Unverbindliches G20‑Bekenntnis

Die G20-Staaten bekennen sich zu den Zielen des Pariser Klimaabkommens – mehr war beim Treffen der Energie- und Umweltminister:innen nicht drin. China und Indien lehnten ein konkretes Klimaneutralitätsziel ab.


Treffen der G20
Königliches Ambiente für ärmliche Beschlüsse: Die Energie- und Umweltminister:innen der G20 tagten in Neapel. (Foto: G20)

Déjà-vu beim G20-Treffen. Die Gruppe von 20 reichen Industrie- und Schwellenländern bekennt sich zum Ziel des Pariser Klimaabkommens. Beim Treffen der Energie- und Umweltminister:innen der G20 im italienischen Neapel bekräftigten die Länder ihre Absicht, das Abkommen einhalten zu wollen.

Schon im vergangenen Jahr hatten die G20-Staaten – mit Ausnahme der USA – erklärt, dass sie die Ziele des Paris-Vertrags erreichen wollen.

Pikantes Detail: Auf eine konkrete Formulierung, die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen – wie im Paris-Abkommen von 2015 vereinbart –, konnten sich die G20-Staaten in Neapel nicht einigen.

Die USA, die EU, Japan und Kanada wollten erreichen, dass die G20 sich das Ziel setzt, bis 2050 klimaneutral zu werden. Das wäre schneller als im Paris-Abkommen vereinbart. Dort heißt es, Klimaneutralität solle in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts erreicht werden.

Medienberichten zufolge lehnten China, Indien und zunächst auch Russland die vorgeschlagene Formulierung jedoch ab. Sie fehlt nun in der gemeinsamen Abschlusserklärung.

Streitpunkt Kohle-Subventionen

Um ein Bekenntnis zum Kohleausstieg wurde ebenfalls gerungen. Am Ende gab es auch hier keine gemeinsame Position für einen Ausstieg aus der Kohleverstromung und für das Ende der Subventionierung des klimaschädlichsten Energierohstoffs. Einige Länder wollen das bis 2025 verwirklichen, andere lehnen dies ab.

Nach wie vor stecken die G20-Staaten jedes Jahr hunderte Milliarden Dollar in die Förderung und Nutzung von Kohle, Erdöl und Erdgas. Die G20 steht für rund 75 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen. Gerade diese Länder wären also in der Pflicht, ihren Treibhausgasausstoß deutlich zu verringern – die fossilen Subventionen stehen dem entgegen.

Das Treffen der Energie- und Umweltminister:innen fand in Italien statt, weil das Land derzeit die Präsidentschaft der G20 innehat. Ende Oktober wollen sich die Staatschefs der G20 in der Hauptstadt Rom treffen.

Der Gipfel wurde von Protesten begleitet. Parallel zum G20-Treffen fand in Neapel ein ökosozialer Gegengipfel statt.

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