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Nicht nur viel zu heiß, auch viel zu trocken

Extremjahre wie 2018 werden sich künftig häufen, selbst wenn die globale Erwärmung auf zwei Grad Celsius begrenzt bleibt. Keine schöne Aussicht.


Infolge der Hitze wächst auf der große Liegewiese im Park kein Gras mehr.
Im Stadtpark wächst kein Gras mehr: Hitzewellen wie 2018 wird es künftig öfter geben, unter Umständen schon alle vier Jahre. (Foto: Mark Ramsay/​Wikimedia Commons)

Das Hitze- und Dürrejahr 2018 ist uns allen noch in Erinnerung. Monatelang, von April bis Dezember, nur wenig Regen, wochenlang schweißtreibende Temperaturen, die man nur mit Klimaanlage oder hinter heruntergelassenen Jalousien ertrug.

Es gab Ernteausfälle, Flüsse fast ohne Wasser, Waldbrände. Auch ökonomisch haute es rein – die Binnenschifffahrt runtergefahren, Kraftwerke an Flüssen abgeschaltet oder gedrosselt, Waldschäden auf dem Vormarsch. "Klimatologisch einzigartig" nannte der Deutsche Wetterdienst die Kombination des wärmsten Jahres mit einem zugleich "extrem trockenen Jahr".

Viele erinnerte 2018 freilich an 2003. Beim "Supersommer" 15 Jahre vorher hatte es eine ähnlich dramatische Lage gegeben, europaweit zählte man sogar bis zu 70.000 vorzeitige Todesfälle.

Klar ist auf jeden Fall: So etwas möchte man nicht häufiger erleben. Doch genau das steht zu befürchten, da die Klimaerwärmung voranschreitet.

Kombinierte Hitze- und Dürrewellen sind dabei am dramatischsten. Ein Team des Leipziger Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) um den Klimaexperten Jakob Zscheischler hat nun untersucht, wie sich die Häufigkeit dieser hot-dry events in Mitteleuropa bei einer noch als moderat eingeschätzten globalen Erwärmung um zwei Grad Celsius gegenüber vorindustrieller Zeit verändert.

Ergebnis: Verhältnisse wie 2018 würden mindestens alle zehn Jahre auftreten, eventuell aber auch schon alle vier Jahre.

Mit der Unsicherheit leben

Wie dramatisch es wird, hängt dabei vor allem davon ab, wie sich die Niederschläge verändern. Der Grund, so das UFZ-Team: Selbst bei einem Temperaturplus von nur zwei Grad werde der lokale Temperaturanstieg so groß sein, dass künftig alle Dürren überall auf der Welt mit Hitzewellen einhergehen – unabhängig davon, um wie viel Grad genau sich die Temperatur vor Ort verändert.

Natürlich wüsste man gerne ganz genau, was uns droht. Denn je kürzer die Zeiten zwischen Dürre-Hitze-Ereignissen, desto problematischer.

Doch hier gibt es ein Problem. Durch den Klimawandel kann sich die Verteilung von Niederschlägen in bestimmten Regionen verschieben, es kann regional trockener werden, aber auch feuchter. Die Dynamik vieler Prozesse in der Atmosphäre, die dahinter stecken, ist nicht vollständig verstanden.

Joachim Wille ist Chefredakteur des Online-Magazins Klimareporter°.

Deswegen bleibt nur, mit der Unsicherheit zu leben. Und sowohl Anpassung als auch Klimaschutz voranzutreiben.

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