Anzeige

UN-Klimagipfel COP 30

Globaler Klimaschutz braucht Verbindlichkeit und ausreichende Finanzierung

Präsident Lula da Silva auf einer Anzeigetafel im vollen Saal, im Vordergrund ist von hinten der Kopf eines Indigenen mit Federschmuck zu sehen.

Belém war ein symbolträchtiger Austragungsort für den 30. Weltklimagipfel. Trotz wichtiger Fortschritte konnte er aber die Erwartungen nicht erfüllen, vor allem gab es keine Einigung auf einen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen.

ein Gastbeitrag von Reimund Schwarze

COP 30 in Belém

Der Nord-Süd-Gegensatz zerbröselt

Zwei Dutzend Delegierte aus vielen Staaten, augenscheinlich vor allem aus dem globalen Süden, stehen in einer dichten Traube beieinander und hören aufmerksam zu, während eine nicht sichtbare Person offenbar spricht.

Bislang folgten UN-Klimakonferenzen dem Muster: Industriestaaten gegen Entwicklungsländer. Doch dieses Jahr in Belém scheint sich der Gegensatz aufzulösen. Grund dafür sind vier Themen, die gar nicht auf der Agenda stehen. 

von Christian Mihatsch

Entwicklungsforscher zur COP 30

Klimagipfel sind wichtig, liefern aber zu langsam

Handgemenge bei einer Protestaktion auf dem Klimagipfel in Madrid, man sieht vor allem hochgehaltene Fotohandys und das Konferenzmotto Time for action is now..

Auch wenn in Belém in den nächsten zwei Wochen drei große Verhandlungsblöcke anstehen, kann das Verhandlungsformat eines Weltgipfels nicht mehr die nötigen Fortschritte im globalen Klimaschutz liefern, warnen Fachleute des deutschen Entwicklungsforschungsinstituts IDOS.

von Jörg Staude

COP 30 in Belém

Klimafinanzierung: Deutschland zeigt sich planlos

Umgekippter Baum auf Auto

Bei der Antwort auf die Frage, welchen Beitrag Deutschland zum diesjährigen Weltklimagipfel leisten wird, blieb Friedrich Merz in Belém noch unkonkret. Wie hoch werden die Klimahilfen ausfallen?

von Tine Heni

UN-Klimagipfel COP 30

Von Klimagipfeln des Öls zum Klimagipfel der Natur

Zwei große Hallen, eine mit einem Satteldach und eine mit einem Tonnendach, stehen an einer großen Straßenkreuzung in einem ansonsten kaum bebauten Teil der Stadt.

Die Vorbereitung des Weltklimagipfels in Belém fiel in eine geopolitisch schwierige Zeit. Deshalb konzentriert sich die COP 30 offenbar auf zwei Themen: die Finanzierung der Klimaanpassung und den Tropenwaldschutz. Hier scheinen noch Erfolge möglich.

ein Gastbeitrag von Reimund Schwarze

Weltklimakonferenz COP 30

Der Klimagipfel im Regenwald

Luftaufnahme des Regenwaldes bei Manaus, der Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Amazonas.

Am 10. November beginnt in Brasilien, am Rande des Amazonas-Regenwaldes die 30. Weltklimakonferenz. Auf die Diplomat:innen warten schwierige Verhandlungstage.

von David Zauner

Der gute Wille

Die Lücke, die uns einholt

Die Pressechefin des UN-Umweltprogramms in Nairobi erläutert den neuen Bericht zur Klimaanpassung, hinter ihr die Titelabbildung des Berichts mit einer Skala ähnlich einer Füllstandsanzeige, die auf wenig über null steht.

Das Geld für die globale Klimaanpassung reicht hinten und vorne nicht, zeigt der neue "Adaptation Gap Report" der UN. Das wird sich rächen, auch für die Wohlstandsnationen.

eine Kolumne von Joachim Wille

Anpassungsindex 2025

Milliarden Menschen gehen bei Klimaanpassung leer aus

Türkisfarbenes Meer, Küste mit Palmen und Häusern.

Über 90 Prozent der Menschen in besonders vom Klimawandel betroffenen Ländern erhalten keine gerechte Finanzierung für Klimaanpassung. Grundlegende Änderungen erwartet das Hilfswerk Brot für die Welt vom Weltklimagipfel in Brasilien, der zum "Anpassungs-Gipfel" werden soll.

von Jörg Staude

"Flotilla 4 Change" zur COP 30

It's all about the climate money

In der Küche des Segelschiffs wird in mehreren großen Töpfen gekocht.

Wie wollen wir auf der Erde leben? Arbeiten wir zusammen und achten aufeinander oder pochen wir nur auf die eigenen Bedürfnisse? Im letzteren Fall ist der Untergang vorprogrammiert, ob als Weltgemeinschaft oder als Team auf See.

ein Gastbeitrag von Kathrin Henneberger

Klimafinanzierung

Klimahilfen, die nicht wirklich helfen

Bewohner der pakistanischen Hafenstadt Karatschi waten durch hüfthohes, braun gefärbtes Wasser.

Offiziell helfen die Industrieländer beim globalen Klimaschutz. Tatsächlich verschärfen sie die Krise für viele Entwicklungsländer, weil ihre "Hilfen" meist Kredite sind, die die Schulden weiter wachsen lassen. Das zeigt ein Bericht von Oxfam und Care.

von Sandra Kirchner

klima update° – Folge 248

Abstriche beim Moorschutz, Regierung will Wasserstoff-Hochlauf beschleunigen, Klimafinanzierung droht einzubrechen

Eine in Wellenbewegungen ansteigende Temperaturkurve und der Schriftzug: Klima-Update – unser Podcast.

Der Umweltminister will mehr Geld in Moorschutz stecken, beim CO2-Sparen aber mehr auf Wälder setzen. Trotz Beschleunigungsgesetz gefährden gekürzte Fördermittel den Wasserstoff-Hochlauf. Deutschland hielt 2024 seine Klimafinanzierungs-Zusage ein, doch 2025 drohen Kürzungen.

von Sandra Kirchner, Susanne Schwarz

Entwicklungsfinanzierung

Schulden und das Klima: Wer zahlt den Preis?

Ein lachender Mann im T-Shirt hält einen roten Fächer hoch, darauf steht auf Englisch: Schulden tötet Entwicklung.

Es wurde viel geredet und viel geschwitzt bei der vierten internationalen Konferenz für Entwicklungsfinanzierung im spanischen Sevilla. Die globale Schuldenkrise dominierte die Verhandlungen. Sie blockiert auch Klimaschutz und Anpassung.

von Laura König (Sevilla)

Entwicklungsfinanzierung

Staaten einigen sich: Keine neue Klimafinanzierung

Blaue und weiße Zelte einer Hilfsorganisation sind in Reihe aufgebaut, im Hintergrund sind Felder weithin überflutet.

Ab heute kommt die Weltgemeinschaft im spanischen Sevilla zusammen und spricht vier Tage lang über Geld. Die vierte internationale Konferenz zur Entwicklungsfinanzierung wird auch für die Klimafinanzierung wegweisend sein. Doch die Abschlusserklärung ist schon fertig – mit vielen leeren Worten.

von Laura König (Sevilla)

UN-Verhandlungen

Klimadiplomatie: Die Macht müsste mit dir sein

Ein paar Sterne im dunklen Weltall.

Der Grundkonflikt zwischen Industrie- und Entwicklungsländern übersteht auch die Klima-Zwischenkonferenz in Bonn unbeschadet. Eine Suche nach den Ursachen.

ein Kommentar von David Zauner

COP-30-Vorkonferenz

Langsam mahlen die Mühlen der Bonner Klimadiplomatie

Die Klima-Zwischenverhandlungen in Bonn reichen die großen Streitthemen an den Klimagipfel in Brasilien weiter. Während das CO2-Budget schon in drei Jahren aufgebraucht sein könnte, lassen die neuen Klimapläne der Staaten auf sich warten.

von David Zauner

Klimagerechtigkeit

Warum Deutschland Kamerun Klimareparationen schuldet

Luftaufnahme eines überschemmten Dorfes.

Vom Kolonialismus führt ein breiter Weg zur Klimaungerechtigkeit. Dass heute eine Klimakatastrophe die Menschen in Kamerun bedroht, liegt wesentlich in der deutschen Kolonialherrschaft vor über hundert Jahren begründet.

ein Gastbeitrag von Divij Kapur

Petersberger Klimadialog

Klimawandel enteilt der Klimapolitik immer schneller

André Corrêa do Lago spricht auf einer Konferenz.

Die internationale Klimapolitik am Leben zu erhalten, ist dem Petersberger Klimadialog in Berlin gelungen. Gemessen am schnellen Klimawandel ist das aber deutlich zu wenig, sagen Fachleute und fordern engagierte Klimapläne und ‑finanzierung.

von Jörg Staude, David Zauner

Klimaschutz-Finanzierung

Studie: "Tax the rich"

Innenraum eines Privatflugzeugs mit Ledersesseln und einem gedeckten Tisch.

366 Milliarden Euro würde eine einmalige Vermögensabgabe für Superreiche in die öffentlichen Kassen spülen, zeigt eine neue Analyse. Damit ließe sich die Klimafinanzierungslücke bis Ende des Jahrzehnts schließen.

von David Zauner

Bundestagwahl 2025

Deutschland hat die Wahl: Im Abseits oder in Führung bei der globalen Klimapolitik

Delegierte unterschiedlicher Länder debattieren intensiv auf dem Klimagipfel 2024 in Baku.

Der Klimawandel steht im doppelten Sinne nicht zur Wahl. Als reales Phänomen kann er nicht abgewählt werden. Als Thema der Politik wird er im heißgelaufenen Wahlkampf völlig überlagert von vermeintlich drängenderen Themen: Migration und Wirtschaft. Das ist fahrlässig.

ein Gastbeitrag von Steffen Bauer , Clara Brandi

Klimagerechtigkeit

Klimafinanzierung läuft an Menschen in Afrika vorbei

Blick auf die gläserne Eingangstür des Weltbank-Gebäudes in Washington

Wegen bürokratischer Hürden, der Auszahlung nur als Darlehen oder an große internationale Organisationen erreicht die globale Klimafinanzierung die Betroffenen in Afrika häufig nicht, kritisieren Aktivist:innen und lokale Initiativen.

von Johnson Kanamugire