Graßls Woche

Herbeigeredetes Wetterchaos, geschätztes Methan und der Rettungsversuch eines Untätigen

Kalenderwoche 15: Das Erdsystem kennt kein Erwärmungslimit, ab dem das Wetter "chaotisch" wird, sagt Hartmut Graßl, Physiker und Meteorologe und Mitglied des Herausgeberrats von Klimareporter°. Mit jeder weiteren Erwärmung bei unterlassener Treibhausgasminderung gibt es mehr Wetterextreme.

Analyse

Deutschland gibt Methan-Emissionen offenbar deutlich zu niedrig an

Blick vom Aussichtspunkt Tagebau Reichwalde in Boxberg

Bei der Braunkohleförderung in Deutschland wird viel mehr Methan freigesetzt als bislang angenommen. Das legt eine Studie des britischen Instituts Ember Climate nahe. Die Konsequenzen sind noch unklar.

von Sandra Kirchner

Emissions Gap Report 2023

Auf dem Pfad in die Drei-Grad-Welt

Blick von schräg unten auf ein Flugzeug, das vor einem rötlichen, etwas bewölkten Himmel in Richtung Abendsonne fliegt.

Das Jahr 2022 bricht Rekorde – bisher höchster Ausstoß von Klimagasen, höchster CO2-Anteil in der Luft und wohl wärmstes Jahr seit Messbeginn. Die Welt steuert auf drei Grad Erwärmung zu, warnt ein Bericht des UN-Umweltprogramms Unep.

von Jörg Staude

klima update° – Folge 155

Im Klimafonds fehlen Milliarden, Klimaanpassung wird Pflicht, neue Höchstwerte bei Treibhausgasen

klima update° – Podcast

Das Grundsatzurteil des Bundesverfassungsgerichts beschert der Ampel eine Milliardenlücke im Klimafonds – wo soll nun das Geld herkommen? Deutschland bekommt endlich ein Klimaanpassungsgesetz. Der neue Treibhausgasbericht der Weltwetterorganisation zeichnet ein düsteres Bild.

von Verena Kern, Susanne Schwarz

Gutachten für Green Planet Energy

Flüssigerdgas fast so klimaschädlich wie Steinkohle

Flüssiggas-Tanker an einem LNG-Terminal in Russland.

Die Pläne der Ampel-Regierung zum Bau von LNG-Terminals sind nicht nur überdimensioniert, sondern auch klimaschädlicher als bisher angenommen. Das zeigt eine Klimareporter° vorliegende Analyse. Demnach war Russland 2022 der zweitgrößte LNG-Lieferant für Europa.

von Jörg Staude

Gastbeitrag

Neue Treibhausgas-Rekorde – und was tun wir?

Karikatur: Familie sitzt im Auto, Abgase werden in Fahrgastraum geleitet. Kind sagt: "Spätestens 2050 soll der Motor abgestellt werden!"

Es wird immer heißer, die Gletscher schmelzen immer schneller, die CO2- und Methan-Emissionen erreichen immer neue Rekordwerte. Kommen alle Bemühungen zur Rettung des Weltklimas zu spät? Wo bleibt unser Selbsterhaltungstrieb?

ein Gastbeitrag von Franz Alt

"Gas Flaring"

Flamme von Portowaja wirft Licht auf größeres Problem

Bei einer Ölbohrung wird Gas abgefackelt.

Russland fackelt nahe dem Nord-Stream-Verdichter so viel Gas ab, dass man das selbst aus Finnland sehen kann. Im Vergleich zu den "normalen" Emissionen der Öl- und Gasindustrie durch das Abfackeln und Ablassen von Gas und durch diverse Lecks sind die Emissionen von Portowaja aber fast nebensächlich.

von Christoph Müller

klima update° – Folge 73

Wirtschaft klimaschädlicher geworden, Ökokraftwerk-Produzenten gesucht, rasanter Methan-Anstieg

Aufschrift: klima update°. der klimareporter Podcast. aktuell mit: taz

Deutschlands Wirtschaft ist 2021 fossiler statt grüner geworden. Es fehlen Hersteller von Windrädern und Solaranlagen. Der globale Methan-Ausstoß ist massiv gestiegen.

von Sandra Kirchner, Susanne Schwarz

Hoher Flächenverbrauch

"Biosprit" noch klimaschädlicher als gedacht

Feld mit gelben Rapsblüten bis zum Horizont.

Würde man die Äcker, auf denen aktuell Pflanzen für Agrokraftstoffe wachsen, renaturieren und für Solaranlagen nutzen, würde das die dreifache Menge an CO2 einsparen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Ifeu-Instituts im Auftrag der Deutschen Umwelthilfe.

von Tjade Brinkmann

International Methane Emissions Observatory

Methan endlich im Fokus

Bei einer Ölbohrung wird Gas abgefackelt

Den Ausstoß des aggressiven Klimagases Methan zu senken, bringt für den Klimaschutz besonders viel. Doch die Datenlage ist schlecht. Abhilfe schaffen soll die Internationale Beobachtungsstelle für Methanemissionen, die das UN-Umweltprogramm Unep am Rande des G20-Gipfels in Rom angekündigt hat.

von Joachim Wille

WMO Greenhouse Gas Bulletin

Neue Höchstwerte bei allen Treibhausgasen

Die Erde vom Weltall aus gesehen.

Die Konzentration der drei wichtigsten Treibhausgase hat auch im Coronajahr 2020 neue Rekordwerte erreicht, zeigen die Daten der Weltmeteorologie­organisation WMO. Auch die Zuwachsraten sind so hoch wie nie.

von Verena Kern

Die gute Nachricht

Das Methan-Versprechen

Etliche Erdgasleitungen mit vielen Ventilen führen zu mehreren Gasspeichern.

Die weltweiten Methanemissionen sollen innerhalb der nächsten Dekade um fast ein Drittel sinken. Dazu wollen sich die USA, die EU sowie acht weitere Länder verpflichten.

von Sandra Kirchner

Gutachten von Greenpeace

Klimawirkung von Fleisch und Milch kleingehäckselt

Beim Moorschutz wurde die Umweltministerin alleingelassen, zum Waldkonzept gar nicht gefragt – mit dem Schutz des Klimas hat das Bundesagrarministerium wenig am Hut. Zudem rechnete das Haus Klöckner die Treibhausgas-Emissionen heimischer Fleisch- und Milchproduktion systematisch klein, zeigt jetzt eine Greenpeace-Studie.

von Jörg Staude

Treibhausgas-Neutralität 2045

Dem Methan auf der Spur

Nächtliche Aufnahme der Verdichterstation in Wolokolamsk westlich von Moskau auf dem Weg nach Riga in Lettland.

Weg vom CO2-Tunnelblick: Die für 2045 von Deutschland angestrebte Treibhausgasneutralität erfordert einen neuen Blick auf die verschiedenen Klimagase, sagen Forscher. Methan biete dabei Risiken, aber auch Chancen für den Klimaschutz.

von Jörg Staude

Bericht zu illegalem Import von Kältemitteln

Schmuggler verdienen an Klimagift

Schalter für die Klimaanlage an einem Auto-Armaturenbrett.

Im illegalen Handel mit Fluorkohlenwasserstoffen (FKW) winken hohe Gewinne bei geringem Risiko. Diese Kombination ist eine Einladung an Kriminelle, die besonders klimaschädlichen Substanzen nach Europa zu bringen.

von Christian Mihatsch

Vereinte Nationen gegen Methan

Der "mächtige Hebel" beim Klimaschutz

Wegen Corona sind die CO2-Emissionen letztes Jahr gesunken, der Ausstoß an Methan stieg jedoch auf ein neues Rekordniveau – aus der Gewinnung von Kohle, Öl und Gas, aus der Viehzucht, aus Mülldeponien und Reisanbau. Das UN-Umweltprogramm Unep fordert nun eine verschärfte Anti-Methan-Strategie.

von Joachim Wille

Anrechnung von Treibhausgasemissionen

Das Verwirrspiel um das Teekesselchen "Klimaneutralität"

Ein silbrig-metallisch glänzender neuer Teekessel wird auf dem Herd von einer Gasflamme erhitzt, Wasserdampf entweicht und lässt die Flöte ertönen.

Der Begriff der Klimaneutralität ist mehrdeutig: Es gibt zwei voneinander unabhängige Definitionen. Beide sind verbindlich und etabliert, es fehlt aber eine Vorschrift, um die Beiträge zusammenzurechnen. Wer übernimmt diese lösbare Aufgabe?

ein Gastbeitrag von Hans-Jochen Luhmann

Der gute Wille

Der Blumentopf als Klimakiller

Zahlreiche Balkons an einem mehrstöckigen neuen Wohnhaus, an jedem ein Transparent mit einem Umweltschutz-Slogan.

Frühlingszeit, Pflanzzeit: Viele wissen nicht, dass für viele handelsübliche Blumenerden noch immer Moore zerstört werden. Das ist extrem klimaschädlich, aber leicht vermeidbar. Im Auftrag des Agrarministeriums klärt eine Fachagentur auf.

eine Kolumne von Joachim Wille

Der gute Wille

Zu viel Essen in der Tonne

Präsentation einer großen Menge weggeworfener Lebenmittel, die noch verwendbar sind.

In Deutschland fliegen pro Kopf und Woche 1,5 Kilo Lebensmittel in den Müll – das ist ziemlich genau der Weltdurchschnitt, hat ein UN-Report ermittelt. Fast ein Zehntel des globalen Treibhausgasausstoßes geht auf das Konto der zwischen Acker und Teller verlorenen Lebensmittel.

eine Kolumne von Joachim Wille

Treibhausgas-Bulletin 2020

Corona hilft dem Klima nicht

Die Erde aus dem All gesehen

Der Rückgang der globalen Emissionen durch Corona hat auf die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre keinen spürbaren Effekt. Das zeigt nun auch der Jahresbericht der Weltwetterorganisation.

von Verena Kern

EU-Agrarpolitik

Viel Fläche, viel Geld, viel Treibhausgas

Kühe grasen auf einer Weide in Osteuropa.

Während die EU ihr Klimaziel nach oben schraubt, heißt das Motto bei der europäischen Landwirtschaft: Weitermachen wie zuvor. Eine Studie des Öko-Instituts zeigt nun: Der Agrarsektor könnte bald zum Umwelt-Sorgenkind der EU werden.

von Ben Balzereit

Internationale Studie

Lachgas heizt die Erde mittlerweile mit

Schematische Darstellung: Lachgasemissionen entstehen vor allem durch Landnutzung.

Auch weniger beachtete Treibhausgase wie Lachgas können mit ihren weltweit steigenden Emissionen das Pariser Klimaziel gefährden. Davor warnt eine jetzt erschienene internationale Studie, die den Ausstoß von Distickstoffoxid erstmals weltweit bewertete.

von Jörg Staude

Ignorierte Klimaeffekte im Luftverkehr

Die Zwei-Drittel-Lücke beim klimaneutralen Fliegen

Über einen teils wolkigen, teils verdunkelten Himmel fliegt ein Flugzeug von oben nach unten mit einem weißen Kondensstreifen durchs Bild.

Selbst wenn Flugzeuge von grünen Treibstoffen angetrieben werden, verschwindet nur der kleinere Teil ihres Klimaeffekts. Das zeigt eine neue internationale Studie.

ein Gastbeitrag von Jochen Luhmann

Stillgelegte Bohrlöcher

Die Methan-Zeitbombe

Fracking-Bohrung im Sublette County in Wyoming.

Aus alten Erdöl- und Erdgas-Bohrlöchern, die nicht ordnungsgemäß versiegelt wurden, kann noch über Jahrzehnte klimaschädliches Methan austreten. Die Öl- und Gasindustrie der USA unterschätzt die Kosten zur Schließung von Bohrlöchern um den Faktor zehn.

von Christian Mihatsch

Ausstoß von Distickstoffmonoxid

Lachgas-Problem größer als gedacht

Ein Sojabohnen-Feld wird maschinell geernet.

Lachgas ist ein sehr starkes Treibhausgas – von dem die moderne Landwirtschaft beim Düngen weit mehr freisetzt als angenommen. Das fanden norwegische Forscher heraus. Beunruhigend für den weltweiten Klimaschutz ist ihre Studie noch aus einem anderen Grund.

von Pamela Dörhöfer

WMO Greenhouse Gas Bulletin

Treibhausgas-Konzentration erreicht neuen Rekordwert

Graffiti "I don

Keine Trendwende in Sicht: Die Menge an Klimagasen wie Kohlendioxid und Methan in der Atmosphäre ist auch im vergangenen Jahr weiter angewachsen, zeigen die neuen Zahlen der Weltmeteorologieorganisation WMO.

von Verena Kern

Klimaforschung an ihren Grenzen

Der unheimliche Anstieg der Methan-Konzentration

Forscher ermitteln die Emissionen, die durch den Anbau von Reis entstehen

Eine starke Zunahme der Methan-Werte in der Atmosphäre beunruhigt Klimaforscher weltweit. Denn bisher können sich die Wissenschaftler die steigenden Werte des Treibhausgases, das besonders klimaschädlich ist, nicht erklären.

von Sandra Kirchner

Treibhausgas-Einsparung in Landwirtschaft

Weniger Tiere, mehr Klimaschutz

Eine Studie des Öko-Instituts zeigt, dass die CO2-Ziele in der Landwirtschaft nur mit weniger Fleischproduktion zu erreichen sind. Umwelt-, Entwicklungs- und Bio-Verbände kritisieren die Klimaschutz-Pläne des Ministeriums als Schönrechnerei.

von Friederike Meier, Joachim Wille

Kältemittel

Illegaler Handel mit Klimakillern nimmt zu

Die Klimaanlage in einem Auto

Die EU will den Verbrauch bestimmter Kühlmittel reduzieren, weil sie für das Klima tausendmal schädlicher sind als CO2. Dadurch ist deren Preis gestiegen – was den Schmuggel mit den Mitteln lohnend macht.

von Christian Mihatsch

UN-Bericht

CO₂-Konzentration auf neuer Rekord-Höhe

Die Erde vom Weltall aus gesehen.

Die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre hat weiter zugenommen. Die Welt-Meteorologie-Organisation hat keine Anzeichen festgestellt, dass der Trend sich umkehrt.

von Friederike Meier

Satelliten verbessern Treibhausgasmessung

Das Auge am Himmel

Ein Satellit über der Erde.

Mithilfe neuer Satellitendaten hat Greenpeace die weltweit größten Quellen von Stickoxiden ausgemacht. Die Verursacher können sich jetzt nicht mehr verstecken. Auch für die Messung von Treibhausgasen bieten Satelliten große Chancen.

von Friederike Meier

Klimawirkung von Fleisch und Milchprodukten

Fleischindustrie rechnet Klimalast klein

Hier sind große Stücke Rindfleisch zu sehen

Die großen Fleisch- und Molkereikonzerne schädigen das Klima sehr viel mehr, als die Branche behauptet. Wie groß die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit ist, hat nun eine internationale Studie aufgedeckt – mit erschreckenden Zahlen.

von Verena Kern

Lexikon

CO₂-Äquivalent

Das Klimareporter-Logo

Um verschiedene Treibhausgase wie CO2, Methan und Lachgas vergleichbar zu machen, werden sie entsprechend ihrer Klimaschädlichkeit in CO2-Äquivalente umgerechnet.

Lebensmittelverschwendung

Ist Ihr Land verschwenderisch?

Zu sehen ist eine Mülltonne voller Lebensmittel.

18 Millionen Tonnen Lebensmittel landen in Deutschland jedes Jahr unnötig im Abfall – und heizen durch Produktion und Transport trotzdem den Klimawandel an. Einige Bundesländer gehen schon lange mit Erfolg dagegen vor. Andere blieben weitgehend untätig.

von Susanne Schwarz

Ernährung

"Das wird kein Spaziergang"

Hier ist eine leckere Pizza zu sehen.

Dass die Treibhausgas-Emissionen der Landwirtschaft stagnieren, findet der Agrarökonom und Klimaforscher Hermann Lotze-Campen wenig überraschend. Es fehle an konkreten Plänen, mit denen die Minderungsziele zu schaffen sind. Helfen könne ein Emissionspreis – vor allem mit Blick auf den Fleischkonsum. Ein Interview.

Interview: Tim Altegör

Klimabilanz unserer Ernährung

Ein Teller Treibhausgase

Hier ist ein Steak mit kleiner Gemüsebeilage zu sehen.

Die Erzeugung von Lebensmitteln trägt in großem Umfang zum Klimawandel bei. Dabei ließe sich die CO2-Bilanz unserer Ernährung relativ einfach verbessern, sagen Umweltforscher.

von Astrid Dähn

CO₂-Ausstoß als Maß aller Dinge

CO₂ zählen ist kein Klimaschutz

Kugeln eines Abakus

Unter Klimaschutz wird heute meist das Einsparen einer bestimmten Menge CO2-Äquivalent verstanden. Das ist eine simplifizierende Sichtweise, die zu einem bedenklichen Ablasshandel führt. Notwendige Änderungen am ökonomischen System werden so verschleppt.

ein Gastbeitrag von Camila Moreno, Lili Fuhr, Daniel Speich