sagte UNISDR-Sprecher Denis McClean. Fast vier Fünftel aller Schäden seien durch Katastrophen verursacht wurden, die in einem Zusammenhang mit dem Klima stehen. Allerdings seien nicht alle Katastrophen, die im Zusammenhang mit dem Klima stehen, auf die Erderwärmung zurückzuführen.

Die tatsächlichen Kosten der Katastrophen sind dabei noch deutlich höher, da die Studie nur die Schäden erfasst, die von den Ländern berichtet wurden. Die Studienautoren gehen davon aus, dass lediglich bei einem Drittel der Katastrophen die Schäden erfasst worden sind.

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