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Das Duschen bringt's

Wer kürzer duscht, kann CO2-Emissionen vermeiden. Sich individuell klimafreundlich zu verhalten, hat aber nur dann wirklich Sinn, wenn die Politik die richtigen Rahmenbedingungen schafft.


Aus einem Duschkopf kommt Wasser
Wer kürzer oder kälter duscht, verursacht weniger CO2. (Foto: Pixabay)

Ausgerechnet das Duschen! Wer sich morgens das heiße Wasser zehn Minuten lang über Schultern und Bauch laufen lässt, um wach zu werden, und dabei keinen Wassersparkopf installiert hat, produziert fast zehn Kilogramm Kohlendioxid.

Dagegen fallen das elektrische Zahnbürsten mit 50 Gramm und die Tasse Kaffee mit 75 Gramm Emissionen kaum ins Gewicht. Selbst die zehn Kilometer Fahrt im Auto zur Arbeit kommen einem mit 1,28 Kilo nicht mehr ganz so dramatisch vor. Doch ob Kilo oder Gramm, es lohnt es sich, an vielen dieser Tagesroutinen zu schrauben, zu Hause, unterwegs, auf der Arbeit.

Kürzer duschen, Sparkopf einbauen, mit dem Fahrrad zu Arbeit, Spätzlepfanne statt Kalbsgeschnetzeltes, Sport machen statt Fernsehen, Computer ausschalten statt Stand-by. So etwas und viele andere Dinge, eigentlich gar nicht so schwierige, kann man tun. Die persönliche CO2-Tagesbilanz an einem Arbeitstag lässt sich dadurch von 23 auf knapp vier Kilo drücken. Das ist doch mal ein Wort.

So etwas zu wissen, öffnet die Augen. Das Do-it-yourself-Magazin Heimwerker.de rechnet es uns vor. Das ist zwar kein ausgewiesenes Öko-Organ, dafür aber reichweitenstark, mit Zugang zu Otto Normalschrauber, und verdient deswegen Lob. Immer mehr Leute wollen ja selbst etwas tun, jetzt, da die Dramatik der Klimakrise offensichtlich wird.

Wenn dann aber der Weltklimarat schreibt, der Treibhausgas-Ausstoß müsse bis 2030 weltweit halbiert werden, um das 1,5-Grad-Ziel der Erderwärmung überhaupt noch halten zu können, könnte man glatt in Depression versinken.

Wie soll das denn zu schaffen sein, wo selbst im früheren Vorreiterland Deutschland seit zehn Jahren Stillstand im Klimaschutz herrscht? Insofern machen die Beispiele aus dem Heimwerker-Magazin doch Mut. Sie zeigen, wie viel noch drin ist, wenn schon so kleine Veränderungen im persönlichen Leben so große CO2-Entlastungen bringen können.

Joachim Wille ist Chefredakteur des Onlinemagazins Klimareporter°.

Um nicht falsch verstanden zu werden: Das ist kein Plädoyer für die Privatisierung des Klimaschutzes, ganz im Gegenteil. Sich individuell klimafreundlich zu verhalten, hat nur dann wirklich Sinn, wenn die Politik die richtigen Rahmenbedingungen schafft.

Mit einem schnellen Kohleausstieg und 100 Prozent Ökostrom zum Beispiel. Denn dann kommt aus der Dusche nur noch Wasser – und kein CO2 mehr. Und dann könnte man sie statt nur noch drei, wie das Magazin empfiehlt, auch wieder fünf Minuten laufen lassen.

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