Waldbesetzung am Frankfurter Flughafen geräumt

Die Polizei hat am Dienstag ein Protestcamp am Frankfurter Flughafen geräumt. Klimaaktivisten hielten dort seit Jahresanfang den Treburer Wald besetzt, um die Rodung für den Ausbau des Flughafens zu verhindern.


Autobahnausfahrt zum Frankfurter Flughafen inmitten vom Treburer Wald.
Das neue Terminal 3 des Frankfurter Flughafens ist umstritten – auch wegen des Klimaschutzes. (Foto: Fraport AG)

"Wald statt CO2-Schleudern" stand auf einem Transparent im Treburer Wald nahe Frankfurt am Main. Der Wald soll für ein neues Flughafen-Terminal gerodet werden. Um das zu verhindern, hielten Klimaaktivisten ihn seit Januar besetzt. Am Dienstag hat die Polizei das Protestcamp nun aufgelöst.

Bei der Räumung trafen mehrere hundert Polizisten auf 21 Aktivisten. Die Besetzer hatten neben den Baumhäusern und einem Küchenzelt sogenannte Tripods sowie Barrikaden errichtet. Zwei Frauen hatten jeweils einen Arm in den Waldboden betoniert, andere verketteten sich miteinander oder mit Bäumen.

Laut Polizei verlief die Räumung friedlich. Zur Identitätsfeststellung wurden einige Besetzer in Gewahrsam genommen und es wurden Platzverweise ausgesprochen. Nach Angaben der Besetzer mussten allerdings zwei Menschen zeitweise im Krankenhaus behandelt werden.

Der Flughafenbetreiber Fraport, in dessen Besitz das Gelände ist, sperrte den Bereich ab. Die Polizei ist dennoch weiter vor Ort, um zu verhindern, dass "Unbefugte" den Bereich betreten. Fraport will nicht juristisch gegen die Besetzer vorgehen, wie eine Sprecherin des öffentlichen Unternehmens gegenüber Klimareporter° sagte.

Früher als Bannwald geschützt

Unterstützung bekamen die Besetzer von lokalen Bürgerinitiativen, die dem Ausbau des Flughafens wegen des Lärms und der Schadstoffbelastung kritisch gegenüberstehen. Schon 2014 riefen Bürgerinitiativen aus Trebur, Neu-Isenburg, Mörfelden-Walldorf, Rüsselheim und Groß-Gerau zu geführten Waldspaziergängen auf, um gegen das geplante Vorhaben zu demonstrieren.

Doch offenbar wird der öffentliche Protest nicht von allen toleriert – im Juli brannten auf dem Protestcamp eine Barrikade und das Küchenzelt. Die alarmierte Feuerwehr konnte einen Waldbrand verhindern. Die Besetzer gingen damals von Brandstiftern aus der rechten Szene aus.

Der Treburer Wald war in den Neunzigerjahren als Bannwald und damit besonders wichtig für Klima und Luftreinhaltung klassifiziert worden. Schon kurz darauf wurde der Schutzstatus wieder aufgehoben, um den Wald für den Flughafenausbau freizugeben.

Jetzt sollen für die Autobahnzufahrt zum umstrittenen Terminal 3, das gerade gebaut wird, weitere sechs Hektar gerodet werden. Die neue Abfertigungshalle ist für Billig-Airlines vorgesehen.

"Die das Klima am besten schützende Vegetation dieses Planeten soll gefällt werden, um die klimaschädlichste Fortbewegungsart, das Fliegen, zu fördern", sagte Jana Ballenthien von der Umweltorganisation Robin Wood. "Das ist absurd und läuft allen Klimazielen zuwider."

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