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Buchrezension

Der zerbrechliche Augenblick

Baumfarn im peruanischen Bergwald

Der US-Klimaforscher Michael Mann durchstöbert in seinem neuen Buch die Erdgeschichte auf der Suche nach einer passenden Analogie für das Klima, auf das wir zusteuern.

von Benjamin von Brackel

UN-Klimaschutz

"Gewinner waren meist die Weltmärkte, und Verliererin war die Umwelt"

Porträtaufnahme von Ernst Ulrich von Weizsäcker.

Nach dem Kalten Krieg setzten die Staaten auf Globalisierung statt auf Klimaschutz, sagt Ernst Ulrich von Weizsäcker. Der renommierte Umweltforscher spricht über 30 Jahre Weltklimakonvention und die Chancen, wenigstens das Zwei-Grad-Limit zu halten.

Interview: Joachim Wille

Bilderstrecke

Die Linde von Lützerath

Vor einem Jahr wurde Lützerath geräumt. Mittelpunkt des Weilers im Rheinischen Braunkohlerevier war eine Linde. Fotos aus zwei Jahren erzählen die Geschichte der Besetzung und Zerstörung des Klimadorfs anhand dieses markanten Baums.

von Barbara Schnell

Von Deutschland nominiert

Neues Leben statt Todesstreifen

Eine Wildkatze läuft auf trockenen Ästen zielstrebig geradeaus.

Das "Grüne Band" an der früheren deutsch-deutschen Grenze wird als Unesco-Welterbe vorgeschlagen. In Deutschlands größtem Biotopverbund haben viele seltene Arten überlebt. Biotopverbünde dienen auch der Klimaanpassung.

von Joachim Wille

Elektrifizierung

Widerstand ist zwecklos: Am Ende gewinnt immer die Effizienz

Durchschnittliche Energieeffizienz von Leittechnologien der fossilen und nachfossilen Ära in Bereichen wie Kochen oder Mobilität.

Effizienz senkt Kosten. Geringe Emissionen schonen die Gesundheit. Beide zusammen sind seit jeher Treiber der energietechnischen Entwicklung – und die entscheidenden Vorteile elektrischer Anwendungen. Diese setzen sich gerade weltweit und unaufhaltsam in weiteren Wirtschafts- und Lebensbereichen durch.

ein Gastbeitrag von Tim Meyer

Tacheles, Andreas Knie!

Das Auto behält die Vorfahrt

Berliner Straße mit temporärer Busspur, die zu jeder Zeit auch von Radfahrenden zu benutzen ist.

Die Novelle der Straßenverkehrsordnung und des Straßenverkehrsgesetzes ist am Freitag im Bundestag beschlossen worden. Ein erster Schritt zu einer neuen, zeitgemäßen Verkehrspolitik, der aber nichts am "Grundgesetz der Straße" ändert. Das Auto behält seine Dominanz.

eine Kolumne von Andreas Knie

Rezension

Für einen energetischen Pazifismus

Rostiges Autowrack in der Wüste im Zwielicht.

Auf eine neue, radikale Weise charakterisiert Peter Sloterdijk auf nur 80 Seiten die globale Verbrennung von Kohle, Gas und Öl und den dadurch bewirkten Klimawandel. Das ist nicht einfach zu lesen, aber äußerst anregend.

ein Gastbeitrag von Udo E. Simonis

Gefährliche Kernkraft

Die Blamage "Restrisiko"

Atomkraftwerk Biblis bei Nacht.

Atomkraftwerke durften nicht unsicher sein, dafür wurde in Deutschland extra ein Wort erfunden. Das änderte nichts daran, dass auch in deutschen Reaktoren gefährliche und teure Störfälle passierten.

von Joachim Wille

Die gute Nachricht

Ende des Atomzeitalters

Auf Fahrrädern und Trecker demonstrieren Menschen gegen die Einlagerung von Atommüll in Schacht Konrad

Über Jahrzehnte setzte die Politik in Deutschland auf Kernkraft, man erhoffte sich das nukleare Paradies. Dann kam die Ernüchterung. Der Ausstieg war ein langer Kampf, geblieben ist strahlender Müll für eine Million Jahre.

von Joachim Wille

Überraschung des Jahres 2022

Das Jahr der Zuspitzung

Porträtaufnahme von Michael Müller.

Die vielfältigen Krisen, die wir erleben, sind in der Wachstumsdynamik einer Wirtschaftsordnung angelegt, die nicht die menschlichen Bedürfnisse befriedigt, sondern Gewinne erzielen will. Es fehlt eine kritische und aufklärende Theorie, die eine Diagnose der gesellschaftlichen Krisenursachen möglich macht.

von Michael Müller

Vorgänger des Paris-Abkommens

Um Mitternacht die Uhr angehalten

Las Vegas bei Nacht.

Vor einem Vierteljahrhundert wurde das Kyoto-Protokoll verabschiedet. Es war der erste Weltvertrag, der das Klima retten sollte. Doch die globalen Treibhausgas-Emissionen liegen heute viel höher als damals.

von Joachim Wille

Klimaänderungen beeinflussen Geschichte

Die Historiker entdecken das Klima

Türme der Stadtmauer von Xi-an aus dem 14. Jahrhundert bei winterlich trübem Wetter.

Bislang haben Historiker vor allem mit Texten gearbeitet. Seit einigen Jahren stehen ihnen aber auch präzise Klimadaten zur Verfügung. Durch die Kombination dieser Quellen lassen sich neue Erkenntnisse gewinnen, nicht zuletzt über die Bedeutung des Klimas für menschliche Gesellschaften.

von Christoph Müller

Der gute Wille

Wachstum, lass nach

Porträtaufnahme von Donella Meadows.

Vor 50 Jahren kam die legendäre Studie des Club of Rome heraus. Sie unterschätzte zwar die Verfügbarkeit von Ressourcen, lag aber mit ihrer Warnung vor ungebremstem Wachstum vollkommen richtig.

eine Kolumne von Joachim Wille

Tacheles, Andreas Knie!

Die Welt voller Waffen

Ein Panzer mit zur Seite gerichtetem Rohr vor nächtlichem Feuerschein.

Versorgungssicherheit ist jetzt wichtiger als die Klimakrise, verkündet der deutsche Wirtschaftsminister. Regierungs- und Oppositionsparteien fallen in alte Weltbilder zurück. Stattdessen könnten wir nun endlich die Weichen für eine grüne Modernisierung unseres Landes stellen.

eine Kolumne von Andreas Knie

Politik und Wissenschaft

Ist der Klimawandel ein Sicherheitsrisiko?

Ein Mann steht auf ausgetrocknetem Boden mit vielen Rissen.

Zivilisationsgeschichtliche Umbrüche könnten durch Klimaveränderungen ausgelöst worden sein. Dennoch scheiterte gerade die erste Klimaresolution im UN-Sicherheitsrat am Veto von Russland. Ist der Klimawandel ein Treiber von Konflikten?

von David Zauner

Frühe Hochkultur unter Monsun-Einfluss

Indus-Kultur fiel Klimaveränderung zum Opfer

4000 Jahre alte steinerne Statue eines Mannes mit gestutztem Bart.

Wenn eine Kultur nicht wegen einer Invasion oder einer Naturkatastrophe untergeht, sondern einfach im Nebel der Geschichte verschwindet, ist es schwierig, die Gründe dafür zu benennen. Bei der Indus-Kultur verdichten sich jedoch die Hinweise, dass das damalige Klima schuld ist.

von Christian Mihatsch

Paläovulkanologie

Der Okmok brachte Rom zur Strecke

Okmok

Ein Vulkanausbruch in Alaska trug zum Untergang der Römischen Republik bei: Eine interdisziplinäre Studie fand jetzt heraus, welcher Vulkan für die Hungersnöte in Italien und Ägypten in den Jahren 43 und 42 vor Christus sorgte und so möglicherweise zum Untergang zweier Supermächte führte.

von Christian Mihatsch

Lernen aus historischen Pandemien

"Krisen waren oft Taktgeber für Innovation"

La Peste di Firenze dal boccaccio descritta

Klimaveränderungen hatten – wenn auch indirekt – Einfluss darauf, wie tödlich Pandemien im Mittelalter für die Menschen waren, sagt der Historiker Martin Bauch. Die Entwicklung von Institutionen und frühen Formen von Daseinsfürsorge wurde durch die Erfahrung von Umweltkrisen und Epidemien beeinflusst.

Interview: Sandra Kirchner

Braunkohle-Historie

Wie Deutschland Braunkohle-Weltmeister wurde

Kohlewirtschaft im Rheinischen Revier

Verpestete Luft, verseuchtes Wasser, zerstörte Landschaften. Wie sich der Widerstand gegen den Braunkohleabbau formiert, während die Energiekonzerne und die Politik bis heute an dem dreckigen Energieträger festhalten. Die Chronik einer Verwüstung – Teil 2 und Schluss.

von Manfred Kriener

Braunkohle-Historie

"Teutschlands neue Goldgrube"

Blick über Baumwipfel des Hambacher Forst auf den näherrückenden Tagebau des RWE-Konzerns

Verpestete Luft, verseuchtes Wasser, zerstörte Landschaften. Wie die vor Jahrmillionen versunkene Pflanzenwelt zum umstrittensten Rohstoff der Republik wurde: Braunkohle. Die Chronik einer Verwüstung – Teil 1.

von Manfred Kriener