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Rezo legt nach

Schon mehr als neun Millionen Menschen haben Rezos CDU-Video angeschaut. Jetzt hat er gemeinsam mit 90 weiteren Youtubern ein neues Statement veröffentlicht – mit dem Aufruf, bei der EU-Wahl für keine Partei zu stimmen, die die Klimakrise nicht ernst nimmt.


Rezo
Rezo kommt aus Aachen und studierte Informatik an der TU Dortmund. Wie er wirklich heißt, sagt er nicht. (Foto: Screenshot/​Rezo/​Youtube)

Die Zahl der Klicks für Rezos Youtube-Video, in dem er die CDU unter anderem für ihre unzureichende Klimapolitik angreift, ist noch weiter gestiegen. Mehr als neun Millionen Aufrufe verzeichnet der Clip "Die Zerstörung der CDU" mittlerweile (Stand Samstagmittag).

Noch im ersten Schock über die ungewohnte Attacke hatte die überrumpelte CDU auf die 14 Millionen Wähler verwiesen, die bei der Bundestagswahl 2017 für sie gestimmt hatten (genauer: 14 Millionen Erststimmen, 12,4 Millionen Zweitstimmen).

Das war am letzten Dienstag, drei Tage nachdem Rezos Video online gegangen war und bereits mehr als zwei Millionen Klicks erhalten hatte. Rezo, sollte der CDU-Einwand bedeuten, spricht nicht für die Mehrheit. Doch inzwischen ist das Kritik-Video des 26-Jährigen von dem CDU-Wähleranteil gar nicht mehr so weit entfernt.

Faktenchecks

Der Klimawissenschaftler Stefan Rahmstorf hat die wichtigsten Aussagen zum Klima in Rezos CDU-Video einem Faktencheck unterzogen - und findet nur einen Kritikpunkt. Einzelheiten finden Sie hier.

 

Auch die Chemikerin und Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim hat Rezo "wissenschaftlich geprüft" und kommt zu dem Ergebnis: "Rezo hat Recht". Das Video finden Sie hier.

 

Der Energieexperte Volker Quaschning hat sich die "offene Antwort" der CDU an Rezo angeschaut - und keine substanzielle Widerlegung der Aussagen des Youtubers gefunden. Details hier.

Am gestrigen Freitag hat Rezo nun nachgelegt. Er geht jedoch nicht auf die Einladung zu einem persönlichen Gespräch ein, die CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak als neue Verteidigungsstrategie seiner Partei ausgesprochen hatte.

Stattdessen ruft Rezo in einem knapp dreiminütigen Video-Statement gemeinsam mit über 90 weiteren Youtubern zur Europawahl auf – und zwar mit Blick auf die klimapolitische Programmatik der Parteien.

Wörtlich heißt es: "Es gibt viele wichtige politische Themen, aber nach der Risiko-Hierarchie hat die potenzielle Zerstörung unseres Planeten offensichtlich die höchste Priorität. Jedes andere Thema muss sich hinten anstellen."

Die "irreversible Zerstörung unseres Planeten", sagen die Youtuber, sei "leider kein abstraktes Szenario, sondern das berechenbare Ergebnis der aktuellen Politik".

Tatsächlich war Klimaschutz im Europawahlkampf bestenfalls ein Thema am Rande. Die Wahlprogramme der meisten Parteien verraten nur wenig klimapolitische Ambition.

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Die Youtuber um Rezo sprechen dies direkt an und und rufen explizit dazu auf, bei der EU-Wahl keine Partei zu wählen, die die Klimakrise nicht ernst nimmt.

"Daher bitten wir alle: Wählt nicht die CDU/CSU, wählt nicht die SPD", heißt es in dem Statement. "Wählt auch keine andere Partei, die so wenig im Sinne von Logik und der Wissenschaft handelt und nach dem wissenschaftlichen Konsens mit ihrem Kurs unsere Zukunft zerstört. Und wählt schon gar nicht die AfD, die diesen Konsens sogar leugnet."

Der Clip wurde mittlerweile über 1,7 Millionen Mal aufgerufen.

Lesen Sie auch unseren Parteiprogramm-Check zur Europawahl: "Klima, Energie, Verkehr: Das wollen die Parteien" und unseren Kommentar zu Rezos CDU-Video: "Die Schwäche der stärksten Partei"

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