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Räumung ausgesetzt

Nach dem Unfalltod eines Journalisten setzt Nordrhein-Westfalens Landesregierung die Räumungsarbeiten im Hambacher Forst "bis auf Weiteres" aus.


Baumhäuser im Hambacher Forst
Baumhäuser im Hambacher Forst. (Foto: Kathrin Henneberger)

Im Hambacher Forst ist am heutigen Mittwochnachmittag gegen 16 Uhr ein Journalist aus 15 bis 20 Metern Höhe abgestürzt. Nach Angaben der Polizei stürzte der junge Mann von einer Verbindungsbrücke in der Nähe eines Baumhauses im Bereich "Beechtown".

Laut Journalisten vor Ort bemühten sich Sanitäter um Wiederbelebungsmaßnahmen. Anschließend wurde der Mann per Rettungshubschrauber zur weiteren medizinischen Versorgung abtransportiert. Kurz darauf verstarb er jedoch an seinen Verletzungen.

Die Polizei betonte, es habe zum Zeitpunkt des Unfalls "keine polizeilichen Maßnahmen in der Nähe der Unglücksstelle und am genannten Baumhaus" gegeben. Der Journalist habe gerade seine volle Speicherkarte austauschen wollen, als er abstürzte.

Besetzer aus dem Hambacher Forst erklärten, der verunglückte Mann sei "ein Freund" gewesen, der die Aktivisten seit längerer Zeit journalistisch begleitet habe.

Gegen 19 Uhr hielten die Aktivisten eine Pressekonferenz ab. Sie zeigten sich tief betroffen und erschüttert. Sie forderten einen Stopp der Räumungsarbeiten, lehnten zugleich aber jede Schuldzuweisung an die eine oder andere Seite ab.

Auch RWE äußerte sich zu dem Unglück: "Wir sind zutiefst erschüttert und bedauern den tragischen Unfall im Hambacher Forst sehr. Wir sind in Gedanken bei den Angehörigen des Verstorbenen."

Kurz vor 20 Uhr reagierte Nordrhein-Westfalens Landesregierung und setzte die Räumungsarbeiten "bis auf Weiteres" aus. "Wir können jetzt nicht einfach so weitermachen", sagte Innenminister Herbert Reul (CDU).

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