Die Klimakonferenz braucht mehr als prestigeträchtige Bilder: Treffen der Staats- und Regierungschefs zum Auftakt in Dubai. (Bild: Anthony Fleyhan/​COP28/​UNFCCC/​Flickr)

Unglaublich, aber wahr: UN-Klimagipfel können auch positiv überraschen. Die COP 28 jedenfalls hat es geschafft. Bereits in den ersten Tagen ist in Dubai Wegweisendes passiert.

Es wurde nicht nur ruckzuck der neue, bereits mit mehreren hundert Millionen Dollar gefüllte Fonds installiert, der arme Länder bei akuten Klimakatastrophen ("Verluste und Schäden") unterstützen soll.

Es zeichnet sich nach den Bekenntnissen der Staats- und Regierungsspitzen auch ab, dass der Gipfel den erneuerbaren Energien einen Push geben wird.

Die Emirate als Gipfelgastgeber sahen sich animiert, in den Fonds 100 Millionen Dollar einzulegen. Die sind für den Opec-Staat zwar Peanuts. Doch das Signal ist nicht zu unterschätzen. Denn damit räumt das erste "Entwicklungsland" indirekt ein, auch für Klimaschäden verantwortlich zu sein.

Das erhöht den Druck auf andere "neureiche" Staaten wie Saudi-Arabien oder China, hierfür ebenfalls Geld lockerzumachen. Gebraucht werden schließlich viele Milliarden, und das jährlich.

So weit, so gut. Ein Spaziergang wird der Rest des Gipfels trotzdem nicht werden. Zwar wollen fast alle Länder, dass die Erneuerbaren boomen. Aber wie schnell und ob überhaupt das fossile System abgelöst werden muss, ist weiter umstritten.

Peinlich, dass Bundeskanzler Scholz hier zum Dubai-Start nicht klar genug Kante gezeigt hat. Der "High Ambition Coalition" der fortschrittlichen Länder auf dem Gipfel gab er einen Korb.

 

 

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