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Irland zieht sich aus fossilem Geschäft zurück

Als erstes Land der Welt bekennt sich Irland zum Divestment und weist den Staatsfonds an, seine Investitionen aus Kohle-, Öl- und Gasprojekten abzuziehen.


Das irische Parlament
Das irische Parlament, der Dáil, votierte am Donnerstagabend nach hitzigen Debatten für Divestment. (Foto: Houses of the Oireachtas/​Flickr)

Als erstes Land der Erde hat Irland beschlossen, sich aus der Finanzierung fossiler Energien zurückzuziehen. Am frühen Donnerstagabend votierte das Parlament in Dublin für ein entsprechendes Gesetz. Dieses verpflichtet den acht Milliarden Euro schweren Staatsfonds, den Irish Strategic Investment Fund, all seine Investitionen in Kohle, Öl und Gas innerhalb der kommenden fünf Jahre aufzugeben. Das betrifft 318 Millionen Euro, die im Juni 2017 über 150 Unternehmen aus aller Welt verteilt waren.

Die Regierungsparteien hatten das Gesetz lange abgelehnt, sich in der entscheidenden Abstimmung aber dann doch dafür entschieden. "Das Gesetz ist sowohl substanziell als auch symbolisch", erklärte Éamonn Meehan, Chef von Trócaire, der katholischen Entwicklungshilfeagentur für Übersee. "Es verhindert, dass öffentliches Geld entgegen dem öffentlichen Interesse investiert wird, und es sendet eine klare Botschaft an das Land und die ganze Welt, dass wir dringend mehr gegen die Klimakrise tun müssen, angefangen beim Ausstieg aus den fossilen Energien."

Klimaschützer feiern den Schritt als historisches Ereignis. "Irlands Entscheidung ist ein bedeutender Sieg für die weltweite Divestment-Kampagne", sagte Nicolò Wojewoda, Leiter der Klimaschutzorganisation 350.org in Europa. In den vergangenen Tagen hatte bereits die Universität Cambridge und die Anglikanische Kirche angekündigt, bis 2023 aus den Investitionen in fossile Energien auszusteigen, sollten die entsprechenden Unternehmen sich nicht am Pariser Klimavertrag orientieren. Wojewoda sieht in Irlands Schritt nun ein "klares Signal dafür, dass der Bruch mit den fossilen Energiekonzernen zur neuen Norm wird".

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