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Fossile Weltbank

Aus der Weltbank-Gruppe fließt immer noch viel zu viel Geld in Kohle-, Erdöl- und Erdgasprojekte, kritisieren Nichtregierungsorganisationen. Bankchef Malpass outete sich als Klimawandelskeptiker.


Weltbank Washington
Weltbank-Zentrale in Washington: Wird hier der Klimaschutz sabotiert? (Foto: World Bank)

Die Weltbank hat sich verpflichtet, bei ihren Investitionen im Kampf gegen die Armut auch den Klimaschutz zu berücksichtigen. Man werde vor allem solche Staaten stärker unterstützen, die sich von der Kohlenutzung verabschieden wollen, kündigte die Institution im vorigen Jahr an.

Tatsächlich aber hat die Weltbank-Gruppe laut einem neuen Report seit der Verabschiedung des Pariser Klimaabkommens vor sieben Jahren allein 14,8 Milliarden US-Dollar an direkter Finanzierung für fossile Energieprojekte auf der ganzen Welt zur Verfügung gestellt.

Eine internationale NGO-Koalition mit dem Namen Big Shift (Große Veränderung) hat den Report zum Beginn der Weltbank-Herbsttagung in Washington vorlegt. Er betrachtet vor allem die zehn größten Direktkredite und Politikberatungsprojekte, die die Weltbank-Gruppe seit 2015 im Bereich der fossilen Energien durchgeführt hat. Außerdem behandelt er fünf Fälle von indirekter finanzieller Unterstützung respektive Politikberatung, gegen die Mitglieder von Big Shift Kampagnen führen.

Der Bericht heißt "Investing in Climate Disaster". Deutsches Mitglied der NGO-Koalition ist die Entwicklungsorganisation Urgewald, die gegen das Weltbank-Engagement bei der Ölförderung vor der Küste von Guyana im Norden Südamerikas aktiv ist.

Weltbankpräsident unter Druck

Die in dem Bericht behandelten Projekte fielen in die Amtszeit von Weltbankpräsident David Malpass, der wegen umstrittener Äußerungen zum Klimawandel unter Druck steht.

Malpass war bei einem Auftritt während der UN-"Klimawoche" im September in New York gefragt worden, ob er glaube, das Verfeuern fossiler Brennstoffe erwärme die Erde auf gefährliche Weise. Zunächst versuchte er, der Frage auszuweichen, um schließlich zu sagen: "Ich weiß es noch nicht einmal. Ich bin kein Wissenschaftler."

Daraufhin setzte es Rücktrittsforderungen, unter anderem von Ex-US-Vizepräsident und Friedensnobelpreisträger Al Gore. Er nannte Malpass einen "Klimawandelleugner" und schob nach: "Wir müssen diese Führung loswerden und eine neue Führung bestimmen." Er hoffe, US-Präsident Joe Biden werde die Initiative ergreifen.

Malpass, der von Ex-Präsident Donald Trump an die Weltbank-Spitze gehievt worden war, beeilte sich, den Eindruck zu korrigieren. In einem Interview mit der Zeitung Politico betonte er, dass er kein "Klimawandelleugner" sei. "Es ist klar, dass Treibhausgase aus menschlicher Tätigkeit den Klimawandel verursachen", sagte er. Die Weltbank fördere jene Projekte, die den größten Einfluss beim Klimaschutz hätten.

"Einer der größten Brandstifter"

Urgewald-Campaignerin Ute Koczy sagte zu der neuen Studie: "Die Erde steht in Flammen und die Weltbank ist einer der größten, wenn auch oft im Hintergrund agierenden Brandstifter."

Bis heute unterstütze die Weltbank weltweit auf direktem, aber insbesondere auch auf indirektem Wege die Erschließung von Kohle-, Öl- und Gasvorkommen – insbesondere in politisch fragilen Regionen, so Koczy. "Die Exxon Mobils, Shells und Total Energies der Welt schätzen sich glücklich, die Weltbank an ihrer Seite zu haben." Das müsse aufhören.

Koczy forderte Deutschland als Weltbank-Anteilseigner und konkret das Entwicklungsministerium unter Leitung von Svenja Schulze (SPD) auf, darauf zu drängen, dass die Weltbank eine neue Führung bekommt. Mit Malpass sei dort ein Mann ans Ruder gekommen, der mit seiner Unterstützung der fossilen Brennstoffe das 1,5-Grad-Ziel der Erderwärmung verrate – "und damit ihre Aufgabe, Armut zu bekämpfen und den gemeinsamen Wohlstand auf nachhaltige Weise zu fördern".

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