Auf 2030 kommt es an, nicht 2050

Der EU-Beschluss zur Klimaneutralität bis 2050 ist eine gute Nachricht – und ein wichtiges Signal an den UN-Klimagipfel in Madrid. Doch nun kommt es darauf an, daraus praktische Politik für das nächste Jahrzehnt zu machen.


Europafahnen vor dem Gebäude der EU-Kommission in Brüssel
Europafahnen vor dem Gebäude der EU-Kommission in Brüssel. (Foto: Verena Kern)

Europa soll bis 2050 klimaneutral werden. Endlich haben alle EU-Länder, abgesehen von Polen, akzeptiert, was die Klimaforschung als Mindestanforderung für eine verantwortungsvolle Politik definiert hat.

Das ist eine gute Nachricht – und ein Signal an den UN-Klimagipfel in Madrid, der gleichzeitig von den notorischen Bremserstaaten in die Verlängerung gezwungen wurde.

Der EU-Beschluss fiel erst nach mehreren Anläufen. Zustande kam er, nachdem die osteuropäischen Kohleländer milliardenschwere Umstellungshilfen zugesagt bekamen.

Polen ließ sich dadurch immerhin so weit beeindrucken, dass es das Votum für die Netto-Null beim CO2-Ausstoß nicht blockierte. Warschau will offenbar noch mehr Geld herausholen, ob es das schafft, ist offen.

Nun aber kommt es darauf an, aus dem Signal für 2050 praktische Politik für das nächste Jahrzehnt zu machen.

Das CO2-Ziel des Staatenbundes für 2030 muss verschärft werden – von 40 Prozent Emissionsminderung gegenüber dem Basisjahr 1990 auf mindestens 55, besser aber 60 oder 65 Prozent. Und das samt den entsprechenden Vorgaben für den Ausbau von Ökoenergien und Energieeffizienz.

Nur wenn das schnell geschieht, werden Investitionen innerhalb der EU rasch genug umgesteuert und andere Länder wie China zum Mittun animiert.

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