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"Recht auf Reparatur zu lasch"

Smartphones und Tablets sollen länger nutzbar sein, das Recht auf Reparatur trifft in Europa auf breite Zustimmung. Öko-Aktivisten kritisieren die geplanten EU-Regeln aber als unzureichend. Es gebe zu viele Hürden.


Verschiedene moderne elektronische Geräte für den täglichen Gebrauch, von oben betrachtet.
Einzelne Anbieter haben gezeigt, wie Reparaturfreundlichkeit geht – nun braucht es aber Gesetze. (Foto: Damrong Rattanapong/​Shutterstock)

Elektronische Geräte wie Smartphones, Tablets und Laptops haben, obwohl nicht billig, oft nur eine kurze Lebensdauer. Zwei, drei Jahre, dann landen viele davon beim Elektroschrott oder gar in der Mülltonne. Reparaturen sind unmöglich, zu kompliziert, zu teuer, oder aktuelle Software läuft nicht auf den Geräten.

Das ist vielen ein Dorn im Auge, und auch die Politik plant Abhilfe. Die EU will ein "Recht auf Reparatur" durchsetzen, das die Nutzungsdauer der Geräte verlängern hilft. Öko-Aktivisten warnen nun aber davor, dass die vorgesehene Umsetzung des hehren Ziels nicht hält, was der Titel verspricht. Das geplante Recht sei ein "Fake".

Der Druck, die Umwelt- und Klimafreundlichkeit von Smartphone und Co zu verbessern, ist groß. Das Europäische Parlament hat sich bereits im Frühjahr mit der Maxi-Mehrheit von 509 zu drei Stimmen für ein Recht auf Reparatur ausgesprochen. Ziel: Reparaturen sollen EU-weit einfacher und billiger werden.

Die EU-Kommission hat dazu einen Gesetzentwurf vorbereitet. Am heutigen Donnerstag treffen sich Experten aus den EU-Ländern in Brüssel, um entsprechende neue "Ökodesign"-Regeln für Smartphones und Tablets abzusegnen.

Doch dabei wird es Ärger geben. Die "Right to Repair"-Koalition wird vor dem Gebäude, in dem die Experten tagen, protestieren.

In dieser Nichtregierungsorganisation haben sich über 100 Verbraucherschützer:innen, Umweltexpert:innen und Pro-Reparatur-Aktivist:innen aus 21 EU-Ländern zusammengeschlossen, die seit Jahren für eine bessere Reparierbarkeit der Geräte kämpfen und damit recht erfolgreich waren, was sich daran zeigt, dass die EU und mehrere Länderregierungen – auch die Ampel in Berlin – das Thema aufgegriffen haben.

"Reparieren muss erschwinglich sein"

Den Aktivisten liegt der Entwurf für die Reparaturvorschriften vor. Dieser sei "voller Schlupflöcher", monieren sie. "In der Praxis werden die neuen Vorschriften in ihrer jetzigen Form den Bürgern kein echtes Recht auf Reparatur geben."

 

Im Einzelnen kritisieren sie, dass zum Beispiel die Preise für Ersatzteile nicht begrenzt werden, so wie das etwa die in Frankreich bereits gültigen Vorschriften tun. Die Erschwinglichkeit der Teile sei aber ein "Schlüsselfaktor", damit Reparaturen überhaupt angepackt würden.

Außerdem würden Privatleute, Reparaturcafés und unabhängige Reparateure gegenüber Profi-Geschäften benachteiligt. Sie sollten nur fünf statt 15 Arten von Ersatzteilen zur Verfügung gestellt bekommen.

Weiterer Punkt: Es werde zwar proklamiert, dass Nutzer und Reparateure sieben Jahre lang nach Produktionsende eines Gerätes Zugang zu Reparatur- und Wartungsinformationen haben sollen. Für Ersatzteile, Software und Sicherheitsupdates seien jedoch kürzere Zeiträume geplant. Das ergebe keinen Sinn.

Orla Butler von der Dachorganisation Europäisches Umweltbüro (EEB) sagte: "Kurzlebige Smartphones belasten unser Klima, die Nachfrage nach knappen Metallen und die Geldbörsen der Verbraucher." Um eine Reparaturwirtschaft für elektronische Geräte aufzubauen, müsse die EU das Reparieren preiswert und zugänglich für alle machen, auch für unabhängige Reparateure, Repair-Cafés und Endverbraucher.

Cristina Ganapini von der "Right to Repair"-Kampagne ergänzte, die EU müsse unbedingt den Preis von Ersatzteilen als Kriterium in den vorgeschlagenen Reparaturindex aufnehmen. "Die Reparatur wird erst dann Realität werden, wenn wir die Bedingungen für ihre Erschwinglichkeit schaffen."

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