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Widerstand gegen Solarparks: Der nächste Energiewende-Showstopper?

Es braut sich mal wieder was zusammen am Energiewende-Horizont. Der Bau von Solarparks gerät zunehmend in die Kritik und droht an Akzeptanz zu verlieren. Dabei ist klar: Ohne einen massiven Zubau an Freiflächenanlagen werden die Klimaschutzziele in Deutschland nicht zu erreichen sein. Was tun?


Fußballfeldgroßer Solarpark am Rhein bei Herten, einem Ortsteil von Rheinfelden an der Schweizer Grenze.
Solarpark, hier in Rheinfelden-Herten: Gute Bürgerbeteiligung ist wichtig. (Foto: Elektrizitätswerke Schönau eG)

Neben dem Widerstand gegen die Windenergie regt sich in Teilen des Landes auch Kritik am Bau von Solarparks beziehungsweise Photovoltaik-Freiflächenanlagen. Für diese gebe es nicht genügend Fläche, sie versiegelten die Landschaft und nützten lediglich Großinvestoren, so wesentliche Vorbehalte von Bürgerinitiativen und lokalen Umweltgruppen. Trotz nach wie vor hoher Zustimmung zum Erneuerbaren-Ausbau sieht knapp ein Drittel der Landbevölkerung den Bau von Solarparks inzwischen kritisch.

Ungünstige Vorzeichen für die nächste Phase der Energiewende, in der es nun den Kurs auf das 1,5-Grad-Ziel von Paris festzulegen gilt. Der Solarenergie kommt dabei vor allem bis 2030 eine wachsende Bedeutung zu, wie sowohl der neue Koalitionsvertrag als auch die Klimaneutralitätsstudien des Thinktanks Agora Energiewende oder des Kopernikus-Forschungsprojekts Ariadne darlegen.

Denn der Windenergie-Ausbau wird unter anderem wegen des anhaltenden Genehmigungsstaus noch Jahre brauchen, um auf das nötige Ausbauniveau von mindestens 7.000 bis 8.000 Megawatt pro Jahr zu kommen. Vermutlich deshalb nennt der Koalitionsvertrag auch kein explizites Windenergie-Ziel für 2030, aber mit rund 200.000 Megawatt ein sehr ordentliches Ziel für die Solarenergie.

Die Wissenschaftler:innen von Ariadne rechnen in ihrer Studie zwar "nur" mit einer solaren Erzeugungsleistung von gut 185.000 Megawatt, um den wachsenden Strombedarf zu decken und die Klimaschutzziele zu erreichen. Dabei verraten sie jedoch, welche Technologien es braucht: Die Kapazität der Dachanlagen soll bis 2030 auf 115.000 Megawatt ansteigen, die der Freiflächenanlagen von derzeit rund 15.000 auf 70.000 Megawatt.

Klimaschutz erfordert massiven Zubau von Solarparks

Deutlich wird: Nötig ist fortan von allem mehr – und zwar schneller als bisher. Wer meint, man könne mit Photovoltaik zunächst die Dächer vollpacken und dann erst in der Fläche bauen, irrt. Dafür bleibt mit Blick auf die Klimaziele keine Zeit. Es gilt in den kommenden acht(!) Jahren die Kapazität der Solarparks mindestens zu verfünffachen. Wie soll das gelingen angesichts wachsender Kritik?

Zwischen aufgeständerten Photovoltaikanlagen weidet eine Schafherde.
Schafe weiden im Solarpark – solche extensive Grünlandnutzung wird von Naturschutzverbänden begrüßt. (Foto: EWS)

Zunächst lohnt ein Blick auf die Vorbehalte. So widerlegen Potenzialstudien die Annahme, dass es für Solarparks nicht genügend Fläche gebe. Demnach verfügt Deutschland grundsätzlich über ein Ausbaupotenzial von etwa einem Prozent der Gesamtfläche, ohne dass es zu einem Konfliktrisiko mit anderen Flächennutzungen kommt.

Ferner führt der Bau von Solarparks, wie gerne angeführt, nicht grundsätzlich zu einer hohen Flächenversiegelung. Denn durch die aufgeständerten Module bleibt die betroffene Fläche zum überwiegenden Teil unberührt. Der Naturschutzbund und der Bundesverband Solarwirtschaft verweisen sogar darauf, dass durch die für Solarparks typische extensive Grünlandnutzung eine Aufwertung der Böden und der regionalen Biodiversität erreicht werden kann.

Mehr direkte Teilhabe ist der Schlüssel zum Erfolg

Entscheidend wird künftig sein, Anrainer:innen stärker an der Wertschöpfung der Parks zu beteiligen, sodass diese in der Bevölkerung nicht mehr nur als Kapitalanlage für Großinvestoren wahrgenommen werden.

Nicht grundlos kommen bei der Kritik an Solarparks oft Dachanlagen als Alternative ins Spiel: Der Zugang zu günstigem Solarstrom, sei es durch Eigenversorgung oder durch Mieterstrom, ermöglicht eine direkte Teilhabe an der Energiewende und macht Bürger:innen unabhängiger von steigenden Strompreisen und Energiekonzernen. Das erklärt die Beliebtheit solcher Projekte.

Damit auch die Akzeptanz gegenüber Solarparks steigt, braucht es also neben Standards für eine gute Planung vor allem einen transparenten Beteiligungsprozess, der Betroffene ernsthaft einbezieht und ihnen eine direkte Teilhabe ermöglicht.

Für Letzteres hat die EU in ihrer Erneuerbare-Energien-Richtlinie RED II unter anderem mit dem Recht auf Energy Sharing und der Stärkung von Energiegemeinschaften bereits den Grundstein gelegt. Damit können Bürger:innen zu Mitbetreiber:innen von Solarparks werden und den produzierten Strom auch direkt vor Ort nutzen. Das würde auch Menschen ohne Eigenheim oder Mieterdachanlage mehr Teilhabe erlauben.

Leider hat die große Koalition die zum 30. Juli dieses Jahres fällige Umsetzung der EU-Regelungen bis heute verschleppt. Die angehende neue Bundesregierung erwähnt das Recht auf Energy Sharing immerhin im Koalitionsvertrag. Doch Papier ist geduldig. Wenn der schwelende Konflikt um die Freifläche nicht zum nächsten Energiewende-Showstopper werden soll, dann ist sie gut beraten, diesen schon mit dem Klimaschutz-Sofortprogramm im kommenden Jahr zu entschärfen.

Dieser Beitrag wurde nicht von der Redaktion erstellt. Er ist in Kooperation mit den Elektrizitätswerken Schönau eG (EWS) und ihrem energiepolitischen Sprecher Peter Ugolini-Schmidt in der Rubrik Advertorials erschienen.

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