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Die Liebe zum Lebendigen

Erkenntnisfreude und Respekt für Diversität als Schlüssel zur Nachhaltigkeit: Eine Reflexion anlässlich des Todes der Biodiversitätsforscher Thomas Lovejoy und Edward Wilson.


Porträtaufnahmen von Thomas Lovejoy und Edward Wilson.
Tom Lovejoy (links) und E. O. Wilson, zwei Koryphäen der Biodiversitätsforschung, sind gestorben. (Fotos/​Ausschnitte: Jim Harrison/​PLoS/msilvaonline/​Wikimedia Commons)

In den Weihnachtstagen 2021 sind in den USA zwei herausragende Vertreter der biologischen Forschung gestorben: Thomas E. Lovejoy, von der Naturschutzwelt liebevoll als "Godfather of Biodiversity" bezeichnet, am 25. Dezember im Alter von 80 Jahren in McLean (Virginia), und Edward O. Wilson, wegen seiner bahnbrechenden Forschungsergebnisse zur Biogeografie von Inseln und zur sozialen Kommunikation von Insekten nicht selten als "Darwins natürlicher Erbe" verehrt, am 26. Dezember im Alter von 92 Jahren in Burlington (Massachusetts).

Die Lebenswege dieser beiden Ausnahmewissenschaftler zeichnen sich neben allen Unterschieden durch bemerkenswerte Parallelen aus. Lovejoy, Einzelkind und Sohn wohlhabender Eltern von der Upper East Side in New York, wählte schon seine Grundschule danach aus, wie gut die Naturkunde dort unterrichtet wird. Die Wahl des Jungen fiel schließlich auf eine Schule, die nicht nur einen hervorragenden Biologielehrer hatte, sondern auch einen kleinen Zoo, in dem sich Tom dem Studium der Vogelwelt widmen konnte.

Wilson, nach der Scheidung der Eltern in seinem siebten Lebensjahr oft allein, machte sich früh auf, um neugierig die Wälder und Sümpfe im Umfeld seiner Heimatstadt Mobile in Alabama zu durchstreifen und auf Insekten zu untersuchen. Dabei waren seine bevorzugten Untersuchungsobjekte Ameisen und Schmetterlinge, deren äußere Merkmale, Verhaltensweisen und Lebensraumansprüche er sich präzise ansah und einprägte.

Diese Kindheitserfahrungen haben beide nach eigener Auskunft nicht nur zu Naturliebhabern, sondern auch zu frühen Feldforschern gemacht. Wilsons entomologische Doktorarbeit an der Harvard University und die Nachfolgestudien führten ihn seit den 1950er Jahren nach Kuba, Mexiko und später in den Südpazifik, wo er etliche neue Ameisenarten beschrieb und katalogisierte.

Noch heute gilt sein gemeinsam mit dem Schweizer Kollegen Bert Hölldobler verfasstes Buch "The Ants" ("Ameisen") als Standardwerk über diese faszinierende Familie, die weltweit etwa 13.000 Arten umfasst und rund 40 Prozent der globalen Biomasse von Insekten ausmacht. Das ist weit mehr, als die gesamte Menschheit auf die Waage bringt.

Wilsons Arbeiten zur Biogeografie von Inseln, in denen er Zusammenhänge zwischen Arealgrößen und Artenzahlen beschrieb und analysierte, ließen sich zu guten Teilen auch auf das Festland übertragen und bildeten so eine wichtige Grundlage für die Bestimmung notwendiger Mindestgrößen von Naturschutzgebieten. Diese Areale, so Wilson, gelte es konsequent vor Zerschneidung und wirtschaftlicher Erschließung zu bewahren.

In den letzten Jahren machte sich Wilson mit seiner Biodiversity Foundation zur treibenden Kraft des "Half-Earth"-Konzeptes, das die Hälfte unseres blauen Planeten an Land und auf See ganz von menschlicher Nutzung freihalten will.

Lovejoy befasste sich in seiner Doktorarbeit an der Yale-Universität 1971 mit der Ökologie von Vögeln im Amazonasgebiet. Die "grüne Lunge der Erde" und deren Tierwelt sollte ihn nie wieder loslassen. Über fünfzig Jahre forschte er hier nicht nur zu ornithologischen Fragen, sondern auch zu den ökologischen Folgen der Zerstörung und Zerschneidung des Regenwaldes durch Straßenbau, Bergbau, Siedlungsprojekte, Brandrodung, Rinderzucht und Sojaanbau.

Im Interview mit einem brasilianischen Wissenschaftsmagazin beschrieb Lovejoy 2015 das Kennenlernen Amazoniens wie eine paradiesische Erfahrung, die seine Weltsicht als junger Doktorand gründlich verändert habe: "Es war die schiere Faszination, und so begann ich mich allmählich vom reinen Wissenschaftler zum forschenden Naturschützer zu wandeln. Das Amazonasbecken ist einer der wichtigsten Orte der Welt, für die man sich einsetzen kann."

Breites Publikum im Blick

Anders als in Deutschland üblich, wo Naturschutz und Klimaschutz oft unfruchtbar als Gegensätze diskutiert werden und die jeweiligen Fach-Communitys nur wenig verzahnt sind, haben Lovejoy und Wilson schon in den frühen 90er Jahren auf die katastrophalen Folgen des menschengemachten Klimawandels für die biologische Vielfalt hingewiesen. Neben der Zerstörung, Fragmentierung und Übernutzung der Landschaft sowie der Umweltverschmutzung durch Pestizide, Nährstoffüberschüsse und Plastikmüll sei die Erderwärmung eine Hauptursache für den Artenschwund, der im Falle des Nichthandelns beim Klimaschutz verheerende Ausmaße annehmen werde.

Umgekehrt sei der Schutz von Wäldern, Böden und Feuchtgebieten eine der besten Möglichkeiten, das lokale wie das globale Klima zu schützen. Sowohl für die Empfehlungen des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) als auch für die der Intergovernmental Platform on Biodiversity and Ecosystem Services (IPBES) bilden die Arbeiten von Lovejoy und Wilson bis heute wichtige Grundlagen.

Überhaupt sind die Fußabdrücke der beiden frühen Scientists for Future in den politischen und gesellschaftlichen Debatten der vergangenen Dekaden erheblich. Wilson etwa verstand unter Öffentlichkeit nicht nur die wissenschaftliche Fachöffentlichkeit, sondern richtete sich in seinen zahlreichen Publikationen mit sprachlicher Eleganz und guter Allgemeinverständlichkeit auch immer wieder an ein breites Publikum.

Porträtaufnahme von Reinhard Loske.
Foto: privat

Reinhard Loske

beteiligt sich seit den 1980er Jahren in Theorie und Praxis am Nach­haltigkeits­diskurs, als Forscher, Universitäts­professor, Politiker, Publizist und international tätiger Berater von Regierungen und Nicht­regierungs­orga­ni­sa­tio­nen. Er ist Mit­heraus­geber des gerade erschienenen neuen Jahrbuchs Ökologie und Mitglied von Ecoropa, dem "European Network for Ecological Reflection and Action".

Seine Bücher handelten von so unterschiedlichen Themen wie der Liebe zum Lebendigen ("Biophilia"), der menschlichen Natur ("On Human Nature"), der Vielfalt des Lebens ("The Diversity of Life"), der Einheit des Wissens ("Consilience") und der bedrohten Landschaft seiner Kindheit ("Anthill: A Novel").

Viele von Wilsons Arbeiten wurden mit höchsten wissenschaftlichen und literarischen Preisen ausgezeichnet. Für "On Human Nature" und "The Ants" wurde er mit dem renommierten Pulitzer-Preis ausgezeichnet, für sein wissenschaftliches Lebenswerk mit der National Medal of Science und der Hubbard-Medaille der National Geographic Society.

Auch für Lovejoy war das Publizieren immer zugleich Kommunikation mit der Gesellschaft, wobei er oft als Teamspieler auftrat, etwa bei der Herausgeberschaft der großen Bände zum Zusammenhang von Erderwärmung und Biodiversität (1992, 2005 und 2019), in denen er die weltweit besten Expertinnen und Experten zum Thema versammelte. Von Reagan bis Obama wirkte Lovejoy unter fünf amerikanischen Präsidenten als naturschutzpolitischer Berater. Auch Funk und Fernsehen wusste er stets virtuos zu bespielen, wenn es darum ging, Menschen von der Sache des Naturschutzes zu überzeugen.

Eine besondere Form der direkten Kommunikation praktizierte Lovejoy mit Prominenten aus dem Showbusiness, etwa mit Olivia Newton-John und Tom Cruise. Er lud sie in Amazoniens Hauptstadt Manaus ein und unternahm mit ihnen Dschungelexkursionen, zeigte ihnen die Schönheit des tropischen Regenwaldes, erklärte ihnen die Ursachen seiner rasanten Schrumpfung und machte sie so faktisch zu Botschafterinnen und Botschaftern für den Amazonaswald. Dass dabei vielleicht manchmal die Grenze zum Kitsch überschritten wurde, störte ihn wenig.

Noch heiklere Kommunikationsbeziehungen wagte zeitlebens Wilson. Mit seinem Buch "The Creation: An Appeal to Save Life on Earth" ("Die Schöpfung: Ein Appell zur Rettung des Lebens auf Erden") begann er 2007 als überzeugter Vertreter der Evolutionstheorie einen Dialog mit der evangelikalen Gemeinschaft Amerikas und versuchte sie davon zu überzeugen, dass sich die Dringlichkeit von Natur- und Klimaschutz sowohl wissenschaftlich und rational als auch religiös und spirituell herleiten lässt. Egal ob Humanist oder religiöser Mensch, müsse man zum gleichen Ergebnis kommen: Die natürlichen Lebensgrundlagen sind die Basis unserer Existenz, die wir schützen müssen.

Manch einer hat diesen Dialogversuch als hoffnungslos naiv bezeichnet, weil gerade unter Evangelikalen der Anteil von Kreationisten, Hassern der Evolutionslehre und Leugnern des menschengemachten Klimawandels eminent hoch ist. Doch von dieser Einschätzung ließ sich Wilson nicht beeindrucken.

Im Gegenteil vertrat er die These, dass ein gewisses Maß an "politischer Naivität" notwendig sei, weil Intoleranz nicht mit Intoleranz beantwortet werden dürfe, Dialogverweigerung nicht mit Dialogverweigerung, Polemik nicht mit Polemik, Hass nicht mit Hass. Wenn sich alle stets nur anschrien, sei wechselseitiges Verständnis nicht möglich.

Berechtigte und unberechtigte Kritik

Überhaupt waren Wilson und Lovejoy zeit ihres Berufslebens im Umgang mit berechtigter und unberechtigter Kritik konfrontiert, teilweise mit sehr scharfer. Wilsons Thesen zur Soziobiologie aus den 1970er Jahren, die von einem Zusammenhang von genetischer Ausstattung und sozialen Verhaltensweisen ausgehen, aggressiven und egoistischen ebenso wie empathischen und kooperativen, wurden als "biologistisch" attackiert. Sie seien eine unzulässige Übertragung von Beobachtungen aus dem Tierreich in die Welt der Menschen und spielten implizit den Wert von Erziehung, Bildung und Kultur für das menschliche Sozialverhalten herunter.

Das hatte der passionierte Lehrer Wilson freilich nie getan, sondern lediglich festgestellt, dass die genetische Ausstattung eines Lebewesens einen kleinen Teil seines Verhaltens bestimme ("Grob gesagt … vielleicht zehn Prozent"), welcher aber anzuerkennen sei. Der wahre Erfolgsfaktor der Evolution sei aber nicht das "egoistische Gen" (Richard Dawkins), sondern die Vernetzung und Kommunikation.

Auch Wilsons "Half-Earth"-Konzept erfährt heute Kritik, von rechts wie von links. Von der religiösen Rechten wird ins Feld geführt, dass es für die Menschheit doch um den biblischen Auftrag gehe, sich die Erde untertan zu machen, und nicht darum, sie zur Hälfte ungenutzt zu lassen.

Eher links wird argumentiert, das Konzept gehe von einem negativen Menschenbild aus, das nur in den Kategorien des Schadens zu denken vermöge und nicht erkenne, dass der Stoffwechsel zwischen Mensch und Natur im Rahmen einer sozial-ökologischen Transformation gerecht umzugestalten sei. Dann nämlich könne der Mensch zum Hüter der Natur werden, statt sie zu zerstören.

Auch die Vertreterinnen und Vertreter von indigenen Organisationen sehen das "Half-Earth"-Konzept kritisch. Sie stünden, so ihr Argument, in einem prinzipiell harmonischen Verhältnis zur Natur, das sich im Zuge einer langen Ko-Evolution entwickelt habe. Es gehe deshalb darum, endlich die Rechte der indigenen Völker anzuerkennen, nicht darum, sie für abstrakte und globale Ziele aus der Natur zu verdrängen.

Mit ähnlichen Vorwürfen sah sich Thomas Lovejoy konfrontiert, als er gemeinsam mit anderen in den 80er Jahren für das Konzept der "Debt-for-Nature Swaps" warb, das vorsah, den Ländern der Südhemisphäre ihre Schulden zu erlassen, wenn sie im Gegenzug ihre Naturgüter schützen, besonders ihre Wälder. Diese Art von "Schulden gegen Natur"-Tauschgeschäften erfuhren vor allem von der internationalen Solidaritätsbewegung harsche Kritik, die dahinter "Neokolonialismus im grünen Gewand" witterte und Lovejoy naive Marktgläubigkeit vorwarf.

Heute kann man sagen, dass diese Art von Tauschgeschäft auf kleine Nischen beschränkt geblieben ist. Aber das Problem der eklatanten Unterfinanzierung des Naturschutzes, gerade in den tropischen Wäldern, besteht weiter. Die industrialisierte Welt löst ihre Finanzierungsversprechen für den Naturschutz nach wie vor nur äußerst unzureichend ein.

Widerspruch haben Lovejoy auch seine klaren Aussagen zu den Ursachen der Corona-Pandemie eingetragen. Diese sei nicht völlig unerwartet über uns hereingebrochen, sondern von uns selbst verursacht und deshalb absehbar gewesen. Wer immer tiefer in unberührte Naturräume vordringe, komme dort nun einmal mit Virenstämmen in Kontakt, die unser Organismus nicht kenne und die deshalb leichtes Spiel hätten.

Auch sei der Verzehr von Wildfleisch ("Bushmeat") aus Regenwäldern und Savannen ein bekannter Pfad der Verbreitung gefährlicher Viren. Das ihm entgegengehaltene Argument, Bushmeat sei nun einmal eine wichtige Proteinquelle für die indigenen Bevölkerungen, ließ er gelten, pochte aber zugleich auf die empirische Evidenz seiner These.

Ganz gleich, wie man sich selbst zur Soziobiologie oder zur "Half-Earth"-Idee, zum Konzept der "Debt for Nature Swaps" oder der These von der Corona-Pandemie als Folge von mangelndem Respekt vor der Wildnis positionierte, so ließ sich doch stets sagen, dass die damit einhergehenden kontroversen Diskussionen fruchtbar waren und zu einem Erkenntnisgewinn für die Gesellschaft geführt haben. Im besten Habermasschen Sinne waren es Beiträge zur Stärkung der deliberativen Demokratie, die in den USA momentan nicht gerade in Blüte steht.

Die ökologische Kommunikation der Zukunft

Welche Botschaften hinterlassen uns Edward Wilson und Thomas Lovejoy nach ihrem Tode nun, gerade in einer Zeit der multiplen und zum Teil eskalierenden Krisen? Sicher sind es viele, aber drei drängen sich doch besonders auf.

Erstens: Die simple Wahrheit, dass man nur schützen kann, was man kennt und liebt, ist ein starkes Plädoyer dafür, das Interesse von Kindern an der belebten und unbelebten Natur möglichst früh zu fördern, kognitiv wie emotional. Das ist ein Auftrag an Familien, Kindergärten und Schulen gleichermaßen. Diese Förderung wird heute nicht mehr die gleiche sein wie in den Kindertagen von Wilson und Lovejoy, digitale und spielerische Elemente bieten ergänzende Möglichkeiten. Aber das Erfahren von unmittelbarer Natur, ihre Beobachtung und der reale Umgang mit ihr, das sind letztlich die Quellen der Liebe zu allem Lebendigen.

Zweitens: Politik kann die ökologische Frage nicht allein auf technischem Wege bearbeiten und sich auf Windräder, Solaranlagen, Wärmepumpen, Elektroautos und Wasserstoffproduktion begrenzen. Sie muss Klimaschutz, die Bewahrung der biologischen Vielfalt und Ressourcenschonung als Einheit begreifen, nicht leichtfertig falsche Widersprüche erzeugen ("Rotmilan gegen Windenergie") oder gar Illusionen schüren, etwa diejenige, der Rohstoff- und Flächenbedarf für ein ewig währendes "grünes Wachstum" sei gar kein Problem.

Er ist ein Problem, vom Sand für den anvisierten Bauboom über das Lithium für die Batterien der herbeigesehnten Elektroautos bis zu den ökologisch sensiblen Flächen, die nicht für Nutzungszwecke zur Verfügung stehen. Es geht kein Weg daran vorbei, diese Grenzen des Wachstums beim zügigen Weg in die Nullemissionsgesellschaft zu beachten und Verzicht zu üben, wo dies geboten ist.

Dabei lässt sich zum Glück vieles gütlich lösen, etwa dadurch, dass Energie am Ende der Nutzungsketten konsequent gespart wird und neue Energieerzeugungsanlagen nicht vorwiegend in der freien Landschaft aufgestellt werden, sondern in Gewerbe- und Industriegebieten und entlang von Autobahnen und Bahntrassen. Auch kann die Vielfalt von Pflanzen und Tieren in Solar- und Windparks gezielt gefördert werden.

Vor allem aber: Die Fragmentierung der Landschaft durch immer neue Verkehrswege muss ebenso schnell beendet werden wie ihre Übernutzung. Die Landwirtschaft ist so zu betreiben, dass sie klimaverträglich, biodiversitätsfördernd und bodenschonend zugleich ist. Das ist letztlich nur zu schaffen, wenn unsere Ernährung insgesamt deutlich fleischärmer wird und Futtermittelimporte sowie Fleischexporte deutlich zurückgehen.

Zuletzt: Wer wie Wilson und Lovejoy die Vielfalt des Lebens zum Gegenstand seiner Forschung hat, der weiß auch um die Diversität der Menschen, ihrer Prägungen, Orientierungen und Vorlieben. Und er weiß um die Pluralität der Gesellschaft, in Wilsons und Lovejoys Fall der amerikanischen. Allen mit Respekt zu begegnen, ihnen aber zugleich nicht nach dem Munde zu reden, seien es zornige Arbeiter aus dem Rust Belt oder überdrehte Hollywood-Stars, Ostküstenliberale mit Hang zur allumfassenden "Wokeness" oder verquere Evangelikale aus dem Mittleren Westen, diese Kunst beherrschten beide.

Respekt im Umgang, Faktenorientierung entlang der Wissenschaft, Entscheidungsklarheit auf der Höhe der Herausforderungen, Kompensation der "Verlierer" wo immer möglich, Schaffung von echten Alternativen, Ertragen von Widersprüchen, ehrliche Zuversicht statt aufgesetzter Optimismus. Ist das die ökologische Kommunikation der Zukunft, die unsere Gesellschaften so dringend brauchen, um in Sachen Klima-, Biodiversitäts- und Ressourcenschutz endlich voranzukommen? Vieles spricht dafür.

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