Nun doch ein Tempolimit

Das Umweltbundesamt hat neue Zahlen ermittelt. Danach wird durch Tempo 120 deutlich mehr CO2 eingespart als bisher gedacht. Verkehrsminister Wissing muss umdenken.


Autobahn-Leitplanke, neben der ein Verkehrsschild die Höchstgeschwindigkeit von 120 Kilometern pro Stunde anzeigt.
Tempo 120 – wenig Einschränkung für viel Klimaschutz. (Foto: Thomas Schöffler/​Shutterstock)

Ein allgemeines Tempolimit auf deutschen Autobahnen? Seit Jahrzehnten wird darüber verbissen diskutiert.

Es bringt weniger Verkehrstote, weniger Schadstoffe und, aktuelles Thema, mehr Klimaschutz – so die Befürworter. Es zerstört die deutsche Autoindustrie, die das Freie-Fahrt-Image braucht, um ihre Premium-Pkw hierzulande und weltweit verkaufen zu können – so die Gegner.

Die Befürworter haben jetzt ein neues, gewichtiges Argument: Die CO2-Einsparung durch ein Tempolimit wäre deutlich höher als bisher angenommen. Laut Umweltbundesamt würden bei Tempo 120 pro Jahr 6,7 Millionen Tonnen CO2 vermieden, nicht nur 2,6 Millionen.

Damit ist endlich eine aktuelle Datenbasis für die Debatte geschaffen, die jahrelang daran krankte, dass veraltete Untersuchungen immer nur hochgerechnet wurden. Einzusparen wäre mehr als ein Fünftel der von Pkw und Nutzfahrzeugen auf Autobahnen verursachten CO2-Fracht. Das ist ein Wort.

Bundesverkehrsminister Wissing (FDP), der bisher beim Klimaschutz mauert und sich gegen ein Tempolimit sperrt, wird umdenken müssen. Hier hat er ein Instrument in der Hand, mit dem er einerseits die verheerende CO2-Bilanz des Verkehrssektors schnell verbessern kann und andererseits die deutsche Autoindustrie zukunftsfähiger macht.

Denn Zwei-Tonnen-Elektro-Boliden mit 250 Spitze braucht die Welt nicht wirklich.

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