Proteste von Umweltgruppen und indigenen Gemeinden gegen rücksichtslosen Kupferbergbau gibt es immer wieder, hier 2017 in Ecuador und nun in Panama. (Bild: Confeniae)

An den Rohstoffmärkten gibt es derzeit nur ein Thema: Kupfer. Der Preis für das rote Metall ist in den letzten zwölf Monaten um 29 Prozent gestiegen. Doch dieser Anstieg ist nur die Fortsetzung einer Preisrally, die bereits im Jahr 2000 begann. Damals kostete ein Kilo Kupfer knapp fünf US-Dollar. Heute sind es mehr als zehn.

Für den Preissprung in den letzten Monaten gibt es mehrere Gründe: Das Wachstum der Weltwirtschaft ist relativ robust und die globale Energiewende führt zu einer strukturell höheren Kupfernachfrage in den kommenden Jahren.

Zudem wurde die zehntgrößte Kupfermine der Welt geschlossen, das Bergwerk Cobre Panama. Von dort stammte rund ein Prozent der weltweiten Kupferproduktion. Die Mine in Panama hatte erst 2019 mit der Produktion begonnen und sollte noch weitere 20 Jahre ausgebeutet werden.

Doch massive Proteste von Umweltorganisationen, Indigenen und Gewerkschaften in Panama beeinträchtigten schon im vergangenen Jahr die Produktion, und im November ordnete das Oberste Gericht des Landes schließlich die Schließung der Mine an.

Kupfer ist aber noch aus einem anderen Grund Gesprächsthema: Im April hat der größte Minenkonzern der Welt, BHP aus Australien, dem kleineren Konkurrenten Anglo American ein Übernahmeangebot im Wert von 31 Milliarden US-Dollar gemacht. BHP erhöhte das Angebot in zwei Schritten auf 49 Milliarden Dollar und holte sich zwei weitere Absagen.

Am 29. Mai war damit Schluss: Aufgrund der Regeln der Londoner Börse, an der Anglo American gelistet ist, kann BHP jetzt sechs Monate lang keinen weiteren Übernahmeversuch mehr starten.

Für das Interesse von BHP an Anglo American gibt es einen einzigen Grund: Kupfer. Einen Großteil der anderen Beteiligungen von Anglo, wie Platin, Kokskohle und den weltgrößten Diamantenkonzern De Beers, wollte BHP hingegen abstoßen. Und genau das tut Anglo American nun von sich aus, um sich auf Eisenerz, Dünger und eben Kupfer konzentrieren zu können.

Kaffee, Kakao und Orangensaft wurden teuer

Preise von Rohstoffen, die für die Energiewende wichtig sind, können allerdings auch fallen. Das zeigt der Preis für Lithium. Das Metall ist jetzt um zwei Drittel billiger als vor einem Jahr. Die kurzzeitige Angst, Lithium könnte knapp werden, ist der Überzeugung gewichen, dass es doch genügend erschließbare Lithiumvorkommen gibt.

Für die Energiewende sind allerdings nicht nur die Preise für Kupfer, Lithium und seltene Erden von Bedeutung, sondern auch die für fossile Energien. Je teurer Kohle, Öl und Gas sind, desto schneller rechnet sich eine Investition in die erneuerbaren Energien.

Alle diese Rohstoffe sind heute teurer als vor einem Jahr. Kohle und Gas liegen allerdings nur wenig über dem langjährigen Durchschnitt.

Anders Erdöl: Bis Anfang der Nullerjahre pendelte ein Barrel der Nordseesorte Brent stets um 25 Dollar. Heute hingegen schwankt der Preis um die 80 Dollar.

Richtig teuer ist derzeit zudem Uran. Abgesehen vom Jahr 2007 war der Brennstoff für Atomkraftwerke noch nie so wertvoll wie im Moment.

Bei allen anderen Rohstoffpreisen fallen besonders die "frühstücksrelevanten" auf: Milch kostet 15 Prozent mehr als vor zwölf Monaten, Kaffee 30 Prozent, Orangensaft 70 Prozent und Eier in den USA 77 Prozent.

Wer morgens eine heiße Schokolade trinkt, wird allerdings noch härter getroffen: Der Kakaopreis ist heute doppelt so hoch wie vor einem Jahr. Dass der Zuckerpreis um 28 Prozent zurückgegangen ist, fällt da kaum noch ins Gewicht.

Für Mittag- und Abendessen kann vorläufig Entwarnung gegeben werden: Der Preisindex für Nahrungsmittel der Welternährungsorganisation FAO ist im April zwar den zweiten Monat in Folge gestiegen, liegt aber immer noch rund zehn Prozent unter dem Niveau des Vorjahres.