Am Montag beginnt die 30. UN-Klimakonferenz, kurz COP 30. Austragungsort ist Belém, die größte Stadt im brasilianischen Amazonasgebiet. Die Konferenz markiert das zehnte Jubiläum des Paris-Abkommens, das 2015 verabschiedet wurde.
Aus diesem Grund müssen alle Länder neue Klimapläne vorlegen, die zeigen, wie stark sie ihre Treibhausgas-Emissionen bis zum Jahr 2035 senken wollen. Ob auf der Konferenz auch über diese Pläne verhandelt wird, ist allerdings noch unklar. Das wird sich erst zeigen, wenn die Konferenzagenda verabschiedet ist.
Als Tagesordnungspunkte gesetzt sind hingegen die Anpassung an den Klimawandel und – wie fast immer – die Klimafinanzierung.
Letztes Jahr hatten die Industriestaaten zugesagt, die jährlichen Klimahilfen von aktuell 100 Milliarden US-Dollar bis zum Jahr 2035 auf 300 Milliarden zu steigern. In Belém soll nun geklärt werden, wie sich diese Summe auf 1.300 Milliarden hebeln lässt, etwa mit Hilfe der Entwicklungsbanken.
Ob das gelingt, ist allerdings fraglich. Dieses Jahr sind bereits zwei große internationale Konferenzen geplatzt. Im August konnten sich die Länder nicht darauf einigen, ein Plastikabkommen auszuhandeln und im Oktober scheiterte die Weltschifffahrtsorganisation IMO mit dem Versuch, die CO2-Emissionen der Schifffahrt zu begrenzen.
Beide Male waren die USA mit Unterstützung von Russland und Saudi-Arabien hauptverantwortlich für die Misserfolge. Da die USA Anfang nächsten Jahres zum zweiten Mal aus dem Paris-Abkommen aussteigen werden, wird an der COP 30 allerdings keine "hochrangige" US-Delegation teilnehmen.
Die Nachrichtenagentur Reuters bemerkte dazu: "Damit wurden die Befürchtungen einiger Staats- und Regierungschefs zerstreut, Washington könnte ein Team entsenden, um die Verhandlungen zu torpedieren." Besser noch: Ohne die USA biete sich den anderen Ländern nun sogar die Möglichkeit, sich neu zu sortieren und etwa den Gegensatz zwischen Industrie- und Entwicklungsländern abzuschwächen.
"Von der EU und China müssen die Impulse kommen"
Wenn das gelingen soll, kommt es auf Europa und China an, meint der deutsche Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth: "Nachdem die USA nun aus dem Prozess ausgestiegen sind, sind die EU und China die beiden großen Volkswirtschaften, von denen die entscheidenden Impulse ausgehen müssen."
Da trifft es sich gut, dass es der EU noch knapp vor Beginn der COP gelungen ist, ein relativ ambitioniertes Emissionsziel für 2040 zu verabschieden: Um 90 Prozent sollen die CO2-Emissionen im Vergleich zum Jahr 1990 sinken.
COP 30 in Belém
Bei der 30. UN-Klimakonferenz in Brasilien geht es um die Finanzierung von Klimaanpassung und Waldschutz. Klimareporter° ist mit einem Redakteur vor Ort und berichtet täglich.Und auch in China könnten demnächst die Emissionen zurückgehen. "Wir glauben, dass Chinas Emissionen ihren Höhepunkt erreicht haben", sagt Bill Hare vom Berliner Forschungsinstitut Climate Analytics.
China erlaubt es zudem anderen Ländern, ihre Emissionen zu senken – durch den Export von immer billigeren Solarpaneelen, Batterien und Elektroautos.
Dank des Booms dieser Technologien ist das Ziel des Klimagipfels in Dubai vor zwei Jahren erreichbar, die Kapazität der Erneuerbaren weltweit bis 2030 zu verdreifachen: Letztes Jahr sind die Erneuerbaren um 15,1 Prozent gewachsen und liegen damit nahe an der erforderlichen Wachstumsrate von 16,6 Prozent, wie Zahlen der Erneuerbaren-Agentur Irena zeigen.
Für das 1,5-Grad-Ziel kommt dieser Boom allerdings zu spät. UN-Chef António Guterres sagte am Donnerstag: "Die harte Wahrheit ist, dass wir es nicht geschafft haben, unter 1,5 Grad zu bleiben." Ein Überschießen dieses Werts sei nun unvermeidlich.
Umso wichtiger sei es, "das Ausmaß und die Dauer dieser Überschreitung zu begrenzen" und anschließend die Temperatur wieder abzusenken, indem der Atmosphäre CO2 entnommen wird. Denn "jeder Bruchteil eines Grades mehr bedeutet mehr Hunger, mehr Vertreibung, mehr wirtschaftliche Not und mehr verlorene Leben und Ökosysteme."
Doch es gebe noch eine "andere Wahrheit" sagte Guterres: In den zehn Jahren seit dem Paris-Abkommen habe es eine Energierevolution gegeben. "Solar- und Windenergie sind heute die billigsten Energiequellen." Was in Paris noch undenkbar war, ist nun Realität: Klimaschutz lohnt sich auch finanziell.
