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Jetzt wollen die Ökostromfetischisten auch noch Solaranlagen auf alle Äcker stellen. Muss man jetzt überall die Natur plattmachen? 

Moment mal. Die meisten Äcker sind Monokulturen, übernutzt und pestizidverseucht. Artenvielfalt auf einem Industrieacker? Könnt ihr vergessen. Was grün aussieht, ist nicht unbedingt Natur.

Studien zeigen, dass sich die Natur bei einer Solaranlage wieder erholen kann. Die Artenvielfalt nimmt zu, die Bodenqualität steigt.

Und das Beste – Agri‑Photovoltaik macht's möglich – Strom und Landwirtschaft geht gleichzeitig. Die Module stehen senkrecht oder hoch genug, dass darunter angebaut werden kann. 

Volker Quaschning

ist Professor für Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin. Seine Lehr- und Sachbücher zur Energiewende gelten als Standardwerke.

Geringere Verdunstung durch schattenspendende Solarmodule, besserer Bodenschutz, zusätzliche Einnahmen für Landwirtinnen und Landwirte und für die Gesellschaft sauberer Strom, mehr Klimaschutz, weniger Abhängigkeit von Gas und Öl.

Eine normale Freiflächenlage auf einem Quadratkilometer Ackerland kann rund 100 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr liefern. Damit lassen sich etwa 30.000 Haushalte rein rechnerisch komplett mit sauberem Strom versorgen.

Ein bis zwei Prozent der Äcker reichen für die Energiewende völlig aus.

Wenn ihr keine Solaranlagen wollt, müsst ihr erklären, wo stattdessen der Strom herkommen soll. Photovoltaikanlagen auf Dächern sind gut, aber die Dächer reichen dafür nicht aus. Wollt ihr stattdessen, dass Äcker plattgemacht werden, um dort Braunkohle wegzubaggern?

Am Ende der Lebensdauer einer Photovoltaikanlage lässt sie sich wieder rückstandsfrei entfernen. Der Acker kann auch wieder Acker werden. Versucht das mal mit einer Braunkohlegrube.