Anteil der erneuerbaren Energien gestiegen

Der Erneuerbaren-Anteil am Energieverbrauch ist im vergangenen Jahr weiter gestiegen. Den größten Anstieg gab es im Stromsektor – aber vor allem wegen des schönen Wetters.


Eine Solarthermieanlage auf einem Dach.
Solarthermie auf einem Wohnhaus: Im Wärmebereich muss die Energiewende endlich Fahrt aufnehmen, sagt das UBA. (Foto: Friederike Meier)

Im vergangenen Jahr machten erneuerbare Energien fast 38 Prozent des Stromverbrauchs aus. Das geht aus der vorläufigen Bilanz des Umweltbundesamtes (UBA) für das Jahr 2018 hervor. Für den hohen Anteil der Erneuerbaren im Stromsektor war laut dem Amt vor allem das sonnige Wetter verantwortlich. Im Jahr 2017 hatte der Anteil 36 Prozent betragen.

Im Wärmebereich ist der Beitrag der Erneuerbaren hingegen nur leicht angestiegen – von 13,4 Prozent auf 13,9 Prozent. Und das, obwohl der gesamte Endenergieverbrauch in  dem Sektor im Vergleich zu 2017 gesunken ist. 

Auch im Verkehrssektor gibt es keine guten Nachrichten: Der Erneuerbaren-Anteil am Energieverbrauch in diesem Sektor ist nur wenig gestiegen: Er lag mit 5,6 Prozent nur 0,4 Prozentpunkte über dem Wert des Vorjahres. Als Grund führt das UBA den gestiegenen Absatz sogenannter Biokraftstoffe und den gestiegenen Anteil der Erneuerbaren am Strommix an. Außerdem sei der gesamte Endenergieverbrauch im Verkehrssektor erstmals seit einigen Jahren gesunken.

In den drei Sektoren zusammen machten erneuerbare Energien im vergangenen Jahr 16,6 Prozent am Energieverbrauch aus – etwas mehr als die 15,5 Prozent des Vorjahres. Im Jahr 2020 muss Deutschland laut der europäischen Erneuerbaren-Richtlinie hier einen Anteil von 18 Prozent am Energieverbrauch erreichen. Insgesamt sollen die Mitgliedsstaaten, die jeweils leicht unterschiedliche Beiträge leisten müssen, auf 20 Prozent kommen.

Energieverbrauch muss in allen Sektoren sinken

Der Anteil der Erneuerbaren am Endenergieverbrauch ist sowohl vom Ausbau der Erneuerbaren als auch vom der Entwicklung des Energieverbrauchs abhängig. Das UBA betont deshalb auch, dass in allen Sektoren der Energieverbrauch sinken muss, um die Ziele zu erreichen.

"Um auch die langfristigen Klimaschutz- und Energieziele bis 2030 und 2050 zu erreichen, muss die bisherige Dynamik im Stromsektor in den nächsten Jahren fortgeführt und intensiviert werden", mahnt das Umweltbundesamt. Für 2030 hat sich die EU zum Ziel gesetzt, dass 26 Prozent des Energieverbrauchs aus Erneuerbaren kommen sollen.

Die Behörde betont auch, dass der Anteil der Erneuerbaren im Stromsektor noch stärker steigen muss, wenn im Zuge der Sektorkopplung auch für die anderen Sektoren Strom benötigt wird. Auch hier muss laut UBA mehr passieren: "Im Wärme- und Verkehrsbereich ist eine deutlich höhere Dynamik beim Ausbau der erneuerbaren Energien notwendig."

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