Coronavirus: Klimabüro sagt Treffen ab

Die Ausbreitung des Coronavirus wirkt sich nun auch auf die UN-Klimaverhandlungen aus. Bis Ende April wird es keine Treffen und Konferenzen geben, entschied Klimachefin Espinosa.


Eine Mundschutzmaske liegt auf dem Boden
Mundschutzmaske. (Foto: Panos 13121/​Pixabay)

Abgeriegelte Regionen, abgesagte Veranstaltungen, gecancelte Flüge, geschlossene Schulen, ausgerufener Notstand: Um die weitere Verbreitung des Coronavirus einzudämmen, werden zunehmend drastischere Maßnahmen ergriffen. Die Einschränkungen betreffen nun auch die UN-Klimaverhandlungen.

Ab sofort und bis Ende April wird das UN-Klimasekretariat weder an seinem Hauptsitz in Bonn noch anderswo auf der Welt Treffen und Konferenzen abhalten, teilte Klimachefin Patricia Espinosa am Freitagabend mit.

Als Reaktion auf die Ausbreitung des Coronavirus habe sich das Klimabüro "nach sorgfältiger Überlegung und mit großem Bedauern" zu diesem Schritt entschlossen, sagte Espinosa. Mit der "außergewöhnlichen Maßnahme" wolle man dazu beitragen, dass sich das Virus nicht weiter ausbreitet, und die Gesundheit und Sicherheit der Menschen auf den Konferenzen gewährleisten.

Hintergrund sind außerdem die Reisebeschränkungen, die mittlerweile in einigen Ländern für Reisende aus Deutschland bestehen. Das Klimabüro will verhindern, dass Teilnehmende an Treffen etwa in Bonn nicht mehr ausreisen könnten und sich in Quarantäne begeben müssten.

Die Meetings sollen verschoben oder ersatzweise per Telefon und Video abgehalten werden. Ob Anfang Juni die Bonner Vorbereitungskonferenz zum Klimagipfel COP 26 in Glasgow wie geplant stattfinden kann, ist noch nicht entschieden.

Africa Climate Week auf unbestimmte Zeit verschoben

Zu den Konferenzen, die nun verschoben werden, gehört auch die Africa Climate Week, die Ende April in der ugandischen Hauptstadt Kampala mit rund 2.000 Teilnehmer:innen stattfinden sollte.

Dabei verweist das UN-Klimabüro auf eine Anordnung des ugandischen Gesundheitsministeriums, wonach Reisende aus den besonders vom Coronavirus betroffenen Ländern zunächst für zwei Wochen in Quarantäne gehen müssen, auch wenn sie keine Krankheitssymptome zeigen.

Wer aus Deutschland – etwa vom Klimasekretariats-Sitz in Bonn – angereist wäre, hätte somit gar nicht an der fünftägigen Konferenz vor Ort teilnehmen können. Wann die Africa Climate Week nachgeholt wird, ist noch offen.

Genauso offen ist, wie sich die Klimaverhandlungen entwickeln, wenn sich die Verhandelnden nicht persönlich treffen können. Denkbar wäre, dass es zu weiteren Verzögerungen kommt. Schon nach derzeitigem Stand hinkt der Verhandlungsprozess dem Zeitplan hinterher.

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