Rekordtemperaturen in Alaska

Teufelskreis in Alaska: Weil das Beringmeer warm wie nie ist, erwärmen sich auch die Landmassen deutlich schneller. Verschärft wird das noch durch Rekordtemperaturen.


Ein Bergsee im Eagle River Valley östlich von Anchorage, der größten Stadt in Alaska.
Der Sommer in den Bergen bei Anchorage ist nicht arktisch kalt, aber so warm wie jetzt war es hier noch nie, seit gemessen wird. (Foto: Diego Delso/​Wikimedia Commons)

Seit Beginn der Messungen 1952 haben die Temperaturen in Anchorage, der größten Stadt des US-Bundesstaats Alaska, noch nie die 30-Grad-Marke überschritten. Im Juli liegen die Temperaturen in der Region eigentlich zwischen zehn und 20 Grad – doch am vergangenen Donnerstag, dem symbolträchtigen Unabhängigkeitstag, war das anders.

Mit 32,2 Grad wurde am Flughafen von Anchorage der bisherige Rekord von 29,4 Grad aus dem Jahr 1969 gebrochen. Auch an anderen Orten im Süden des Bundesstaates wurden Rekorde aufgestellt. Ein Hochdrucksystem hatte sich über der Region festgesetzt. Meteorologen erwarten eine Abschwächung in den nächsten Tagen.

Der alaskaweite Rekord wurde allerdings schon 1915 aufgestellt. Im östlichen Fort Yukon erreichten die Temperaturen damals 37,8 Grad. Alaskas Wetterbehörde zufolge war der Juni mit einer Durchschnittstemperatur von knapp 16 Grad der wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen.

Arktis erwärmt sich überdurchschnittlich schnell

Die überdurchschnittlichen Temperaturen in Alaska sind zum Teil auf einen starken Verlust von Meereis in der Arktis sowie die gleichzeitige Erwärmung der Ozeane zurückzuführen. Nie war beispielsweise das nördliche Beringmeer bei Alaska so warm wie im Mai und Juni dieses Jahres.

Sechs der zehn wärmsten Mai- und Juni-Monate in den vergangenen 120 Jahre entfielen auf die letzten sechs Jahre. Mit zunehmender Meerestemperatur erwärmen sich die Küsten, was dann wiederum zu einer schnelleren Erwärmung der Landmassen beiträgt.

Neben der Hitze hat die Region um Anchorage auch mit Waldbränden zu kämpfen. In der vergangenen Woche zerstörten Brände in der Region mehr als 2.560 Quadratkilometer Wald, eine Fläche so groß wie das Saarland. Das sei deutlich mehr als sonst zu dieser Jahreszeit, aber nicht dramatisch, twitterte Rick Thoman vom International Arctic Research Center.

Durch die steigenden Temperaturen dehnt sich auch der Zeitraum im Jahr aus, in dem Waldbrände auftreten.  Im Frühjahr fängt es viel eher an zu brennen und die letzten Brände erstrecken sich inzwischen sehr viel länger in den Herbst hinein als in der Vergangenheit. 

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