Rheinisches Dorf wehrt sich mit Solarstrom

Am Wochenende des 7. August finden wieder Proteste gegen den Braunkohleabbau im Rheinischen Revier statt. Die Ortschaft Keyenberg direkt am Tagebau Garzweiler II soll 2026 der Kohle weichen. Die Bewohner:innen leisten Widerstand und engagieren sich mit Unterstützung der Ökoenergie-Genossenschaft Greenpeace Energy für Solaranlagen auf ihren Dächern.


Menschen vor der Kirche in Keyenberg mit bunten Fahnen, gelben Kreuzen und Transparenten wie: Diese Wirtschaft tötet.
Protestaktion: Am vergangenen Sonntag endete in Keyenberg der von Kirchengruppen initiierte Kreuzweg gegen Kohle. (Fotos: Andreas Fechner/​Greenpeace Energy)

Die erste Kirche soll es in Keyenberg bereits im Jahr 714 oder 716 gegeben haben – heute steht jedenfalls mitten im Ort die Heilig-Kreuz-Kirche. Noch endet der RWE-Tagebau Garzweiler II direkt vor dem Ort, will aber vor der Kirche genauso wenig haltmachen wie vor den Menschen, die hier ihre Heimat haben. "Die Grube reicht bis 500 Meter vor mein Haus", sagt Sabine Caspers, die seit 1994 hier wohnt.

Im März dieses Jahres kam die sogenannte Leitentscheidung: Keyenberg soll 2026 – zwei Jahre später als einst geplant – abgebaggert werden. Der Widerstand ist groß. Vor dem Hintergrund der katastrophalen Flut im Juli ist es erst recht unvorstellbar, dass ein Dorf wie Keyenberg tatsächlich noch weggebaggert werden soll, um klimaschädliche Kohle abzubauen.

"Die Auswirkungen sind gravierend – und die Notwendigkeit ist einfach nicht mehr gegeben", meint Barbara Ziemann-Oberherr. "27.000 deutschsprachige Wissenschaftler:innen sagen: Es ist Zeit, aus der Kohle auszusteigen." Das Thema liegt ihr sehr am Herzen. Seit über 40 Jahren wohnt sie mit ihrer Familie in Keyenberg, im elterlichen Haus ihres Mannes. Sie ist sich sicher: "Die Energiewende ist nicht länger eine Frage der technologischen Umsetzbarkeit, sondern eine Frage des politischen Willens."

Barbara Ziemann-Oberherr vor ihrem Wohnhaus mit weißen Klinkern in Keyenberg, auf dem Dach die Solaranlage.
Barbara Ziemann-Oberherr vor ihrem Wohnhaus in Keyenberg. Auf dem Dach die von Greenpeace Energy ermöglichte Photovoltaikanlage.

Greenpeace Energy fördert Anlagen

Ein Großteil der Einwohner:innen hat Keyenberg bereits verlassen. 26 Familien, insgesamt 60 Menschen, bleiben aber. Damit leisten sie nicht nur Widerstand, sie verfolgen auch ein klares Ziel: Statt ihre Häuser zu verkaufen, werten sie sie auf, indem sie in erneuerbare Energien investieren: Insgesamt fünf Photovoltaikanlagen, gefördert mit dem Solarstrom-plus-Tarif des Ökoenergieanbieters Greenpeace Energy, werden schon jetzt auf Keyenbergs Dächern entstehen. Zwei sind bereits fertig, weitere sollen folgen.

Zusammen produzieren die schon jetzt von der Energiegenossenschaft geförderten Module künftig rund 75.000 Kilowattstunden Strom – das deckt rechnerisch mehr als den Eigenbedarf des Dorfes. Die Vision ist klar: Keyenberg soll nicht nur erhalten bleiben, sondern auch unabhängig von Stromriesen wie RWE sein. "Es ist einfach nicht mehr nötig, dass Kohle abgebaut wird, um damit Energie zu gewinnen", sagt Ziemann-Oberherr, auf deren Haus eine der Anlagen sauberen Sonnenstrom produziert.

Blick auf den Braunkohletagebau Garzweiler.
Die Erweiterung des Braunkohletagebaus Garzweiler bedroht das Dorf Keyenberg.

Eine weitere Anlage soll im Herbst auf dem Dach von Sabine Caspers installiert werden. "Meine Vision ist, dass dieser Ort autark wird – und wir sind auf einem guten Weg", sagt die Keyenbergerin. "Ich wünsche mir, dass die Menschen eigenständig werden und die Verantwortung für die Sache selbst in die Hand nehmen."

Vor einigen Monaten hätte die Heilig-Kreuz-Kirche entwidmet werden sollen – das wurde jedoch gestoppt. Der Glaube ist groß, dass bis 2026 noch einiges passieren wird. Für Sabine Caspers gibt es nur eine Möglichkeit: "Ich bin überzeugt, dass diese Dörfer bleiben."

Dieser Beitrag wurde nicht von der Redaktion erstellt. Er ist in Kooperation mit der Greenpeace Energy eG in der Rubrik Advertorials erschienen.

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