Trump verlässt Klimarahmenkonvention, deutscher Klimaschutz verliert Tempo, Klimarisiken in den Kommunen
Die USA steigen aus der UN-Klimakonvention, dem Weltklimarat und über 60 weiteren Organisationen aus. Die deutschen CO2-Emissionen sinken nur noch wenig. Die Erderhitzung gefährdet besonders den Nordwesten Deutschlands.
Die CO2-Bilanz für das Jahr 2025 sieht ganz passabel aus. Die Zahlen für die einzelnen Sektoren zeigen aber, dass "Klimapolitik" so nicht länger funktioniert. Das kann auch etwas in Bewegung bringen.
In der Substanz ist der Klimaschutz in Deutschland – die Energiewirtschaft ausgenommen – in den letzten Jahren nicht vorangekommen. Das legt die vom Thinktank Agora Energiewende heute vorgelegte vorläufige Klimabilanz für 2025 offen.
2030 soll die Bundesverwaltung klimaneutral sein, schreibt das Klimaschutzgesetz vor. Das Verkehrsministerium interessiert das wenig und es schiebt die Vorgabe ins Jahr 2045, legt ein Bericht des Bundesrechnungshofs offen.
Heizung statt Dämmung: Studie stellt Sanierungsziel infrage
Die Gebäude in Deutschland hinken beim Klimaschutz hinterher. Bisher lautete das Motto für Klimaneutralität: Energetisch sanieren und Heizung tauschen. Doch hohe Sanierungsquoten werden überschätzt, zeigt eine Untersuchung.
Rechtliche Pflichten aus dem Klimaschutzgesetz und dem Kohle-Ausstiegsgesetz werden von den Bundesregierungen teilweise seit Jahren nicht erfüllt. Sieben dieser Vorgaben listet der Klima-Expertenrat jetzt erneut in einer Stellungnahme auf, fünf davon sind nach wie vor überfällig.
Ein Biokraftstoff-Boom ist kein Weg, um das Verbrenner-Aus der EU aufzuweichen, warnt der europäische Dachverband Transport and Environment. Die benötigten Mengen nachhaltig zu produzieren, sei unmöglich.
Klimaschutz geht für Mojib Latif auch ohne große Konferenzen – aber nur durch Energiewende, nicht durch CO2-Entnahme. Nach 30 weitgehend erfolglosen UN‑Gipfeln fordert der Klimaforscher neue Formate.
Nach zehn Jahren des Aushandelns des Pariser Klimaabkommens fehlt weiter der politische Wille, den Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas verbindlich zu organisieren. Die globale Klimapolitik steckt fest zwischen wissenschaftlicher Dringlichkeit und geopolitischer Wirklichkeit.
TAFF: Das ewige Armdrücken um den fossilen Ausstieg
Auf dem diesjährigen Weltklimagipfel geht es erstmals offiziell um "Transition Away from Fossil Fuels" (TAFF), einen Fahrplan zum Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas. Doch einige Länder leisten erbitterten Widerstand.
Klimagipfel sieht massiven Schub für Fossilausstieg
Über fossile Energien spricht man nicht, zumindest nicht auf einer UN-Klimakonferenz. Das galt für fast jede der bislang 30 Konferenzen. Doch nun erhöhen über 80 Länder mit einer Demonstration der Stärke den Druck. Das könnte den Durchbruch bringen.
Die weltweiten CO2-Emissionen steigen auch dieses Jahr weiter, zeigt der neue Bericht des Global Carbon Project. Zwar sinkt der CO2-Ausstoß in der EU und nun auch in China. Aber das reicht noch lange nicht.
Fünf Jahre eher klimaneutral: Der Hamburger "Zukunftsentscheid" ist dringend nötig und dennoch sehr ehrgeizig. Gut, dass das nun beschlossene Gesetz die Sozialverträglichkeit besonders betont.
Nicht erst 2045, sondern schon 2040 will die Hansestadt klimaneutral sein, ergab der Hamburger Zukunftsentscheid. Doch wie bequem werden die Änderungen für die Bewohner:innen?
Paradigmenwechsel bei der deutschen Industrie: Früher legte ihr Spitzenverband BDI durchgerechnete Studien zur klimaneutralen Transformation vor – heute stellt die Industrie das Ziel Klimaneutralität selbst infrage, wie der BDI-Klimakongress zeigte.
China legt Emissionsziel vor, Ozeane überschreiten planetare Grenze, Staaten weiten Fossilförderung aus
China hat erstmals ein Klimaziel vorgelegt, für manche ein historischer Schritt. Die Ozeane versauern so stark, dass das Klimasystem in Gefahr gerät. Viele Länder setzen weiter massiv auf Kohle, Öl und Gas.
Der Schweizer Baustoffkonzern Holcim baut in Schleswig-Holstein ein "klimaneutrales" Zementwerk mit CO2-Abscheidung. Gleichzeitig sieht sich das Unternehmen mit einer gerichtlichen Klage wegen seiner historischen Klimaemissionen konfrontiert.
"Bei der Sektorkopplung haben wir politische Entscheidungen zu lange verschleppt"
Der Ruf nach Technologieoffenheit im Stromsystem stellt für Dirk Uwe Sauer eine Art von Politikversagen dar. Für den Energieexperten von der RWTH Aachen gibt es gute Gründe, den Bedarf nach Wasserstoff vor allem im Inland zu decken. Teil 2 des Interviews.
Die Salzgitter AG hält an der Umstellung auf klimaneutrale Stahlproduktion fest. Branchenkonkurrent Arcelor Mittal hat diesen Prozess gerade abgebrochen. Was läuft anders in Salzgitter?