Stromsparende Geräte sollen besser erkennbar sein

Die EU hat ihr Energielabel reformiert. Das soll die Unternehmen dazu bewegen, noch energiesparendere Produkte zu entwickeln. Doch das Label hat aus Sicht von Umweltpolitikerinnen noch Verbesserungsbedarf.


Das alte und neue Energielabel der EU nebeneinandergehalten.
Die alte Verbrauchskennzeichnung (links) wird durch eine neue (rechts) abgelöst. (Foto: Europäische Kommission)

A+++ hat ausgedient – das Energielabel der EU soll verständlicher werden. Ab März umfasst die siebenstufige Skala wieder die Effizienzklassen A bis G. Wie bisher verdeutlichen Farben die Effizienz: Während dunkelgrün für "besonders energiesparend" steht, bedeutet tiefrot "vergleichsweise wenig energieeffizient".

Die Stufe A bleibt beim neuen Label vorerst frei, um Raum für Verbesserungen bei zukünftigen Produkten zu schaffen. Das heißt, dass bisher im Handel befindliche Geräte im Ranking sinken. So können besonders energieeffiziente Produkte, die schon auf dem Markt sind, jetzt in der Klasse B, C oder sogar nur D landen.

Das soll die Hersteller dazu bewegen, die Energieeffizienz ihrer Erzeugnisse weiter zu verbessern. "Dass aktuelle Geräte nicht mehr automatisch eine A-Auszeichnung bekommen zeigt, wie viel Luft nach oben noch beim Energiesparen ist", sagte Julia Verlinden, Bundestagsabgeordnete der Grünen.

Laut EU-Kommission hat das bisherige Energielabel zusammen mit der Ökodesign-Richtlinie jährlich rund 1.750 Milliarden Kilowattstunden Energie eingespart. Das entspreche dem gesamten Energieverbrauch von Italien. Durch das neue Label sollen weitere 167 Milliarden Kilowattstunden im Jahr hinzukommen.

Noch gelten die Vorgaben aber längst nicht für alle Produkte. So sind beispielsweise Toaster und Computer von der Regelung ausgenommen. Für Spül- und Waschmaschinen, Waschtrockner, Kühl- und Gefriergeräte, Fernseher sowie Computer-Monitore und Displays ist dagegen die Kennzeichnung verpflichtend.

Rohstoffe und Herstellung bleiben außen vor

Aus Sicht von Energiepolitikerin Verlinden reicht es auch nicht, wenn die Politik nur ein Label vorgibt. "Entscheidend ist, dass die Regierung den Unternehmen klare Vorgaben für Energiesparen und Energieeffizienz macht – sei es für Kühlschranke, Autos oder neue und sanierte Gebäude", forderte die Grünen-Abgeordnete. Nur so könnten Kund:innen sicher sein, dass neue Produkte auf dem aktuellen Stand von Energieeinsparung und Klimaschutz sind.

A+, A++, A+++

Wegen des technischen Fortschritts wurde die 1994 eingeführte A-bis-G-Skala im Jahr 2003 durch die Klassen A+ und A++ erweitert, 2010 kam A+++ hinzu. Waschmaschinen waren zuletzt fast nur noch in der besten Klasse A+++ erhältlich.

Auch die grüne EU-Abgeordnete Jutta Paulus sieht noch Verbesserungsbedarf bei der Energiekennzeichnung. Das Label sollte auch den Ressourcen- und Energieverbrauch bei der Herstellung berücksichtigen, nicht nur den Energieverbrauch im Betrieb, sagte die Umweltpolitikerin.

Neben den neuen Kennzeichnungsvorgaben sind seit Monatsbeginn weitere Ökodesign-Vorschriften in Kraft. So sollen Unternehmen künftig die Reparierbarkeit ihrer Produkte verbessern. Ersatzteile etwa für Waschmaschinen oder Kühlschränke müssen für mindestens sieben bis zehn Jahre zur Verfügung stellen.

Neue Vorgaben sollen im September für Lampen kommen.

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