Wo bleibt die enkeltaugliche Klimapolitik?

Eine Milliarde Kinder weltweit sind durch die Auswirkungen des Klimawandels "extrem stark gefährdet", warnt Unicef. In den Debatten um die Klimakrise hat das bisher fast keine Rolle gespielt. Das muss sich ändern.


Ein Mädchen vor einer durch einen Taifun zerstörten Hütte
Der Mega-Taifun Goni verwüstete im November 2020 den Südteil der philippinischen Hauptinsel Luzon. (Foto: Ruel Saldico/​Unicef)

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen Unicef warnt: Kinder sind von den Folgen des Klimawandels am stärksten betroffen.

Dieses Thema spielt in den Debatten um die Megakrise im Treibhaus Erde bisher fast keine Rolle.

Doch es ist logisch. Die Körper von Kindern sind anfälliger für Temperaturschwankungen und Krankheiten, Kinder leiden stärker unter Extremwetter, sie haben weniger Chancen, ihre Lebensbedingungen zu ändern. Vor allem in den armen Ländern etwa in Afrika, die am heftigsten von den Klimafolgen heimgesucht werden.

Die Frage ist nur: Beeindruckt eine solche Analyse diejenigen Erwachsenen, die als Politiker, Wirtschaftsbosse und Konsumenten über das Schicksal der nachwachsenden Generation(en) bestimmen? Jener Menschen also, die nur wenig zu den Klimaveränderungen beigetragen haben, sie aber ausbaden müssen.

Bisher zumindest nicht.

Deswegen ist es gut, dass die Fridays-for-Future-Bewegung in vielen Ländern allmählich wieder erstarkt und den Mächtigen Feuer unterm Hintern macht. Nicht überall gibt es ein Bundesverfassungsgericht, das auf die "Enkeltauglichkeit" der Klimapolitik pocht.

Und selbst hier braucht es weiter den Druck von unten, damit aus verschärften Klimazielen auch tatsächlich verbesserte Klimamaßnahmen entstehen.

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