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Wachstum, lass nach

Vor 50 Jahren kam die legendäre Studie des Club of Rome heraus. Sie unterschätzte zwar die Verfügbarkeit von Ressourcen, lag aber mit ihrer Warnung vor ungebremstem Wachstum vollkommen richtig.


Porträtaufnahme von Donella Meadows.
Donella Meadows vom MIT war Leitautorin der Studie. (Foto: The Donella Meadows Project)

Der Weckruf kam vor fast genau 50 Jahren. Eine damals noch kaum bekannte Organisation namens "Club of Rome" veröffentlichte eine Studie, die sie plötzlich in die Schlagzeilen brachte. Titel: "Die Grenzen des Wachstums".

Eine Forschungsteam des Massachusetts Institute of Technology (MIT) um die Biophysikerin Donella Meadows und ihren Mann Dennis hatte mit dem selbst entwickelten Computermodell World 3 durchgerechnet, welche Folgen ein ungebremstes Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum haben werde. Ergebnis: ein Zusammenbruch der Weltwirtschaft noch vor dem Jahr 2100.

Das war nicht direkt "Apocalypse Now". Aber die Warnung wurde von vielen so verstanden – zumal ein Jahr später, 1973, die erste Ölkrise kam, die die Untergangsvisionen zu bestätigen schien.

Tatsächlich hätte man die Studie ja auch positiv lesen können. Denn sie zeigte eben auch: Mit weltweiten Anstrengungen im Umweltschutz, für sparsame Rohstoff-Kreisläufe sowie bei der Geburtenkontrolle könnte eine langfristige Stabilität der Weltwirtschaft erreicht werden.

Teilweise lag der Club damals falsch. Er unterschätzte die Menge an fossilen Energieträgern und anderen Ressourcen, die noch ausgebeutet werden konnten.

Trotzdem spitzt sich die globale Öko-Krise inzwischen aufgrund der Wachstumsfrage zu. Im Zentrum steht dabei nicht die Verfügbarkeit der Rohstoffe, sondern die Folge ihrer Übernutzung. Es geht um ein überhitztes Klima, schwindende Biodiversität und Böden.

Die Lebenssysteme des Planeten sind drastisch überlastet. Die acht Milliarden Menschen auf der Erde bräuchten heute rechnerisch schon 1,7 Erden, um ihre Ansprüche zu befriedigen.

Vor der Aufgabe, umzusteuern, stehen alle Länder, vorangehen müssen aber die Industriestaaten. Die Untersuchungen zum ökologischen Fußabdruck der Nationen zeigen: Die USA leben so, als hätte sie fünf Erden zur Verfügung, Deutschland, als gäbe es drei davon, während arme Staaten wie Malawi oder Bangladesch noch weit unter dem Limit bleiben.

Joachim Wille ist Chefredakteur des Online-Magazins Klimareporter°.

Konzepte für ein "ressourcenleichtes", aber trotzdem angenehmes Leben gibt es. Sie sind in dem halben Jahrhundert seit den "Grenzen" von vielen Forscher:innen, Instituten und Vorreiter-Unternehmen entwickelt worden.

Es darf keine weiteren 50 Jahre dauern, bis sie sich durchgesetzt haben, es muss viel schneller gehen. Und die Hoffnung hat ja zum Glück keine Grenzen.

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