Amazon-Chef spendet Milliarden fürs Klima

Amazon-Chef Jeff Bezos hat angekündigt, zehn Milliarden US-Dollar an Projekte zu spenden, die den Klimaschutz voranbringen. Kritiker merken an, dass Amazon seine Geschäfte mit der fossilen Industrie immer weiter ausbaut und sogar Klimawandelleugner mitfinanziert.


Jeff Bezos steht am Redepult und macht eine einladende Handbewegung, im Hintergrund exotisch anmutendes Grün.
Alles so schön grün: Jeffrey Bezos, Eigentümer von Amazon und der Washington Post. (Foto: Seattle City Council/​Wikimedia Commons)

"Der Klimawandel ist die größte Bedrohung für unseren Planeten", schreibt Amazon-Präsident Jeff Bezos in einer Instagram-Nachricht, in der er ankündigt, zehn Milliarden US-Dollar aus seinem Privatvermögen für den Klimaschutz zu spenden. Der "Bezos Earth Fund" soll künftig Wissenschaftler, Nichtregierungsorganisationen und Aktivisten finanzieren.

Viel mehr ist bislang nicht bekannt. Aber wenn Bezos seine Ankündigung wahr macht, dürfte es die mit Abstand größte Spende sein, die in Sachen Klimaschutz jemals jemand getätigt wurde.

Doch es gibt nicht nur Lob für Bezos' Ankündigung. Denn Amazon, die Firma, der Bezos sein riesiges Vermögen zu verdanken hat, wurde zuletzt häufig von Klimaschützern kritisiert.

Die "Amazon-Mitarbeiter für Klimagerechtigkeit", eine Gruppe, die zuletzt häufiger für entsprechende Schlagzeilen gesorgt hat, loben Bezos zwar für seine Spende, verweisen aber gleichzeitig auf kritische Punkte, vor allem Amazons Geschäfte mit der Ölindustrie und Spenden an Klimawandelleugner.

Ölunternehmen zeigten zuletzt großes Interesse daran, ihre Datenverarbeitung in die Cloud auszulagern, und nutzen Machine-Learning-Technologien, um die Suche und Förderung von Öl zu optimieren. Amazon betreibt für das Geschäft mit der Öl- und Gasindustrie eine eigene Abteilung seines Cloud-Services.

Spenden an Thinktank von Klimawandelleugnern

Trotz aller Beteuerungen zum Klimaschutz hat Amazon diese Geschäfte zuletzt noch deutlich ausgeweitet, wie die US-Journalistin Maddie Stone für das Magazin Vice recherchiert hat. Schätzungen zufolge verdienen Cloud-Anbieter schon heute Milliarden durch Verträge mit den Ölkonzernen.

Im vergangenen Jahr deckte eine Recherche der New York Times auf, dass Amazon für eine Veranstaltung des Competitive Enterprise Institute (CEI) spendete. Der Thinktank gehört zu den lautesten Stimmen in der US-Politik, die den wissenschaftlich klar erwiesenen Zusammenhang zwischen Treibhausgasemissionen und der Klimaerhitzung abstreiten.

Normalerweise müssen derartige Thinktanks ihre Finanzen nicht offenlegen und tun dies üblicherweise auch nicht. Ob Amazon zu den regelmäßigen Spendern gehört, ist daher nicht bekannt. Doch im Rahmen eines Galadinners hatte das CEI die Spender der Veranstaltung aufgelistet: Neben T-Mobile und Uber überwies auch Amazon eine Spende an den fragwürdigen Thinktank. Auch Google unterstützte laut New York Times das Event.

Sowohl Amazon als auch Google erklärten dazu, dass sie nicht mit allen Positionen des Instituts übereinstimmen.

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