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Ostsee statt Mittelmeer

Es wird immer wärmer, auch in den Tourismusregionen. Darauf müssen sich Reisende einstellen, macht eine Studie des Umweltbundesamts klar. Aber auch die Angebote müssen sich wandeln.


Ladepunkt Inselwerke Usedom
Mit E-Carsharing wie hier auf Usedom kann man im Ostseeurlaub sogar noch klimafreundlich Auto fahren. (Foto: Jörg Staude)

Urlaub am Mittelmeer? Der Klimawandel schreitet ungebremst voran, und so ist es keine gewagte Prognose: Bei den Deutschen traditionell beliebte Länder wie Spanien, Italien und die Türkei dürften an touristischer Attraktivität einbüßen.

Will man in den kostbarsten Wochen des Jahres Hitzewellen mit teils deutlich über 40 Grad und Waldbrände wie in diesem Sommer sowie sintflutartige Regenfälle wie gerade in Sizilien und Kalabrien erleben? Wohl nicht.

Schon lange sagen Experten voraus, dass Nord- und Ostsee und andere mitteleuropäische Regionen als Urlaubsziele Profiteure dieser Situation sein werden – auch dann, wenn die Coronakrise hoffentlich komplett überstanden ist.

Also einfach: Sylt statt Sizilien? Ganz so einfach wird es nicht gehen. Der Klimawandel verändert natürlich auch Deutschland. Mehr Hitze, Trockenheit und Waldbrände, weniger Schneesicherheit und gleichzeitig zunehmender Starkregen und mehr Hochwasser.

Das trifft auch den Tourismus, wie das Umweltbundesamt (UBA) jetzt in einer Untersuchung betont. Darauf müssen sich die Urlauber einstellen – und die Urlaubsanbieter auch.

Auch für die Tourismusregionen gilt daher: Wie beim Klimaschutz darf bei der Klimaanpassung keine Zeit mehr verloren werden. Phänomene wie extreme Hitzewellen, Überflutungen wie zuletzt an der Ahr und der Erft, Niedrigwasser in Flüssen oder ausbleibender Schnee können erhebliche Umsatzeinbußen mit sich bringen.

Was zu tun ist, ist bekannt

Und wo der Tourismus die einzige oder die Haupt-Einnahmequelle ist, trifft es die Menschen besonders hart. Viele Regionen müssen daher ihre Geschäftsmodelle verändern – hin zu klimaverträglichem Tourismus und zu Angeboten, die auch zukünftig in der jeweiligen Gegend funktionieren. Beispiel: Wander- statt Skitourismus in niedriger gelegenen Gebirgsregionen.

Doch auch die Reisenden müssen sich anpassen. Denn das massenhafte Urlauben, wie es im letzten Jahrhundert üblich geworden ist, ist zugleich Verursacher und Betroffener des Klimawandels. Fünf oder sogar acht Prozent aller CO2-Emissionen weltweit werden diesem Sektor zugeschrieben, was über eine Milliarde Tonnen jährlich ausmacht.

Joachim Wille ist Chefredakteur des Online-Magazins Klimareporter°.

Was zu tun ist, ist bekannt: Lieber regional und mit der Bahn verreisen statt über weite Strecken per Auto oder Flugzeug.

Hotelanlagen energetisch sanieren. Auf 100 Prozent echten Ökostrom umstellen. Verpflegung in Bioqualität zum Standard machen.

Es muss halt nur noch gemacht werden.

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