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Windkraft, schön und gut, aber was ist mit dem Recycling?

Ein Klassiker unter den Vorurteilen: Viele glauben, Windkraftanlagen würden nach ihrem Lebensende als giftiger Sondermüll enden und die Rotorblätter würden in Deutschland vergraben. Sorry, das stimmt so nicht.

Tatsächlich liegt die Recyclingquote von Windkraftanlagen bereits heute bei rund 90 Prozent. Fundamente, Turm und Technik bestehen aus Materialien wie Beton, Stahl und Kupfer, alles gut recycelbar.

Foto: Silke Reents

Volker Quaschning

ist Professor für Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin. Seine Lehr- und Sachbücher zur Energiewende gelten als Standardwerke.

Die Rotorblätter bestehen zwar aus Verbundwerkstoffen wie glasfaserverstärkten Kunststoffen, was das Recycling komplexer macht, aber auch hier passiert viel.

In Deutschland ist das Vergraben von Rotorblättern ohnehin verboten. Sie werden derzeit meist thermisch verwertet, zum Beispiel als Ersatzbrennstoff in Zementwerken.

Gleichzeitig wird intensiv an neuen Recyclingverfahren geforscht, mechanisch, chemisch oder sogar biotechnologisch. Einige Verfahren sind schon in der Praxis angekommen, und das Beste, die nächste Generation von Rotorblättern wird von Anfang an mit Blick auf späteres Recycling entwickelt.

Fazit: Das Märchen vom Windkraftsondermüll, das hält sich hartnäckig, hat aber mit der Realität wenig zu tun. Windkraft ist nicht nur sauber im Betrieb, sondern auch schon auf dem Weg von einer neunzig- zu einer hundertprozentigen Kreislaufwirtschaft.