"Europawahl ist Klimawahl"

Schüler und Studierende von "Fridays for Future" sowie Klimaaktivisten aus zehn Ländern haben den Vorplatz des EU-Parlaments in Brüssel besetzt, um erneut für mehr Klimaschutz zu werben. Jüngste Prognosen sagen den Groko-Parteien Verluste voraus.


Schüler besetzen Vorplatz des EU-Parlaments
"Fridays for Future" besetzt den Vorplatz des Europaparlaments, 25. Mai 2019. (Foto: Luisa Neubauer/​Fridays for Future)

Am Vorabend des letzten Europawahltags haben Dutzende Schüler und Studierende der "Fridays for Future"-Bewegung sowie Klimaaktivisten am heutigen Samstag den Vorplatz des EU-Parlaments in Brüssel besetzt. Unter dem Hashtag #occupyforclimate rufen sie dazu auf, die EU-Wahlen als Klimawahlen zu verstehen und für mehr Klimaschutz zu stimmen.

Die Aktion sei "unser offener Brief an alle", so die Protestierenden, die aus zehn verschiedenen Ländern kommen, darunter Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Dänemark, Spanien, Italien, Lettland und auch aus der Schweiz.

"Wir rufen jede wahlberechtigte Person auf, zur Wahl zu gehen und dabei für das Klima zu wählen", heißt es in dem Aufruf. "Dieses im Jahr 2019 gewählte EU-Parlament wird das letzte sein, das dafür sorgen kann, dass das 1,5-Grad-Ziel eingehalten wird."

Das neue Parlament müsse Europa aus der Klimakrise steuern und den ökologischen Zusammenbruch abwenden, fordern die Protestierenden. "Wenn ihr versagt, lasst ihr die europäische Jugend im Stich."

Die Aktivisten haben Zelte dabei, um die ganze Nacht auf dem Platz zu verbringen. Ob es dazu kommt, ist derzeit unklar. Nach Angaben der Aktivisten hat die Polizei zugesagt, den Protest bis in die Abendstunden zuzulassen.

Unterdessen sagen jüngste Prognosen zum Europawahl-Ergebnis in Deutschland Verluste für die Groko-Parteien voraus. Laut ZDF-Politbarometer könnte die CDU nur auf 28 Prozent und die SPD lediglich auf 17 bis 18 Prozent kommen.

Die Grünen könnten demnach zulegen und mit 18 bis 19 Prozent zweitstärkste Kraft werden. Die Linke steht in den Prognosen zwischen sechs und sieben Prozent, die FDP zwischen fünf und sechs Prozent. Die AfD kann mit zwölf Prozent rechnen.

Unterstützen Sie unabhängigen Journalismus!

klimareporter° wird herausgegeben vom gemeinnützigen Klimawissen e.V. Ihre Spende macht unabhängigen Journalismus zu Energiewende und Klimawandel möglich.

Spenden Sie hier