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Immer noch spricht nichts fürs Leugnen

Eine Studie der Universität Bern hat Wellen geschlagen. Sie entkräftet ein Lieblingsargument der Klimaleugner, heißt es in vielen Medien. Das klingt so, als hätte die Fachwelt noch kürzlich ernsthaft darüber gestritten, ob es einen menschengemachten Klimawandel gibt.


Weltkarte mit gefärbten Flächen, die anzeigen, wann zwischen den Jahren 700 und 1400 das wärmste halbe Jahrhundert war.
Die "Mittelalterliche Warmzeit" war nicht global – die wärmste 50‑Jahres‑Periode zwischen 700 und 1400 entfiel je nach Region auf verschiedene Jahrhunderte. Eine Sensation im Streit mit "Klimaskeptikern" ist die Studie aber nicht. (Grafik: Universität Bern)

Die Klimakrise ist von allen Seiten einzigartig. An ihrem Anfang steht der Mensch mit seinen CO2-Emissionen, denn die natürlichen Schwankungen im Klimasystem reichen nicht aus, um die dramatischen Veränderungen auf der Erde zu erklären. Und auch wenn ihr Ausmaß noch ungewiss ist, ist eines schon klar: dass auch ihr Ausgang anders aussehen wird als der früherer Klimaveränderungen.

Das hat kürzlich ein Forscherteam der Universität Bern noch einmal bestätigt. In der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins Nature stellen die Wissenschaftler ihre Untersuchungen zu fünf historischen Klimaveränderungen dar und zeigen: Anders als die heutige Klimakrise, die sich über den ganzen Globus zieht, waren die früheren Ereignisse auf einige Weltregionen begrenzt.

Die Studie entkräfte ein Lieblingsargument der Klimaleugner, ist jetzt in vielen Medien zu lesen. Das ist zwar nicht falsch, aber irreführend. Denn es geht um Nonsens, der schon lange als solcher identifiziert ist. Das Klima habe sich auf natürlichem Wege schon immer verändert, also sei auch die Klimakrise nicht außergewöhnlich, kramen die Klimawandelleugner tatsächlich immer wieder aus ihrer argumentativen Mottenkiste.

Das ist schon nach den Regeln der Logik nicht gültig. Das eine folgt schlicht nicht aus dem anderen. Warum sollten zwei Phänomene, wie ähnlich sie sich auch sein mögen, zwangsläufig dieselbe Ursache haben? Eines kommt aber erschwerend hinzu: Es ist beileibe nicht so, als hätte die Fachwelt bis letzte Woche über die Frage gestritten – und jetzt das Argument entkräftet.

Etliche Forscher sind in den vergangenen Jahren zu ähnlichen Ergebnissen gekommen wie jetzt das Team aus Bern. Und dass wir am Beginn einer Klimakrise stehen, die der Mensch größtenteils selbst verursacht hat, ist seit Langem wissenschaftlicher Konsens.

Susanne Schwarz ist Redakteurin bei Klimareporter°.

Dafür spricht natürlich auch die neue Studie. Das jähe Ende eines aufwühlenden Konflikts bedeutet sie aber nicht. Auch wenn das kein Material für mitreißende Überschriften hergibt.

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