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Chemisches Recycling: Lösung oder Teil des Problems?

Die Depolymerisation von Kunststoffen ist eine Alternative zum thermischen Recycling, wenn mechanische Verfahren nicht greifen. Zu den technischen Möglichkeiten und Grenzen dieses chemischen Recyclings veranstaltet das Recycling Magazin am 20. Oktober einen "Recycling Talk".


Einige verkorkte Flaschen mit farbigen Flüssigkeiten, dahinter eine schwarze Tafel mit chemischen Formeln von Kohlenwasserstoffen.
Bei der Depolymerisation werden Kunststoffe in ihre Grundbausteine zerlegt und neu "zusammengesetzt". (Bild: Mastertux/​Pixabay)

Kunststoffabfälle stehen stark im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit. Aber trotz jahrzehntelanger Bemühungen können viele Kunststoffabfälle heute nur schlecht oder gar nicht mechanisch recycelt werden.

Als Alternative kommt das chemische Recycling ins Spiel. Dabei handelt es sich um einen Sammelbegriff für Verfahren zur Depolymerisation von Kunststoffen. Die Kunststoffe werden in ihre Grundbausteine zerlegt, aus denen neue Kunststoffe hergestellt werden.

Die petrochemische Industrie investiert kräftig in diese Technologien. Sie kooperiert zudem immer mehr mit Entsorgungsunternehmen. Aber eine Reihe von Fragen bleibt offen.

So sind einige Verfahren bereits Jahrzehnte alt. Bisher konnten sie sich nicht etablieren. Es stellt sich die berechtigte Frage, woran das liegt.

Für die meisten Verfahren sind hohe Temperaturen im Prozess notwendig. Dies geht einher mit einem erheblichen Energiebedarf. Zudem fallen überall Reststoffe an, die verwertet werden müssen.

Weitgehend unklar sind auch die potenziellen Umweltauswirkungen. Hier liegt es an den Anlagenbetreibern, mehr Transparenz zu schaffen.

Zudem gibt es Bedenken, dass es aufgrund des benötigten Materials zu einer Konkurrenzsituation zwischen dem mechanischen und dem chemischen Recycling kommt.

Ergänzung zum mechanischen Recycling

Der Kritik steht auf der anderen Seite das Versprechen gegenüber, Kunststoffabfälle behandeln zu können, die für das mechanische Recycling ungeeignet sind. Damit könnten vor allem Abfälle verwertet werden, die heute der thermischen Verwertung zugeführt werden.

Verschiedenartige Glasbehälter im Chemielabor, etwa zur Hälfte mit einer farblosen Flüssigkeit gefüllt, teils mit schwarz aufgedrucktem Volumen.
Viele Projekte zum chemischen Recycling haben das Laborstadium bereits verlassen. (Foto: George Hodan/​Public Domain Pictures)

Zudem kann das chemische Recycling Schadstoffe ausschleusen. Damit kann das Material in Verpackungen mit Lebensmittelkontakt verwendet werden.

Noch befinden sich die meisten Projekte im Pilotstadium. Andere Anlagen konzentrieren sich auf einzelne Kunststoffe und haben einen relativ geringen Output. Das wird sich aber in den kommenden Jahren ändern. Große Anlagen sind bereits im Bau oder zumindest in Planung.

Die Debatte wird sicher weitergeführt werden, bis es mehr Erkenntnisse und möglicherweise politische Vorgaben gibt. Wenn man die Verfahren nicht als Alternative, sondern als Ergänzung zum mechanischen Recycling sieht, haben sie durchaus ihre Berechtigung. Sie müssen sinnvoll da eingesetzt werden, wo das mechanische Recycling an seine Grenzen gerät.

Klar ist auf jeden Fall auch: Das chemische Recycling ist auf jeden Fall eine Alternative zur thermischen Verwertung – wenn als Produkt nicht nur Brennstoff entsteht.

"Recycling Talk" am 20. Oktober

Verfolgen Sie die Debatte im Recycling Magazin weiter. Zu den technischen Möglichkeiten und Grenzen des chemischen Recyclings veranstaltet das Magazin unter anderem auch einen "Recycling Talk" am 20. Oktober. Die Teilnahme an der Online-Veranstaltung ist kostenlos.

Darüber hinaus wird auf der Website des Recycling Magazins und in der kostenlosen App mit tagesaktuellen kostenlosen Nachrichten über die neuesten Entwicklungen in der Kreislaufwirtschaft informiert.

Das Recycling Magazin berichtet seit über 75 Jahren unabhängig und aktuell über die wirtschaftlichen, politischen und technischen Entwicklungen in der Recycling- und Entsorgungswirtschaft. Sein Maßstab ist ein qualitativ hochwertiger Journalismus mit allen Facetten einer modernen Berichterstattung.

Endgeräte verschiedener Größe, auf deren Bildschirmen das Recycling-Magazin angezeigt wird.
Bild: RECYCLING magazin

Zusätzlich zur deutschen Ausgabe berichtet das Recycling Magazin viermal im Jahr in seiner englischsprachigen Ausgabe über internationale Entwicklungen in der Kreislaufwirtschaft. Der Fokus liegt dabei vor allem auf der EU.

Neben der inhaltlichen Berichterstattung übernimmt der Verlag Verantwortung und möchte einen positiven Beitrag für unsere Umwelt leisten. In Kooperation mit der Tropenwaldstiftung Oro Verde werden mit jedem neuen Jahresabo verschiedene Regenwald-Schutzprojekte unterstützt.

Dieser Beitrag wurde nicht von der Redaktion erstellt. Er ist in Kooperation mit dem Recycling Magazin in der Rubrik Advertorials erschienen.

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