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Quaschning erklärt: Blackout-Winter

Seit Monaten verbreiten Markus Söder und andere Panik vor einem Blackout-Winter in Deutschland. Droht bei uns wirklich ein flächendeckender Stromausfall? Oder ist das nur substanzloses Gerede, um vor den gravierenden Fehlern der eigenen Energiepolitik abzulenken?


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Der Blackout-Winter soll kommen! Der bayerische Ministerpräsident Söder warnt vor schrecklichen Blackouts. Bricht in diesem Winter die deutsche Stromversorgung komplett zusammen?

Wenn man mit Netzbetreibern spricht, sind diese vergleichsweise entspannt.

Ein Blackout ist ein unkontrollierter Zusammenbruch der Stromversorgung: kein Licht, kein Kühlschrank, kein Handynetz, und Tausende sitzen in Fahrstuhl fest. Und dauert der Blackout lange, wird es auch in Krankenhäusern eng.

Ein Blackout kann passieren, wenn Strommasten umknicken, Bagger Leitungen kappen oder Cyber-Angriffe wichtige Netze und Kraftwerke lahmlegen. Das ist natürlich immer möglich, auch in diesem Winter. Viel wahrscheinlicher als im letzten Winter ist es aber nicht.

Ein anderes Problem sind fehlende Netze. Bayern hat den Windkraft- und den Leitungsausbau blockiert. Der Strom kommt ja aus der Steckdose! Doch Gas ist teuer und knapp und viele französische Atomkraftwerke stehen still.

Darum kann in diesem Winter auch der Strom in Teilen Süddeutschlands knapp werden. Vorsorglich versucht Söder aber für diesen Fall andere Schuldige zu finden.

Damit wir im nächsten Winter nicht das gleiche Problem haben, müssen wir jetzt aber keine Schuldigen suchen, sondern Vollgas beim Ausbau der Leitungen und der erneuerbaren Energien geben.

Foto: Silke Reents

Volker Quaschning

ist Professor für Regenerative Energie­systeme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin. Seine Lehr- und Sachbücher zur Energie­wende gelten als Standard­werke.

 

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