Solar- und Windkraft machen unseren Strom teuer! Wirklich? Sagt wer?
2022 sind die Strompreise durch die Decke gegangen. Das lag aber an den explodierenden Erdgaspreisen und nicht am Ausbau der Windkraft und Photovoltaik.
Mittags um zwölf wird an der Strombörse der Strompreis für jede Viertelstunde des Folgetages nach dem Merit-Order-Prinzip ausgedealt. Das teuerste Kraftwerk, das für die Deckung des Strombedarfs gerade noch benötigt wird, bestimmt den Preis für alle.
Werden teure Gaskraftwerke gebraucht, wird also der Strom für alle teurer. Gibt es hingegen viel Wind und Sonne, verdrängen die erneuerbaren Energien die teuren Kraftwerke, der Börsenstrompreis sinkt.
Volker Quaschning
ist Professor für Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin. Seine Lehr- und Sachbücher zur Energiewende gelten als Standardwerke.
Die Installationskosten für neue Solar- und Windkraftanlagen sinken ständig. Je mehr wir von ihnen bauen, desto öfter sind Börsenstrompreise niedrig.
Weil auch die Preise für Batteriespeicher gefallen sind, verdrängen sie bei wenig Sonne und Wind zunehmend die teuren Gaskraftwerke und stabilisieren unsere Strompreise.
Für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien, für mehr Elektromobilität und zukunftsfähige Heizungen müssen wir aber auch unsere Netze fit machen. Dafür müssen wir erst einmal investieren, was auch auf die Strompreise umgelegt wird.
Damit wird aber unsere Energieversorgung zukunftsfähig, unabhängig von riskanten Erdgas-, Erdöl- und Kohleimporten – und wir haben weiterhin die besten Netze der Welt mit den geringsten Ausfallzeiten weltweit.
Rund 60 Prozent erneuerbare Energien haben wir schon bei der Stromversorgung, die 100 Prozent sind nicht mehr weit. Haben wir das einmal aufgebaut, haben wir für immer stabile Strompreise und sind unabhängig von allen Energiekrisen der Welt.
