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Apokalypse nicht ausgeschlossen

Namhafte Klimaforscher:innen fordern mehr Beachtung für die katastrophalen Risiken der Klimakrise – völlig zu Recht. Sie stoßen damit eine seit Langem überfällige Debatte an.


Feuer in Kalifornien verfinstern den Himmel
Feuer in Kalifornien, Januar 2021. (Foto: VCFD PIO/​Wikimedia Commons)

Stell dir vor, es ist Weltuntergang, und keine:n interessiert's. Zur Klimakrise passt der Spruch ziemlich gut. Sie kann extreme Auswirkungen haben, bis hin zum Aussterben der Menschheit.

Auch wenn das gegenwärtig ein unwahrscheinliches Szenario ist, ausgeschlossen ist es nicht. Doch solch ein katastrophales Risiko wird bislang viel zu wenig beachtet.

Davor warnen nun namhafte Klimaforscher:innen in einem Artikel im Fachmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS).

Die Welt solle sich auf die Möglichkeit eines "Klima-Endspiels" einstellen, heißt es dort. "Unumkehrbare und potenziell katastrophale Risiken müssen in unsere Planung und unser Handeln einfließen", sagt Mitautor Johan Rockström, Chef des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung. Nur wenn extreme Risiken verstanden und mitgedacht werden, habe man die Chance, sie zu verhindern.

Mit ihrer Warnung stoßen die Forschenden eine längst überfällige Debatte an. Die weltweiten Klimaschutzbemühungen sind bislang höchst unzureichend. Diese Untätigkeit ist unbegreiflich, wenn man bedenkt, was auf dem Spiel steht – in letzter Konsequenz das Überleben der menschlichen Zivilisation.

Dass zur Gefahrenabwehr nach wie vor so wenig getan wird, lässt an einen Schlafwandler denken, der nicht bemerkt, dass er längst in Lebensgefahr schwebt.

Sollen Klimaforschung und auch Medien also mehr apokalyptische Worst-Case-Szenarien beschreiben, um mehr Menschen aufzurütteln, auf dass die Entschlossenheit zum Klimaschutz endlich wachse?

Das würde wenig helfen, wie Studien aus dem Bereich Klimakommunikation zeigen. Mehr Wissen zur Klimakrise kann zwar durchaus die Handlungsbereitschaft beim Klimaschutz erhöhen.

Andererseits wirken angstmachende Botschaften oft nicht aufrüttelnd, sondern lähmend. Angst ist eben nichts, was zum Handeln motiviert. Sie führt eher zur Verdrängung, nach dem Motto: "Jetzt will ich davon nichts mehr hören und lieber mein Leben genießen, solange es noch geht."

Die Warnung der Forscher:innen nur unter dem Blickwinkel der Klimakommunikation zu betrachten, greift zu kurz. Der wahre Adressat sind diejenigen, die Verantwortung tragen in Politik und Gesellschaft. Sie müssen, wie Rockström sagt, in ihrem Planen und Handeln auch Extremszenarien berücksichtigen – um die Welt für alle sicherer zu gestalten.

In Deutschland ist mittlerweile jedes Zimmer mit einem Feuermelder ausgestattet, um den relativ unwahrscheinlichen Fall eines Brandes und dessen potenziell extrem gefährliche Auswirkungen zu verhindern.

So viel Vorsorge und Umsicht wäre bei der Klimakrise auch gut.

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