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Graue Weihnachten

Schnee zum Fest? Wird auch immer seltener, hat der Deutsche Wetterdienst in seinem Klimaarchiv ermittelt. Gar nicht schön, gerade in Corona-Zeiten.


Zugeschneite Autos stehen in einer Straße der Kleinstadt Luckenwalde in Brandenburg.
Schnee wirkt entschleunigend – aber dafür haben wir ja eigentlich schon die Pandemie. (Foto: Tino Lehmann/​Shutterstock)

Corona-Weihnachten, schon wieder.

Ansteckungsgefahr vorm Baum, Covid-Schnelltests als Top-Geschenk, Umarmen nur mit 2 G plus, um Oma und Opa zu schützen. Besinnlichkeit sieht anders aus.

Vielleicht kommen ja auch noch Besuchsbeschränkungen. Dann wird's ganz finster. Alle bleiben (un)schön zu Hause. Doch dann immerhin Spaziergänge im Schnee. Das hilft über das Schlimmste hinweg.

Weiße Weihnacht? Wie sieht es damit aus?

Die Wetterexpert:innen halten sich bedeckt. Frühestens zehn Tage vor dem Fest trauen sie sich, eine Prognose abzugeben.

Bisher hat der Winter in Teilen der Republik ja schon seinen Einstand gegeben, nicht nur in Bayern, wo es ohnehin gern mal schneit, sondern auch in Berlin oder in Meck-Pomm. Also könnte es diesmal was werden.

Vielleicht rettet das Winterwetter die Weihnachtsstimmung. Doch man muss Realist bleiben. Verlassen kann man sich nicht darauf. Man muss schon Glück haben. Denn die Wahrscheinlichkeit für Schnee an den Weihnachtstagen nimmt kontinuierlich ab.

Das können die Wetterleute eindeutig belegen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat aus gegebenem Anlass sein Klimaarchiv dazu ausgewertet. Das zeigt: Der Klimawandel vertreibt die romantische weiße Weihnacht Schritt für Schritt aus Deutschland.

Nur noch alle zehn Jahre

Der DWD hat die Klima-Referenzperioden von 1961 bis 1990 und 1991 bis 2020 miteinander verglichen. Das Ergebnis ist eindeutig. Die Chance auf eine Schneedecke an allen drei Weihnachtstagen ist deutschlandweit um 13 und regional sogar um bis zu 44 Prozentpunkte zurückgegangen.

Konkret bedeutet das: Die meisten Deutschen können sich inzwischen nur noch im Schnitt alle zehn Jahre über Schnee an den drei Feiertagen freuen.

Besonders von der Abnahme betroffen ist der Süden der Bundesrepublik, wo man noch vor wenigen Jahrzehnten fast jedes zweite Jahr verschneite Weihnachten feiern konnte. Beispiel München: Hier lag die Wahrscheinlichkeit früher bei 33 Prozent, nun sind es noch knapp 14. Oder Frankfurt am Main, hier sank sie von 17 auf sechs Prozent.

Joachim Wille ist Chefredakteur des Online-Magazins Klimareporter°.

Einen kleinen Trost hat der Wetterdienst. In höheren Lagen oberhalb von 1.500 bis 2.000 Metern sei auch in den nächsten Jahrzehnten genügend Naturschnee für den Wintersport zu erwarten – und meistens weiße Weihnachten.

Könnte nur ein wenig eng werden, wenn alle dorthin wollen.

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