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Übergewinn mit dem Klima

Bundeskanzler Scholz hat beim UN-Klimagipfel in Ägypten 170 Millionen Euro für einen "globalen Schutzschirm" gegen Klimawandelfolgen angekündigt. Eine wichtige Initiative – gemessen an den Schadenshöhen allerdings Peanuts. Jetzt müssen auch andere Großverursacher mit ins Boot.


Luftaufnahme einer überfluteten Siedlung in Pakistan 2010.
Hochwasser und andere Extremwetterereignisse werden durch den Klimawandel immer zerstörerischer. (Foto: Pakistan Disaster Relief/​Flickr)

"Global Shield" heißt der neue Schutzschirm. Er soll armen Ländern helfen, die durch Megafluten, Hitzewellen oder Wirbelstürme bedroht sind. Diese werden durch den Klimawandel bekanntlich heftiger und zumeist häufiger, und das trifft ausgerechnet Staaten besonders, die selbst nur wenig zum Aufheizen der Atmosphäre beigetragen haben.

Deutschland hat in diesem Jahr im Rahmen seiner G7-Präsidentschaft den Anstoß zum Aufbau dieses Schutzschirms gegeben, und nun hat Bundeskanzler Olaf Scholz bei seinem Auftritt beim UN-Klimagipfel in Ägypten 170 Millionen Euro dafür angekündigt.

Damit positioniert sich Deutschland endlich wieder einmal als Vorreiter im internationalen Klimaschutz. Denn bisher sind die meisten Industrieländer ja mehr als zögerlich, beim Thema der "Schäden und Verluste" durch historische Klimaemissionen Verantwortung zu übernehmen. Um nicht zu sagen, sie mauern ganz gewaltig.

Gemessen an den Schadenshöhen, die durch Katastrophen wie die Pakistan-Flut in diesem Jahr verursacht werden, sind die 170 Millionen natürlich Peanuts. Viele andere Geldgeber müssen mit ins Boot, vor allem auch die USA als historischer Obereinheizer und China, der mit Abstand größte Einzelemittent.

Geld dafür sollten die Regierungen sich unter anderem von den Energiekonzernen holen, die seit vielen Jahren die Atmosphäre verschmutzen und ihre Gewinne damit gemacht haben. Von ihnen eine "Atmosphären-Übergewinnsteuer" zu erheben, wäre nur gerecht.

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