Trumps Hirnwäsche

"Ich glaube, dass es eine Änderung beim Wetter gibt, und ich glaube, es ändert sich in beide Richtungen." Das sagte Donald Trump zu Prinz Charles, als der mit ihm über den Klimawandel sprechen wollte. Leider darf man so etwas nicht unter folgenlosem Schwachsinn ablegen.


Donald Trump schaut von oben herab.
Ist die Ignoranz echt oder nur zur Schau gestellt? Für die Wirkung spielt das keine Rolle. (Foto: Gage Skidmore/​Flickr)

Donald Trump und das Klima. Neueste Folge. Vom umweltbewegten Prinz Charles jüngst bei seinem Staatsbesuch in Großbritannien danach gefragt, sagte der Präsident der USA: "Ich glaube, dass es eine Änderung beim Wetter gibt, und ich glaube, es ändert sich in beide Richtungen."

Mal ist es wärmer, dann ist Sommer, mal ist es kälter, dann ist Winter. Oder was will Trump uns damit sagen?

Und dann bekundete der mächtigste Mann der Welt noch: "Die Vereinigten Staaten haben im Augenblick nach allen Statistiken eines der saubersten Klimas, die es gibt, und es wird sogar noch besser." Ob es wohl auch ein schmutziges, vielleicht sogar richtig dreckiges Klima gibt? Fragen über Fragen.

Am besten wäre es, man könnte solche Sentenzen einfach ignorieren. Kommen sie doch offenbar von jemandem, der das, worüber er da redet, nicht verstanden hat – oder sich sogar mit seiner vorgeblichen Ignoranz dazu brüstet. Nur, leider, es handelt sich eben um den mächtigsten Mann der Welt, der über eines der wichtigsten Zukunftsthemen spricht. Und das darf man leider nicht unter folgenlosem Schwachsinn ablegen.

Denn Trump hat nicht nur den Pariser Klimavertrag gekündigt, die CO2-Standards für Kohlekraftwerke aufgehoben und Spritspar-Vorschriften für die US-Neuwagen gelockert. Er trägt aktiv zur Gehirnwäsche bei, indem er die Wissenschaft einschränken lässt.

So soll der US Geological Survey, der dem Innenministerium untersteht, seine Klimaprognosen laut New York Times künftig nur noch bis 2040 modellieren – statt wie üblich bis 2100. Damit würden die stärksten Effekte der Klimakrise ausgeblendet, die wahrscheinlich erst nach Überschreiten der Zwei-Grad-Schwelle in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts auftreten werden.

Joachim Wille ist Chefredakteur des Onlinemagazins Klimareporter°.

Zudem soll künftig beim offiziellen US-Klimabericht, dem "National Climate Assessment" (NCA), das Worst-Case-Szenario weggelassen werden. Im jüngsten NCA hatten die Forscher gewarnt, ohne Trendwende könne die globale Erwärmung vier Grad erreichen – mit dramatischen Folgen, auch gerade für die USA.

Trump wird es auch mit solchen Methoden zwar nicht schaffen, die Gehirne klimabesorgter US-Bürger zu lähmen. Doch ihm reicht es, seine fossile Agenda durchzudrücken und zu verhindern, dass der Block seiner klimaleugnenden Wähler bröckelt. Da ist ihm offensichtlich jedes Mittel recht.

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