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Kein Leben ohne Internet

Surfen, posten, streamen: Die Digitalisierung schreitet voran. Und damit wächst der CO2-Ausstoß. Die Deutschen versuchen gegenzusteuern, doch sie brauchen Hilfe von der Politik.


Frau sitzt im Homeoffice am Laptop.
Homeoffice erhielt einen Corona-Schub, aber auch die Freizeit wird immer weiter digitalisiert. (Foto: Nenad Stojković/​Flickr)

Das Leben findet digital statt, immer intensiver. Es wird gemailt, gestreamt, gesurft und per Video konferiert, was das Zeug hält. Von 82 Millionen Deutschen, Babys und Greise mitgezählt, nutzen 60 Millionen das Internet.

Gefragt, worauf sie im Sinne des Klimaschutzes am ehesten verzichten könnten, nannten jüngst 38 Prozent das Fliegen und 30 Prozent das Fleischessen. Aber nur 16 Prozent könnten ohne ihr Smartphone leben und 13 Prozent ohne Internet.

Bei den jungen Leuten zwischen 16 und 29 ist das noch ausgeprägter: Für sie ist es ausgeschlossen, offline zu leben. Nur ein Prozent kann sich das vorstellen. Kein Wunder, dass die Datenflut im Netz unablässig steigt – und damit auch der CO2-Ausstoß, der damit verbunden ist.

Die positive Nachricht: Laut der Umfrage, die vom Digitalverband Bitkom jetzt durchgeführt wurde, ist das den Menschen durchaus bewusst. Und viele achten inzwischen auch darauf, die damit verbundenen negativen Klimawirkungen zu begrenzen oder sogar positive Klimaeffekte zu erzielen.

Die Umfrage zeigt, dass viele viel Ahnung von den Zusammenhängen haben. Fast zwei Drittel löschen überflüssige Daten oder Apps auf ihren Geräten, um Speicherressourcen freizugeben und damit Energie zu sparen. Gut die Hälfte vermeidet Stand-by, schaltet elektronische Geräte also komplett ab.

Immerhin 44 Prozent verwenden, wenn möglich, die Energiesparfunktion bei Laptops oder Monitoren, und 21 Prozent reduzieren die Helligkeit von Bildschirmen, um Energie zu sparen.

Nicht ganz so toll sieht es bei der Hardware aus. Zwar achten fast drei Viertel darauf, Geräte möglichst lange zu nutzen, bevor sie ersetzt werden. Und sogar 92 Prozent sind sich bewusst, dass durch herumliegende Altgeräte wertvolle Rohstoffe verschwendet werden.

Joachim Wille ist Chefredakteur des Online-Magazins Klimareporter°.

Allerdings: 40 Prozent geben zu, bei ihnen zu Hause sei genau das der Fall. Und immerhin 22 Prozent haben schon mal ein Elektrogerät in den Hausmüll geworfen, weil sie nicht wussten, wie es richtig zu entsorgen ist.

All das zeigt: Es muss noch einiges geschehen, damit das digitale Leben klima- und umweltverträglich wird. Die Politik muss dafür sorgen, dass möglichst schnell nur noch Grünstrom das Netz antreibt und die Geräte nachhaltig werden. Zurückdrehen lässt sich die digitale Entwicklung nicht. Wenn man das überhaupt wollte.

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