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Kennt ihr auch Menschen, die Angst vor Chemtrails haben? Dahinter steckt die Vorstellung, Flugzeuge würden gezielt Giftstoffe versprühen – als geheime Methode zur Kontrolle von Wetter, Gesundheit oder sogar Gedanken. Diese Theorie hält sich hartnäckig, obwohl es keinerlei wissenschaftliche Belege dafür gibt.

Was diese Chemtrails in Wirklichkeit sind: Kondensstreifen. Sie entstehen, wenn Wasserdampf und Rußpartikel aus Flugzeugtriebwerken auf kalte Luft in großer Höhe treffen. Der Wasserdampf gefriert und wird als Streifen am Himmel sichtbar. 

Foto: Silke Reents

Volker Quaschning

ist Professor für Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin. Seine Lehr- und Sachbücher zur Energiewende gelten als Standardwerke.

Ist die Luftfeuchtigkeit in der Höhe hoch, dauert es lange, bis die Eiswolken sich auflösen. Keine Gifte, keine Verschwörung, reine Physik.

Doch auch wenn niemand dadurch vergiftet wird, sind Kondensstreifen trotzdem ein Problem. Sie beeinflussen das Klima massiv.

In großer Höhe wirken sie wie künstliche Schleierwolken. Sie lassen das Sonnenlicht hinein, verhindern aber, dass die Wärme wieder entweicht – wie eine Decke. Dadurch verstärken sie die Erderhitzung.

Klimawissenschaftler:innen sagen klar, die Klimawirkung von Kondensstreifen verdreifacht in etwa die Wirkung des CO2-Ausstoßes beim Fliegen. Heißt: Ein Flug ist nicht nur wegen des Kohlendioxids schlecht fürs Klima, sondern auch wegen der Streifen am Himmel.

Kondensstreifen bedrohen deine Gesundheit also nicht, weil sie giftig sind, sondern weil sie die gefährliche Erderhitzung anfeuern. Ein sichtbares Zeichen, dass wir viel weniger fliegen sollten.