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New York nimmt Immobilienbesitzer in die Pflicht

Der Stadtrat von New York City will die Treibhausgas-Emissionen der Küstenstadt stark absenken. Besitzer von großen Gebäuden werden verpflichtet, ihren Ausstoß vom klimaschädlichem CO2 zu reduzieren.


Skyline von Manhattan mit dem Empire State Building
Allein im Empire State Building fallen im Laufe eines Jahres pro Quadratmeter 67 Kilogramm CO2 an. (Foto: Sam Valadi/Flickr)

New York will den schlafenden Riesen wecken. Die Treibhausgasemissionen des Gebäudesektors sollen stark sinken. Am Donnerstag stimmte der Stadtrat für ein umfassendes Gesetzespaket, das vor allem den Immobiliensektor dazu verpflichtet, seine Emissionen bis 2030 um 40 Prozent und bis 2050 um 80 Prozent zu senken.

Gebäude gelten als die größte Quelle klimaschädlicher CO2-Emissionen in New York. 60 Prozent des Energieverbrauchs der Stadt sowie zwei Drittel der CO2-Emissionen werden dem Heizen und Kühlen sowie dem Stromverbrauch in Gebäuden zugerechnet.

Das Herzstück des Gesetzespakets, das als lokaler Green New Deal bezeichnet wird, zielt deshalb auf die Immobilienbranche. Künftig soll der CO2-Ausstoß von Gebäuden mit einer Geschossfläche von mehr als 2.300 Quadratmetern gedeckelt werden.

Das Gesetz begrenzt die Menge an Kohlendioxid, die ein Gebäude pro Quadratmeter verursachen darf. Dabei gelten unterschiedliche Grenzwerte für Wohn-, Geschäfts- und Industriegebäude.

Rund 50.000 Gebäude sollen nun mit isolierenden Fenstern, Dämmungen und effizienteren Heizungs- und Klimaanlagen ausgestattet sowie mit Strom aus erneuerbaren Quellen beliefert werden.

Zwar trifft die Regelung nur einen kleinen Teil der New Yorker Immobilien, auf diese entfällt aber mindestens ein Drittel aller Gebäudeemissionen. Es wird geschätzt, dass die Maßnahmen die Immobilienbesitzer vier Milliarden US-Dollar kosten werden. Werden die Vorgaben nicht erreicht, drohen Strafzahlungen.

"Größte CO2-Einsparung in einer Stadt weltweit"

Die Immobilienwirtschaft bezeichnete die Vorgaben als "völlig unerreichbar", die Wohnkosten würden dadurch noch weiter in die Höhe getrieben. Ausgenommen von den neuen Regeln sind neben kirchlichen Einrichtungen jedoch das öffentliche Wohnungswesen der Stadt und Wohnungen mit preisstabilen Mieten.

"Dieses Gesetzespaket wird zur größten CO2-Einsparung in einer Stadt führen, nicht nur in New York City, sondern weltweit", sagte der Stadtrat Costa Constantinides. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio kündigte an, die Gesetze zeitnah zu unterzeichnen.

Neben den Vorgaben zur Senkung der Gebäudeemissionen sollen mehr Dächer begrünt und mit Solaranlagen bestückt werden. Außerdem wird das Aufstellen von Windkraftanlagen erleichtert.

Mehr als 20 fossile Kraftwerke sollen durch Batterie-Speicher-Systeme ersetzt werden, die durch erneuerbare Energien aufgeladen werden. Weiterhin sollen Papiertüten künftig mit einer Gebühr von fünf Cent belegt werden.

Die US-amerikanische Metropole an der Ostküste liegt nur knapp über dem Meeresspiegel, im Durchschnitt sind es 40 Zentimeter. Die Stadt ist schon jetzt von Hochwasser bedroht, weil der Anstieg des Meeres hier stärker als im weltweiten Durchschnitt ausfällt.

Einer Prognose der Stadt zufolge könnte der Meeresspiegel in New York – wenn die Emissionen unvermindert hoch bleiben – bis zum Ende des Jahrhunderts um etwa 1,80 Meter steigen.

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